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Haftbefehl....Schizophrenie???

22.09.2012 19:02 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Frau Anwältin,
Sehr geehrter Herr Anwalt,

Herr X ist wegen einer Bagatelle zu 11 Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe viel so hoch aus, da sie im härtesten Bundesland Deutschlands verhängt worden ist, und Herr X noch eine offene Reststrafenbewährung von 2 Jahren hat.
Nun Herr X ist ein bodenständiger Mensch der immer für seine Taten gerade stand. Daher auch die offene Reststrafenbewährung. Auch damals hat er sich durch den Stellungsbefehl in der JVA gestellt.
Nun wollte Herr X nicht an seinem verurteilten Bundesland die Strafe verbüßen und ist in ein lockereres Bundesland gezogen. Herr X wollte sich seiner Strafe würdig stellen. Bloß seit geraumer Zeit (es hört sich echt total bescheuert an aber es ist wirklich so) hört Herr X Stimmen, diese Stimmen machen ihm so Angst vor der bevorstehenden Haft, das er die HAftstrafe nicht antritt und abwartet was passiert. Nun kam zu Herr X die Polizei morgens. Herr X war alleine Zuhause, seine Frau war einkaufen. An der Tür klopfte es und es rief ein Mann hier ist die Polizei öffnen sie die Türe. Herr X war auf dem Weg zur Türe als die Stimmen wieder kamen, und ihm einredeten flüchten zu müssen. Herr X wohnte im 4 ten Stock und hat tierische Höhenangst. Die Stimmen haben ihn soweit gebracht das Herr X aus dem 4ten Stock ungesichert die Balkone hinunter geklettert ist und geflüchtet ist. Die Polizei hat durch die Wohnungsöffnung wohl gesehen das Herr X wohl kurz zu vor da war und über den Balkon abgehauen ist. Seitdem ist Herr X auf Flucht. Doch ein Leben auf Flucht ist auch nicht toll. Und Herr X hört diese Stimmen die ihn immer wieder daran hindern sich zu stellen. Eine Freundin des Herrn X begleitet und unterstützt Herr X bei der Flucht.
Ich kenne Herr X sehr gut und auch die Freundin die ihn begleitet.
Nun ist die Frage an Sie:

Ist es möglich Herrn X irgendwie aus der Situation legal heraus zu holen? Denn in meinen Augen ist er krank. Ich bin zwar kein Arzt aber kenne Herrn X viele Jahre. Und weiß wie sich Herr X seit seiner ersten Inhaftierung verändert hat, und auch seit seiner Entlassung in verschiedenen Situationen diese Stimmen hört.
Wenn eine Schitzophrenie vorliegen sollte ( Herr X war noch bei keinem Arzt diesbezüglich) ist dies doch eine geistige Erkrankung, und sollte doch berücksichtigt werden. Herr X ist inzwischen auch bereit sich behandeln zu lassen. Aber auf Grund des Haftbefehls hat er Angst zum Arzt zu gehen. Wenn er zu einem Arzt geht und sich behandeln lässt muss doch ein Amtsarzt das ganze doch auch bestätigen? Spätestens dann wird er doch "gefasst" Wie könnte man gesetzlich korrekt ihm in dieser Situation helfen?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gerne beantworten möchte.

Bitte beachten Sie dabei, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage anhand des von Ihnen dargestellten Sachverhaltes zu vermitteln. Eine persönliche Beratung und Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Das Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer vollständig anderen rechtlichen Beurteilung führen.

Den Sachverhalt verstehe ich so, dass ein Herr X wegen einer Bagatelle zu 11 Monaten Haft verurteilt worden ist. Die Haft soll auch angetreten werden, mittlerweile ist Herr X allerdings an Schizophrenie erkrankt und daher vor dem Haftantritt geflüchtet. Ihre Frage bezieht sich auf Hilfsmöglichkeiten für Herrn X.

Aus anwaltlicher Sicht rate ich Ihnen dazu Herrn X zu unterstützen eine/n Kollegin/en vor Ort, aufzusuchen, um die noch bestehenden rechtlichen Möglichkeiten anhand der Strafsache und des Urteils im Hinblick auf eine mögliche Aussetzung des Haftantritts bzw. einen späteren Haftantritts zu überprüfen. Dies kann ich anhand der vorliegenden Informationen leider nicht erfüllen.

Ebenso wird der oder die Kollegin, nach der unbedingt auch erforderlichen ärztlichen Einschätzung (Herr X muss nicht notwendigerweise zum Amtsarzt in diesem Stadium), beurteilen können, ob es rechtlich Aussicht auf Erfolg hat einen Antrag auf Vollzug der Haft in einer sozialtherapeutischen Anstalt bzw. Abteilung nach §§ 123,125 StVollzG zu stellen. Eventuell ist sogar eine Unterbringung nach § 136 StVollzG, in einem psychiatrischen Krankenhaus für Herrn X anzuraten.
Dies wären zwei Möglichkeiten die in einem Krankheitsfall, wie bei Herrn X unbedingt anzuraten sind, da dieser so im Rahmen seiner Haft behandelt werden könnte. In beiden Einrichtungen werden die Gefangenen therapeutisch und ärztlich betreut.

Die Haftstrafe jedenfalls wird Herr X, solange das Urteil nicht angefochten oder rechtskräftig aufgehoben wurde antreten müssen. Eine weitere Flucht ist nicht zu empfehlen.

Zudem möchte ich noch anmerken, dass keine Bedenken bestehen müssen einen Anwalt vor Ort aufzusuchen, da dieser zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet ist.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben. Bei Verständnisfragen können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Kristin Nözel
Rechtsanwältin

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