Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ist behobener Mangel ein anzeigepflichtiger Mangel bei Verkauf?

| 04.10.2010 15:35 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Käufer 1 erwirbt EFH mit Keller. Im Vorfeld wird Feuchtigkeitsmangel Keller ersichtlich und beauftragt seitens Verkäufer 1 durch Fachbetrieb behoben. Nachweis der fachlichen Richtigkeit wird durch Käufer 1 nicht überprüft und Rechnungs des FAchbetriebs als ausreichend erachtet, zusätzlich beweist mehrjährige nachfolgende Nutzung ohne weitere Feuchtigkeitsereignisse den Mangelbehebungserfolg plausibel.
Käufer 1/Verkäufer 2 verkauft nun 4 Jahre später seinerseits an Käufer 2 und erwähnt o.g. Behebung nur am Rande mündlich. Schließlich geht Verkäufer 2 ja von mehrjähriger Mangelfreiheit, bzw. Abwesenheit aus.
Käufer 2 kauft, Monate später erfährt er, "dass es da mal was geben habe" und zeitgleich stellt sich bei Käufer 2 eine Durchfeuchtung im Keller ein, Ausgrabungsarbeiten zeigen scheinbar mangelbehaftete damalige Behebung.
Handelt es sich bei einem (vermeintlich) behobenen, also nach Einschätzuung und mehrjähriger Erfahrung von Käufer 1 abwesenden Mangel, immer noch um einen Mangel, der ausführlich an Käufer 2 hätte angezeigt und berichtet werden müssen?
Vielen Dank für Einschätzung
herzliche Grüsse

Sehr geehrter Fragesteller:

gerne beantworte ich Ihre Fragen ich auf Grund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:


1.
Der Mangel (unterstellt es ist wirklich ein Mangel) bleibt auch heute ein Mangel, unabhängig davon, was vorher passiert ist. Also unabhängig davon, ob er jetzt erstmals auftritt oder ob er einmal behoben wurde oder nicht, es wäre ein Mangel.

Anzeigen könnten Sie dem Käufer nur die Ihnen bekannten Mängel. Einen – in Ihren Augen – nicht vorhandenen Mangel können Sie auch gar nicht anzeigen.

Dennoch müssten Sie dafür haften, weil es dabei nicht darauf ankommt, ob Ihnen der Mangel bekannt war oder nicht.

Aber:
Sofern Sie im Vertrag mit Käufer 2 einen Gewährleistungsausschluss vereinbart haben sollten (= Regelfall) wäre dieser nur dann gem. § 444 BGB unwirksam, wenn Sie den Mangel arglistig verschwiegen hätten (oder - hier nicht - eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache abgegeben hätten).

Arglistig haben Sie aber gerade nicht gehandelt, da Sie ja von der Behebung ausgegangen sind.

Ich meine auch, dass Sie einen solchen früheren Schaden nicht einmal offenbaren müssten, weil Sie insoweit keine Offenbarungspflicht trifft.


2.
Für alle Beteiligten gilt, dass eigentlich letztlich der Handwerker haften sollte, der den Schaden nicht sachgerecht behoben hat.

Nach BGB (sofern keine VOB vereinbart) gilt ein Gewährleistungsfrist von 5 Jahren. Dazu müssten Sie sich die Ansprüche von Verkäufer 1 abtreten lassen (sofern nicht im Kaufvertrag bereits geschehen) und diese dann an Käufer 2 abtreten, damit er sie gegenüber dem Ahndwerker geltend machen kann.

Angesichts der von Ihnen geschilderten Zeitschiene wäre dabei wohl schnelles Handeln erforderlich.

Weisen Sie die Ansprüche von Käufer2 zurück und zeigen Sie ihm den Weg über die HAftungs des Handwerkers auf.

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 05.10.2010 | 11:11

Sehr geehrter Herr Zürn,
wie begründen Sie, dass ein solcher Schaden nicht einmal hätte offenbart werden müssen?
Die Fähigkeit etwas zu offenbaren setzt ja voraus, dass man Kenntnis hat bzw. einen Sachverhalt überhaupt als Mangel einstuft. Sonst ergibt sich keine Wahlmöglichkeit zwischen Offenbaren oder nicht.
Danke und Grüsse

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.10.2010 | 11:30

Sehr geehrter Fragesteller:

besten Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Mit der Offenbarungspflicht hatte ich gemeint, dass Sie nur die entsprechenden Fragen des Käufers richtig und vollständig beantworten müssen und nicht mehr.

Auf die konkrete Frage nach einem feuchten Keller hätten Sie also in dieser speziellen Konstellation antworten können: "Nein, nicht bekannt".


Ich hoffe, ich habe damit Ihre Nachfrage beantworten können, andernfalls müssten Sie nochmals melden.


Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.10.2010 | 16:04

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 07.10.2010 4,2/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79066 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank, ich bin zufrieden mit der Beratung! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
schnell, ausführlich und präzise. Eine sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr kompetent und würde ich jederzeit weiterempfehlen. ...
FRAGESTELLER