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Inkassokosten

03.03.2011 18:08 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte bei der Fiat-Bank ein Fahrzeug über 36 Monate finanziert. Der Vertrag endete am 15.01.2011 und es war noch eine Schlussrate i.H.v. 6.000 EURO fällig. Die beiden letzten Raten zu je 85,00 EUR habe ich nicht mehr bezahlt gehabt. Somit habe ich am 12.01.2011 6.220,00 EUR (inkl. Mahnkosten der beiden letzten Raten) überwiesen.

Nach der Zahlung forderte ich den Fahrzeugbrief bei der Bank an. Dabei erfuhr ich, dass man mir diesen Brief nicht aushändigen wird, weil man die Angelegenheit bereits an ein Inkassounternehmen übergeben hat und dort 672,00 EUR Kosten angefallen sind. Des Weiteren sagte man mir, dass mir der Kredit gekündigt wurde und deshalb die Inkassofirma den Fall jetzt weiterhin bearbeitet. Diese Kündigung habe ich nie erhalten, denn dann hätte ich die Restforderung schon eher überwiesen.

Ich wurde nun von der Bank gezwungen diese Kosten zu überweisen, anderen Falles hätte ich den Fahrzeugbrief nicht bekommen. Eine Mitarbeiterin der Fiatbank räumte ein, dass der Brief vielleicht auf dem Postweg abhanden gekommen ist, weil man die Kündigung nicht als Einschreiben gesendet hat ist dies nicht auszuschließen.

Wäre mir die Kündigung ordnungsgemäß zugesandt worden, so hätte ich den Betrag schon eher überwiesen und diese Inkassokosten wären nicht entstanden. Muss ich nun das Versandrisiko tragen und dadurch 672 EURO kosten bezahlen?

Bis zum heutigen Tag habe ich keine Abrechnung des Kredites erhalten. Auch keine schriftliche Aufstellung der Inkassokosten. Der Betrag wurde mir lediglich mündlich mitgeteilt.

Die Kündigung, welche mir angeblich im Dezember zugesendet wurde, hat man mir im Februar per Emailanhang in Kopieform gesendet. Leider enthält auch dieses Schreiben keinen genauen Forderungsbetrag. Man schreibt lediglich: "... erklären wir die fristlose Kündigung des Darlehensvertrages. Mit der Kündigung wird die gesamte Restschuld zur sofortigen Zahlung fällig. Der genaue Betrag wird Ihnen in einem gesonderten Schreiben mitgeteilt. Gleichzeitig fordern wir Sie auf das sicherungsübereignete Fahrzeug herauszugeben, indem sie mit allen Schlüsseln ..."

Selbst wenn ich diese Kündigung erhalten hätte, so wäre der Ausgleich der Forderung nicht möglich gewesen, weil man zwar den Betrag sofort fällig stellt, aber die Höhe der Forderung nicht benennt. Laut dem Schreiben wird mir der genauere Betrag in einem gesonderten Schreiben mitgeteilt, welches ich ebenfalls nie erhalten habe. Allerdings bestätigte mir die Fiatbank, dass dieses "gesonderte Schreiben" nicht erstellt und versendet wurde.

Habe ich die Inkassokosten zu unrecht gezahlt und kann ich diese zurück verlangen?


Mit freundlichen Grüßen
Matthias Binder

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten.

Meines Erachtens hätten Sie die Inkassokosten nicht bezahlen müssen.

Zwar waren Sie, wie Sie ja selbst Schreiben mit den beiden letzten regulären Raten in Verzug, was grundsätzlich einen Schadenersatzanspruch der Bank auslöst.

Die Bank hat dann grundsätzlich auch Anspruch auf Ersatz von Inkassokosten, die dadurch entstehen, dass Sie in Verzug sind.

In Ihrem Fall verhält es sich jedoch etwas anders.

Wie Sie schreiben ist Ihnen weder die Kündigung, noch die in der Kündigung angekündigte Forderungsaufstellung zugegangen.

Der Zugang der Kündigung ist jedoch eines ihrer Wesensmerkmale. Ohne Zugang ist die Kündigung nicht wirksam.

Hier müsste die Bank daher beweisen, dass Ihnen die Kündigung zugegangen ist. Sie trägt auch das Risiko, dass eine Sendung auf dem Postweg verlorengeht.

Nach Ihrer Schilderung des Ablaufs – insbesondere, weil Sie im Januar die Restforderung ganz offensichtlich in dem Glauben beglichen haben, der Vertrag liefe noch – wird dies der Bank wohl kaum möglich sein.

Da Ihnen die genaue Höhe der Restforderung so im Prinzip noch gar nicht bekannt war, hätten Sie, wie Sie selbst schon erkannt haben, gar nicht zahlen können.

Aufgrund des Nichtzugangs der Kündigung könnte die Bank allerhöchstens Inkassokosten für die beiden Raten geltend machen, die Sie nicht bezahlt haben. Da die Inkassokosten hier nicht höher sein dürfen, als die Gebühren eines Rechtsanwalts in einem gleichgelagerten Fall würden hier aber nur ca. 47,00 € zusammenkommen.

Sie haben also zumindest einen zu hohen Betrag an die Bank gezahlt.

Bezüglich dieses Betrages ist die Bank daher ungerechtfertigt bereichert. Daher können Sie auch die zu viel gezahlten Inkassokosten von der Fiat Bank zurückfordern.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe

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