Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Grundpfandrechte in Zwangsversteigerung


07.08.2006 21:19 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Bei einer Zwangsversteigerung meines hälftigen Anteils an Haus und Grund wurden "bestehenbleibende Rechte" einer Bank berücksichtigt, die noch im Grundbuch eingetragen sind. Dadurch kam es zum Absinken der 5/10-Grenze sowie der 7/10-Grenze und zu einem Zuschlag bei einem geringen Gebot.

Mir ist allerdings aus einem mitgehörten Telefongespräch bekannt, dass die Bank (Hausbank meines Vaters, der gleichzeitig als Gläubiger und einziger Bieter in der Versteigerung auftrat) keine Forderungen hinsichtlich des Grundpfandrechts mehr stellen will. Auf schriftliche Anfrage des Rechtspflegers vor dem Termin, ob noch Ansprüche gestellt werden, äußerte sich die Bank nicht.So blieben im Grundbuch die "bestehenbleibende Rechte" eingetragen - mit den oben erwähnten Konsequenzen. Kann man im Rahmen einer Zuschlagsbeschwerde beim Beschwerdegericht (vermutlich Landgericht) den Antrag stellen, die Bank zu zwingen, sich zu der Frage zu äußern, ob Löschungsbewilligung erteilt wurde bzw. erteilt werden wird? Falls dies nicht möglich ist - und die Zuschlagsbeschwerde abgelehnt werden sollte, ist dann noch eine Klage gegen den ablehnenden Bescheid möglich - und im Rahmen dieser Klage die Bank zu zwingen, sich zu der Frage zu äußern, ob Löschungsbewilligung erteilt worden ist bzw. erteilt werden wird?
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes und aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Wenn die eingetragenen Grundpfandrechte im Zeitpunkt der Versteigerung noch bestanden haben, dann bietet eine Zuschlagsbeschwerde keine Aussicht auf Erfolg.

Mit Eintragung der Hypothek im Grundbuch ist das Grundstück belastet und es ergeben sich die entsprechenden Folgen in der Zwangsversteigerung in Bezug auf die erforderliche Höhe der Gebote. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Grundschuldgläubiger von diesen Rechten später Gebrauch machen oder nicht. Dies bleibt allein Ihnen überlassen. Als Eigentümer können Sie die Bank weder vor der Zwangsversteigerung dazu verpflichten sich über die zukünftige Verwertung der Sicherheit zu äußern, noch haben Sie nach der Versteigerung einen Anspruch darauf, dass die Bank Ihre Grundsicherheiten tatsächlich verwertet.

Eine andere Beurteilung ergäbe sich nur dann, wenn hier die Bank und Ihr Vater mit dem Ziel zusammengewirkt haben, dass Ihnen hieraus ein Schaden erwächst. Hierfür teilen Sie aber keine Anhaltspunkte mit.

Es fragt sich allerdings aus welchem Grund die Bank die Sicherheit evtl. nicht gegenüber Ihrem Vater verwerten will. Diese Entscheidung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem der Bestellung der Sicherheit zugrunde liegenden Rechtsgeschäft ihre Ursache haben. Evtl. ist ein Darlehensvertrag, für dessen Absicherung die Grundschuld einmal eingetragen worden ist, längst getilgt worden, so dass die Eigentümer gegenüber der Bank einen Anspruch auf Löschung der Grundschuld gehabt hätten. Dies wäre vor der Versteigerung zu prüfen gewesen. Sollte Ihr Vater von derartigen Umständen bereits während der Versteigerung Kenntnis gehabt haben, dann könnte über evtl. Ausgleichsansprüche nachgedacht werden. Hierzu liegen allerdings keine brauchbaren Erkenntnisse vor.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.

Bitte berücksichtigen Sie, dass die Beratung ausschließlich die von Ihnen mitgeteilten Informationen berücksichtigen kann. Bei Kenntnis aller relevanten Details des Sachverhaltes kann somit durchaus auch ein anderes Ergebnis zutreffend sein.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER