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Hecke an der Grenze


| 25.04.2009 15:02 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



Guten Tag,

wir haben vor ca. 1,5 Jahren eine Doppelhaushälfte in einer neuen Siedlung in BaWü gekauft.
Da die Siedlung an einem kleinen Hang entstand, sind die Grundstücke unterschiedlich hoch. So ist das Grundstück von unserem Nachbarn etwa 1,2m höher als als unseres.
So haben wir einfach nur einen mit Rasen bedeckten Hang (also keine Mauer etc.) auf unsrem Grundstück. Die Grunstücksgrenze verläuft oberhalb des Hangs.
Unser Nachbar der ca. 1 Jahr vor uns da war, hat unter Einhaltung des Abstands von 50cm zur Grundstücksgrenze eine Tuja-Hecke gepflanzt die auch in der Höhe im grünen Bereich liegt. Mit der Hecke des Nachbarn haben wir insofern auch kein Problem.
Da wir aber ohnehin schon ein kleines Grundstück besitzen, war unsere Idee irgendwann in ferner Zukunft den Hang abzutragen und durch eine Mauer oder ähnlichem zu ersetzten. Der Platzgewinn dadurch wäre für uns enorm da wir den Hang wie er jetzt ist nicht nutzen können.
Als wir uns mit dem Nachbarn mal darüber unterhalten hatten, lies dieser schon durchblicken das wir bei so einem Vorhaben nicht die Wurzeln seiner Hecke beschädigen dürfen. Als ich darauf Aufmerksam machte, das die Wurzeln seiner Hecke nichts auf meinem Grundstück zu suchen hätten, sagte er dass es dann zur Anwendung des Gewohnheitsrechts kommen würde.
Meine Frage an Sie wäre nun, ob mir der Nachbar wirklich Schwierigkeiten bereiten könnte, und ob ich dem mit einem Schriftstück oder ähnlichem Vorsorgen kann.
Sehr geehrter Fragesteller,

Die Auffassung Ihres Nachbarn hat keine Grundlage. Ein »Gewohnheitsrecht«, nach dem Sie das Eindringen von Wurzeln vom Nachbargrundstück aus zu dulden hätten, gibt es nicht. Die Rechtslage ergibt sich vielmehr aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und dem Nachbarrechtsgesetz Baden-Württemberg (NRG).

Der Grundsatz lautet: »Der Eigentümer eines Grundstücks kann Wurzeln eines Baumes oder eines Strauches, die von einem Nachbargrundstück eingedrungen sind, abschneiden und behalten« (§ 910 Abs. 1 Satz 1 BGB). In § 24 NRG wird dieser Grundsatz für einige Fälle eingeschränkt, die allerdings hier nicht greifen (die Vorschrift trifft nur eine Sonderregelung für Baumwurzeln).

Das Vorhaben auf Ihrem Grundstück können Sie also unproblematisch durchführen. Ihr Nachbar hat kein Recht, auf der Unversehrtheit seiner Hecke zu bestehen. Wenn es bei der Vertiefung des Grundstücks nötig wird, können alle störenden Wurzeln, die über die Grenze eingedrungen sind, gekappt werden.

Der Vorsorge durch ein Schriftstück bedarf es nicht. Sie können aber den Nachbarn natürlich unverbindlich auf die geltende Rechtslage hinweisen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 27.04.2009 | 18:43


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