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Handwerkerrechnung bzgl Arbeitszeit und Anfahrtskosten


| 30.12.2015 17:19 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff



Guten Tag,

kürzlich hatten wir einen Defekt an unserer Heizungsanlage im Haus, weswegen wir einen Handwerker beauftragten. Es handelte sich hier nicht um irgend ein Handwerksunternehmen, sondern um einen Servicepartner des Herstellers, der speziell für diese Art von Heizungsanlagen wie unsere qualifiziert ist und den wir in Anspruch nehmen mussten, auch wenn es am Ort andere Handwerker geben würde. Die Haupttätigkeiten dieser Unternehmens / Servicepartners sind sowohl die Installation von Neuanlagen als auch deren Wartung bzw. das, was man üblicherweise als Kundendienst bezeichnet, letzteres nahmen wir bei unserem Auftrag in Anspruch.

Der Monteur kam relativ termingerecht ins Haus und erledigte seine Arbeit in unter einer Stunde, ziemlich genau in 55 Minuten (ich weiß das deswegen so genau, weil ich selbst im Außendienst tätig bin, wenngleich auch nicht im Handwerk sondern im Dienstleistungssektor und mir Zeiten bzw. Zeiträume mittlerweile automatisch einfach nahezu minutiös merke). Die effektive Arbeitszeit des Monteurs war von ca. 08:20 bis ca. 09:15, auf jeden Fall unter einer Stunde.

Als dieser den Servicebericht verfasste, habe ich diesen aus folgenden Gründen NICHT unterschrieben:
1. Der Servicebericht wurde auf dem Laptop des Monteurs von diesem ausgefüllt, ich sollte nur auf einem Tablet wie beim Paketdienst üblich unterschreiben und hätte keine Ausfertigung erhalten, da diese vor Ort nicht ausdruckbar war, einen Drucker hatter der Monteur nicht dabei.
2. Die Arbeitszeit wurde von 07:30 bis 10:00 angegeben, also 2,5 Stunden obwohl die effektive Arbeitszeit nur wie oben bereits erwähnt 55 Minuten von 08:20 bit 09:15 betrug.
3. Die Felder für Fahrtkosten etc. waren in dem Formular nicht ausgefüllt
4. Diese Art der Angaben kam mir eigenartig vor, weil besagte Firma (allerdings mit einem anderen Monteur) bereits schon einmal an unserer Heizungsanlage zugange war, damals wurden aber sowohl die Zeiten, wenn auch aufgerundet, sowie die Fahrtkosten für die reine Anfahrt korrekt auf dem Leistungsnachweis angegeben und später auch so in Rechnung gestellt.

Zwischenzeitlich habe ich die Rechnung der Firma erhalten, es werden 2,5 Std. zu je € 73,50 berechnet sowie dazu 84 Fahrtkilometer zu je 0,75 € / km, was der An- und Abfahrtsstrecke in etwa entspricht. Außerdem eine Pauschale für ein Messgerät in Höhe von € 15,00, welches der Monteur wohl verwendet hat um seine Arbeit durchführen zu können.

Hier nun meine Fragen:

Ich habe selbst bereits etwas recherchiert und habe herausgefunden, dass es wohl gem. diversen Urteilen zulässig ist, bei Arbeiten von "unter einer bis zu wenigen Stunden" die An- und Abfahrtszeit als Arbeitszeit zu verrechnen. Es gibt hier wohl auch wiedersprüchliche Urteile, könnte ich bitte ein Akzenzeichen etc. erfahren, wo halbwegs verbindliche Informationen nachzulesen sind? Ich habe auch gelesen, dass ich als Kunde bereits bei Auftragserteilung auf diese Art der Verrechnung (also An-/Abfahrtzeit = Arbeitszeit) hingewiesen werden muss, ist dem so oder wir unterstellt, dass man so etwas als selbstverständlich erachtet?

Ist es weiterhin zulässig, sowohl diese Anfahrtszeit als Arbeitszeit zu verrechnen und zuzüglich hierzu noch Anfahrtskosten (hier auch die An- und Abfahrtskilometer? Ich habe die Strecke mit den gängigen Routenplanern wie maps.google.de und www.falk.de überprüft, beide Routenplaner geben die selbe Streckenlänge von 41,4 km (wohl aufgerundet einfach 42 km, deswegen insg. auf der Rechnung 84 km) an und eine Fahrzeit von jeweils (maximal, MIT Verkehr) etwa 40 Minuten. Rein rechnerisch bedeutet das, dass auch die Arbeits-Fahrzeit aufgerundet wurde.

Ist generell eine Abfahrtspauschale überhaupt zulässig, theoretisch könnte der selbe Monteur ja zu seinem nächsten Kunden im selben Ort bzw. nur wenige km entfernt fahren, die Abfahrtspauschale unterstellt ja, dass der Monteur zum Firmensitz zurückkehrt und dann von dort wieder zu seinem nächsten Auftrag startet.

Bin ich verpflichtet für das Werkzeug des Monteurs bzw. dessen "Bereitstellung" zu bezahlen, in diesem Fall das Meßgerät, was wohl ein Gaswarngerät o. ä. war, da wir eine Gasheizung haben.

Vielen Dank im Voraus für eine Auskunft zu meinen Fragen.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

"Ich habe selbst bereits etwas recherchiert und habe herausgefunden, dass es wohl gem. diversen Urteilen zulässig ist, bei Arbeiten von "unter einer bis zu wenigen Stunden" die An- und Abfahrtszeit als Arbeitszeit zu verrechnen. Es gibt hier wohl auch wiedersprüchliche Urteile, könnte ich bitte ein Akzenzeichen etc. erfahren, wo halbwegs verbindliche Informationen nachzulesen sind?"

Nein. Eine gesetzliche Regelung, wie viel die Handwerker für die Anfahrt verlangen dürfen, gibt es nicht. In der Regel ist eine Verrechnung als Arbeitszeit zulässig, mit einem Abschlag von 10-20 %.

Ich habe auch gelesen, dass ich als Kunde bereits bei Auftragserteilung auf diese Art der Verrechnung (also An-/Abfahrtzeit = Arbeitszeit) hingewiesen werden muss, ist dem so oder wir unterstellt, dass man so etwas als selbstverständlich erachtet?

Nein, ist kein Preis vereinbart, so kann der handwerker gem. § 632 BGB die "übliche" Vergütung verlangen. Eine Hinweispflicht besteht nicht, ausser der Handwerker verwendet AGB´s.

Ist es weiterhin zulässig, sowohl diese Anfahrtszeit als Arbeitszeit zu verrechnen und zuzüglich hierzu noch Anfahrtskosten (hier auch die An- und Abfahrtskilometer? Ich habe die Strecke mit den gängigen Routenplanern wie maps.google.de und www.falk.de überprüft, beide Routenplaner geben die selbe Streckenlänge von 41,4 km (wohl aufgerundet einfach 42 km, deswegen insg. auf der Rechnung 84 km) an und eine Fahrzeit von jeweils (maximal, MIT Verkehr) etwa 40 Minuten. Rein rechnerisch bedeutet das, dass auch die Arbeits-Fahrzeit aufgerundet wurde.

Es wäre wohl nicht unzulässig, da der Handwerker in der Zeit, wo er unterwegs war, nicht wo anders arbeiten konnte- es würde vertretbar sein, dies als Arbeitszeit zu werten. Da dies überdies Kosten verursacht hat ( Sprit, Unterhaltung eines Betriebsfahrzeuges ) ist es vertretbar, auch diese Kosten anzusetzen.

Ist generell eine Abfahrtspauschale überhaupt zulässig, theoretisch könnte der selbe Monteur ja zu seinem nächsten Kunden im selben Ort bzw. nur wenige km entfernt fahren, die Abfahrtspauschale unterstellt ja, dass der Monteur zum Firmensitz zurückkehrt und dann von dort wieder zu seinem nächsten Auftrag startet.

Dagegen könnte kein Kunde etwas machen, leider bietet das Gesetz dem keinen Einhalt.

Bin ich verpflichtet für das Werkzeug des Monteurs bzw. dessen "Bereitstellung" zu bezahlen, in diesem Fall das Meßgerät, was wohl ein Gaswarngerät o. ä. war, da wir eine Gasheizung haben.

Nein, diesen Posten würde ich nicht bezahlen. Ebenfalls könnten Sie nur die tatsächliche Arbeitszeit in Ansatz bringen, wobei zu berücksichtigen wäre, dass neben der Reisezeit auch die Fusswege in Ansatz gebracht werden könnten, so dass die Gerichte einem "Aufrunden" wohl stattgeben würden.

Vielen Dank im Voraus für eine Auskunft zu meinen Frage

Sehr gerne, auch wenn Sie nicht die Antwort erhalten haben, die Sie sich erhofft haben mögen. Die 2,5 Stunden werden wohl einer rechtlichen Prüfung standhalten, und der Fahrtpreis mit 0,75 Eur/km ist leider auch "üblich".

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 05.01.2016 | 11:23


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