Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hausreparatur aussen


| 20.07.2006 21:56 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Wir bewohnen ein Reihenmittelhaus (unser Eigentum). Bei einem starken Regenfall vor ca. 3-4 Wochen hatte der direkte Nachbar von uns Wasser im Keller. Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters dieses Hauses hat sich bereit erklärt, die Kosten für eine Ursachensuche zu übernehmen. Hierfür wird also auf der Seite der Terasse die Kellerwand freigelegt und neu mit Bitumen beschichtet und wieder mit Erde zugeschüttet. Soweit alles nicht unser Problem. Da die Reihenhäuser etwas versetzt zueinander stehen, ist ein Teil des Kellers des Nachbars nur über unsere Terasse zu erreichen. Dieser Kellerteil soll auch freigelegt werden. Es wird also auf unserem Grundstück gearbeitet und dabei muss unsere Terasse (einbetonierte Terassensteine) teilweise aufgerissen werden. Der Bauunternehmer, der diese Arbeiten für den Vermieter des Nachbarn durchführen soll, war schon bei uns und hat sich die Gegebenheiten angesehen. Laut seiner Aussage wird er es nicht hinbekommen, dass der Teil der Terasse, der durch den Aufriss bei uns zerstört wird, wieder genauso (mit den gleichen Platten) ausgeführt werden kann. Die "Reparaturgrenze" wird also immer sichtbar sein.
Dass das für uns natürlich nicht akzeptabel ist, brauche ich nicht zu erwähnen.

Meine Fragen:
1. Muss ich dem Vermieter (oder besser dem von ihm beauftragten Bauunternehmer) den Zugang zu unserem Grundstück gewähren?
2. Wie wird sichergestellt, dass der Ursprungszustand unserer Terasse und unseres Gartenteils nach den Bauarbeiten wieder hergestellt wird? Wer nimmt diese Arbeiten ab? Ich habe ja keinerlei Vertragsverhältnis; weder mit dem Vermieter noch mit seinem Bauunternehmer, die ich mit Zahlungseinbehalten zur zufriedenstellenden Erfüllung der Bauleistungen "zwingen" kann. Ich möchte keinesfalls verschiedenfarbige Terassensteine später haben!
3. Da solche Arbeiten natürlich auch mit Lärm- und Schmutzbelästigung einhergehen, möchte ich noch wissen, was wir hier für Ansprüche haben dürfen. Wann haben wir Anspruch auf Ruhe (wir haben zwei kleine Kinder, die beispielsweise Mittags schlafen wollen).
Schon mal im Voraus danke für die Antwort!!

-- Einsatz geändert am 20.07.2006 22:52:25
Eingrenzung vom Fragesteller
20.07.2006 | 22:34
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

1. Im jeweiligen Landesnachbarrechtsgesetz werden Sie einen Abschnitt finden, der sich "Hammerschlag- und Leiterrecht" nennt.
Dort ist die Verpflichtung des Nachbarn festgeschrieben, seinem jeweiligen Nachbarn den Zugang zum eigenen Grundstück zu gewähren (unter anderem dort auch bsw. ein Gerüst aufzustellen oder Gerätschaften niederzulegen), wenn dieser auf anderem Wege nicht an sein Eigentum gelangen kann.
Da Sie das Bundesland nicht mitgeteilt haben, kann ich zunächst nur von Hessen ausgehen. Die Normen gleichen sich jedoch weitestgehend.
Allerdings sind im Hammerschlag- und Leiterrecht gleichzeitig noch weitere Grundsätze festgeschrieben.
So darf die Belastung des Nachbanr nicht außer Verhältnis zum erstrebten Vorteil stehen. Zudem ist das Recht mit tunlichster Schonung auszuüben.
Sie haben also durchaus das Recht, die Verhältnismäßigkeit anzuzweifeln. Ein Grunsstück zu betreten ist eine Sache. Etwas zu zerstören und nachher nicht wieder in gleicher Weise herstellen zu können eine ganz andere.

Sollten Sie dem Nachbarn den Zugang nicht gewähren, hat dieser keine Möglichkeit, als vor Gericht zu gehen und eine Entscheidung zu erwirken. Ob diese in seinem Sinne ausfallen würde, kann ohne genaue Kenntnis der Einzelheiten nicht von hieraus beurteilt werden. Bei eine baulichen Beenträchtigung Ihrerseits dürften Ihre Chancen, ihm den Zugang zu verweigern allerdings nicht völig aussichtlos sein.

2. Die Schadenerstazansprüche regeln sich in diesem Fall auch nach dem Nachbarschaftsgesetz. Ein Vertrag ist daher nicht notwendig. Ob eine exakte Wiederherstellung geschuldet würde (für den Fall, dass Sie den Aufriss gestatten müssten), kann nur ein Kollege vor Ort prüfen, dem alle Fakten vorliegen. Allerdings ist zunächst einmal von einer Herstellung des ursprünglichen Zustandes auszugehen.

3. Hier darf ich wieder auf die tunlichste Schonung verweisen. Danach hätten Sie in jedem Fall ein Recht, auf Ihrer Mittagsruhe für Ihre Kinder zu bestehen (wie gesagt, nur für den Fall, dass...).

Sie sollten Sich in jedem Fall mit einem Kollegen vor Ort besprechen. Dieser kann Ihnen die beste Vorgehensweise aufzeigen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Alle Fragen wurden so beantwortet, dass ich eine grobe rechtliche Orientierung erhalten habe (was ich auch wollte).
Danke! "