Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.629
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zwangsversteigerung - Lasten im Grundbuch Abt. II


| 24.02.2007 17:19 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von



Wir tragen uns mit dem Gedanken, ein Reihenhaus im Wege einer Zwangsversteigerung zu erwerben. Im Gutachten über den Verkehrswert des Objektes findet sich der Hinweis, dass im Grundbuch in Abt. II außer dem Zwangsversteigerungsvermerk folgende Last eingetagen ist:

"Vormerkung zur Sicherung eines bedingten Anspruchs auf Aufassung für Herrn XY."

Bei dem genannten Herrn handelt es ich um den ehemaligen Ehemann der Eigentümerin des Objektes, gegen die die Bank die Zwangsversteigerung betreibt und die das Haus privat zu Wohnzwecken nutzt.

Meine Frage ist nun, was diese Eintragung im Grundbuch genau bedeutet (etwa ein Vorkaufsrecht?) und welche Folgen sie für uns hat, sollten wir das Objekt bei der Versteigerung erwerben.
24.02.2007 | 19:51

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Der Eintrag

„Vormerkung zur Sicherung eines bedingten Anspruchs auf Auflassung für Herrn XY“

bedeutet, dass Herr XY für den Fall, dass irgend eine vertraglich vereinbarte Bedingung eintritt (von der wir nicht wissen, welche das ist) einen Anspruch auf Übertragung des Grundstücks hat § 883 BGB (den Text der Vorschrift füge ich als Anhang bei).

Das verhindert die Zwangsvollstreckung nicht, kann aber evtl. sehr unangenehme Folgen für den Erwerber haben. Je nachdem, ob der Anspruch des Gläubigers, der die Zwangsvollstreckung betreibt (z.B. der Bank) im Rang vor oder nach der bedingten Auflassungsvormerkung steht, könnte Herr XY gegen den Erwerber schlimmstenfalls sogar einen Anspruch auf Auflassung und Herausgabe der Immobilie haben. Wird Herr XY vor dem Zuschlag als Eigentümer eingetragen, wird die Zwangsversteigerung beendet, bestenfalls erlischt die Vormerkung nach § 91 ZVG und Herr XY hat lediglich einen Anspruch auf Wertersatz aus dem Versteigerungserlös.

Solange nicht absolut und zweifelsfrei klar ist, was da dahinter steckt, würde ich mir an Ihrer Stelle deshalb lieber eine andere Immobilie suchen.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

§ 883
Voraussetzungen und Wirkung der Vormerkung
(1) Zur Sicherung des Anspruchs auf Einräumung oder Aufhebung eines Rechts an einem Grundstück oder an einem das Grundstück belastenden Recht oder auf Änderung des Inhalts oder des Ranges eines solchen Rechts kann eine Vormerkung in das Grundbuch eingetragen werden. Die Eintragung einer Vormerkung ist auch zur Sicherung eines künftigen oder eines bedingten Anspruchs zulässig.
(2) Eine Verfügung, die nach der Eintragung der Vormerkung über das Grundstück oder das Recht getroffen wird, ist insoweit unwirksam, als sie den Anspruch vereiteln oder beeinträchtigen würde. Dies gilt auch, wenn die Verfügung im Wege der Zwangsvollstreckung oder der Arrestvollziehung oder durch den Insolvenzverwalter erfolgt.
(3) Der Rang des Rechts, auf dessen Einräumung der Anspruch gerichtet ist, bestimmt sich nach der Eintragung der Vormerkung.


Nachfrage vom Fragesteller 27.02.2007 | 13:04

Sehr geehrte Frau RA´ Koch,

nochmals vielen Dank für Ihre Antwort. Zur Sicherheit möchte ich doch noch eine Nachfrage stellen:

Die betreibende Gläubigerbank hat mir mitgeteilt, dass ihr in Abt. III des Grundbuchs eingetragenes Recht im Rang vor der bedingten Auflassungsvormerkung stehe. Daher, so die Aussage des Bankmitarbeiters, werde diese Vormerkung bei Zuschlagserteilung aus dem Grundbuch gelöscht. Die Vormerkung habe somit für den Ersteher keinerlei Folgen.

Kann ich mich auf diese Auskunft felsenfest verlassen?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.02.2007 | 14:54

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn das Recht der Bank im Rang vor der bedingten Auflasssungsvormerkung steht, fällt diese nicht ins geringste Gebot (§ 52 ZVG) und erlischt tatsächlich gem. § 91 ZVG mit dem Zuschlag.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die rasche und klare Antwort! "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Gabriele Koch »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Vielen Dank für die rasche und klare Antwort!


ANTWORT VON

106 Bewertungen

Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht