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Inhalt von Zeitschriften verwenden


09.07.2005 10:55 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht



Hallo,

wir betreiben die Internetseite www.testsieger.de und stellen bei uns Testsieger aus über 50 Zeitschriften vor.

Einer unserer Konkurrenten hat auf seiner Seite wörtliche Zitate von Zeitschriften abgeschrieben.
Beispiel:
Fazit: "Gute Kamera für alle, die auf Automatikfunktionen setzen und einen kleinen, leichten Begleiter mit ordentlicher Bildqualität suchen."

Dies wurde wörtlich aus einer Test-Zeitschrift abgeschrieben.

Wir möchten natürlich nicht irgendwelche Urheberrechte von Zeitschriften verletzen, aber unseren Besuchern maximale Information bieten.

Frage: Dürfen wir wörtliche Zitate von Zeitschriften so wie unser Konkurrent im Internet veröffentlichen?
Falls ja, wo liegt die Grenze => darf man das Fazit benutzen oder 3 Sätze aus dem Artikel oder sogar den gesamten Artikel?
Falls nein, dürfen wir Testergebnisse redaktionell bearbeiten und z.B. eine Zusammenfassung der Vor und Nachteile einer Kamera aus mehreren Zeitschriften zusammenstellen?

Vielen Dank im voraus + viele Grüße
Sehr geehrter Betreiber von www.testsieger.de!

Das von Ihnen erwähnte Zitat des Konkurrenten unterliegt mangels Schöpfungshöhe nicht dem urheberrechtlichen Schutz und darf somit aus urheberrechtlicher Sicht frei verwendet werden. Auch drei Sätze werden mangels Erreichen der Schöpfungshöhe - auch nicht über die so genannte kleine Münze - Werkcharakter haben und dürften somit aus urheberrechtlicher Sicht frei verwendet werden. Ein ganzer Artikel wird in der Regel ein urheberrechtlich geschütztes Werk sein, welches nicht ohne Zustimmung des Urhebers bzw. des Nutzungsberechtigten genutzt werden darf.

Ein anderes Problem sehe ich jedoch darin, dass Sie möglicherweise Gefahr laufen gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) zu verstoßen. Wenn Sie selbst keine eigenen Test durchführen, sondern nur Testergebnisse anderer Unternehmer übernehmen, so werden sich diese durch Ihre Übernahme im Wettbewerb um den Kunden behindert fühlen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat dazu in einer älteren Entscheidung, die m.E. auf den Sachverhalt gut zugeschnitten ist, ausgeführt: Geht es «dem Nachahmer ausschließlich darum zu tun, durch zielbewusstes Anklammern an eigenartige Arbeitsergebnisse eines Mitbewerbers dessen Leistungen zum eigenen Vorteil auszunutzen, so ist ein solches Vorgehen mit den Anforderungen kaufmännischen Anstands nicht zu vereinbaren.» (BGH GRUR 1960, 244, 246)

Sie müssen es also verstehen, eine Gratwanderung zwischen der einfachen Übernahme fremder Testergebnis und der Recherche sowie redaktionellen Bearbeitung verschiedener Testergebnisse zu vollziehen. Nachdem ich mir kurz Ihre Webseite angeschaut habe, sehe ich allerdings auch keine akute Gefahr für einen unlauteren Wettbewerb im Sinne einer Nachahmung fremder Dienstleistungen.

Sie sollten daher in Zukunft dafür Sorge tragen, dass Sie kleinere Zitate stets von verschiedenen Anbietern mischen und - soweit mit Ihrem Konzept vereinbar - mit einem Quellenvermerk versehen.


Beste Grüße


Dennis Sevriens
Rechtsanwalt

Kanzlei SEWOMA
Rechtsanwaltspartnerschaft
Sevriens & Wolff-Marting
Immanuelkirchstraße 5
10405 Berlin

Tel: +49 30 6120 3616
Fax: +49 30 6120 3626

Web: SEWOMA.de
Weblog: info.dpms.name
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