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KFZ Reparaturdurchführung bei vermeintlicher Freigabe durch Versicherung


25.01.2005 16:15 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

ich hatte vor einiger Zeit einen Steinschlagschaden
(Scheibe/Scheinwerfer/Lack)am Wagen durch einen vorherfahrenden LKW.
Habe den Vorfall dessen Versicherung gemeldet, daraufhin hat man mir
eine Werkstatt genannt, zu der ich zur Schadensaufnahme und auch
Reparatur fahren soll. Der Schaden wurde aufgenommen, drei Tage
später teilte mir die Werkstatt mit, die Versicherung hätte die
Reparatur freigegeben, daraufhin habe ich den Wagen reparieren
lassen, es wurde auch Reparaturen durchgeführt, die ich selber nicht
hätte machen lassen (Lackarbeiten), der Schaden war aber durch o.g.
Vorfall bedingt. Einige Wochen später hat sich herausgestellt, dass
die Versicherung den Schaden nur unter Vorbehalt der noch zu
überprüfenden Schadensübernahme freigeben hatte, die sie dann aber
nicht erteilt hat, sprich die Schadensübernahme durch die
Versicherung wurde abgelehnt. Hat sich hier die Werkstatt zu weit aus
dem Fenster gelehnt? (Aussage: so einen Fall hatten wir bisher noch
nicht; die Abwicklung erfolgt immer so (Reparatur nach dieser
eingeschränkten Freigabeerklärung), bisher hatte die Versicherung
dann auch immer bezahlt). Nach erfolgter Reparatur habe ich dann noch
eine Abtretungserklärung unterschrieben, in der steht, dass für den
Fall, dass die Versicherung nicht zahlt, ich zu zahlen habe. Die Werkstatt macht jetzt folglich die Reparaturkosten mir gegenüber geltend. Wie ist die rechtliche Lage? Den Knackpunkt sehe ich darin, dass die
Werkstatt mich falsch über die vermeintlich erfolgte
Schadensübernahme informiert hat. Ansonsten hätte ich den Auftrag
nicht in dem Umfang erteilt. Mir ist an einer Art Vergleich gelegen; ich wüsste gerne, welches Verhältnis da realistisch ist bzw. wie solche Fälle möglicherweise in der Vergangenheit gehandhabt wurden. Es geht nicht darum, dass die Versicherung den Schaden nicht übernommen hat.

Vielen Dank
25.01.2005 | 17:22

Antwort

von


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30159 Hannover
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Web: www.tarneden-inhestern.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

1.
Hat sich hier die Werkstatt zu weit aus
dem Fenster gelehnt?

Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten und hängt davon ab, wie sie die Erklärung der Werkstatt als durchschnittlicher Teilnehmer am Wirtschaftsleben die Erklärung verstehen konnten und durften, also ob Sie die Erklärung dahingehend verstehen durften, dass die Werkstatt sozusagen eine "Garantieerklärung" übernommen hat.

Man wird vorliegend einen bösen der Werkstatt vermutlich ausschließen - jedenfalls aber nicht nachweisen - können, also dass sie wider besseres Wissen die Erklärung abgegeben hat.

Die Werkstatt wird - wenn Sie Erklärungen einer Versicherung weitergibt - sich regelmäßig als "Bote" dieser Erklärung - gleichsam als Überbringer - verstehen.

Der Werkstattbesucher wird regelmäßig nicht davon ausgehen, dass die Werkstatt dann, wenn die Versicherung unverhofft doch nicht zahlt, für die Angelegenheit aufkommt.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Werkstatt etwa oberflächlich oder sorglos bei der Versicherung nachgefragt hat. Dann sähe die Angelegenheit für Sie sehr günstig aus und die Werkstatt müsste für Ihren Nachteil aufkommen. Dies ist aber vermutlich sehr schwer nachzuweisen.

2.
Vergleich und seine etwaige Quote?

Die Quote eines Vergleiches richtet sich nach den Chancen, den Streit in einem Prozess vor Gericht zu gewinnen. Sind die Chancen 50:50, trifft man sich regelmäßig in der Mitte.

In Ihrem Fall müssen Sie bedenken, dass die Beweislage für die Werkstatt günstiger ist als für Sie. Die Werkstatt hat schriftlich, dass sie zahlen müssen. Ihre Einwendungen sind nach Ihren Informationen deutlich schwerer zu belegen.


Sie fragen weiter nach Erfahrungswerten: danach sind Werskstätten bzw. deren Personal in Prozessen häufig "zu allem" bereit.

Wegen vorstehender Gesichtspunkte sehe ich Ihre Chancen deutlich unter 50 %.

Wenn Sie aber 30 % erzielen wollen, fangen Sie in Ihren Verhandlungen weitaus höher an. Wer mit 30 % anfängt, wird diese in Verhandlungen idR nicht erzielen. Beginnen Sie mit z.B. 60 %, wäre 30 % für die Gegenseite ja noch ein "Gewinn".

In diesem Sinne viel Glück.

Sollte die Werkstatt zu keinem Zugeständnis bereit sein, überlegen Sie sich wegen vorgenannter Umstände ernsthaft, den Betrag notfalls zu zahlen.

Für etwaige Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen



Rolf Tarneden
Rechtsanwalt
tarneden@wieck-zimmermann.de



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