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Gewinne und Verluste in bestandskräftiger Steuererklärung rückwirkend angeben

| 21.08.2020 15:16 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrte Anwalt,

eine Person hat im Jahr 2017 Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften gemacht, die über dem Freibetrag liegen.

Dieser Gewinn wurde in der Steuererklärung für das Jahr 2017 nicht angegeben. Die Person will diesen Gewinn rückwirkend in der Steuererklärung für das Jahr 2017 angeben.

Im Jahr 2018 hat die Person durch private Veräußerungsgeschäfte einen großen Verlust gemacht. Dieser wurde in der Steuererklärung für das Jahr 2018 nicht geltend gemacht.

Beide Steuerbescheide sind bereits bestandskräftig.

Fragen:

1. Die Gewinne für das Jahr 2017 werden rückwirkend angegeben. Ist es möglich den Verlust für das Jahr 2018 geltend zu machen und mit dem Gewinn von dem Jahr 2017 zur verrechnen, obwohl beide Steuerbescheid bereits bestandskräftig sind? Der Verlust im Jahr 2018 im höher als der Gewinn im Jahr 2017.

2. Falls Punkt 1 zutrifft. Ist es möglich den verbliebenen Verlustbertrag auf die Folgejahre 2019, 2020, ... zu verrechnen?


Vielen Dank.

Einsatz editiert am 22.08.2020 09:31:45

23.08.2020 | 01:07

Antwort

von


(220)
Schevenstr. 1 a
01326 Dresden & Köln
Tel: 0351 65 888 350
Web: http://www.kanzleifricke.de
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

außerhalb von bestandskräftigen Steuerbescheiden kann eine nachträglich Änderung erst einmal nicht vorgenommen werden. Es gibt hiervon Ausnahmen. Bei Ihnen greifen die Änderungsvorschriften nach den §§ 172 ff AO .

Nach § 173 I Nr. 1 AO können die Tatsachen aus dem Jahre 2017 nachträglich verwertet werden und zu einer höheren Steuer herangezogen werden.

Nach 173 I Nr. 2 AO kann die Bestandskraft für das Folgejahr 2018 aber nicht durchbrochen werden und Ihnen damit eine Steuerentlastung gewährt werden. Grund: Das zuvorige Verschweigen steht als schuldhaftes Handeln einer Änderung zu Ihren Gunsten entgegen.

Solange auch die Steuerbescheide nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung nach § 164 AO ergangen sind, kommen Sie an die Änderung zu Ihren Gunsten leider nicht mehr heran.

MFG Fricke
RA


Rückfrage vom Fragesteller 23.08.2020 | 10:00

Sehr geehrter Herr Fricke,

vielen Dank für die Antwort. Ich habe jedoch noch eine Rückfrage zum Verständnis.

Verstehe ich es richtig:
Der Bescheid vom Jahr 2018 darf nicht geändert werden, da dies zu meinem Gunsten wäre. Wenn ich jedoch ebenfalls im Jahr 2018 Gewinne rückwirkend angeben würde (theoretisch), wäre das nicht zu meinem Gunsten und die Verluste von 2018 könnten dann doch geltend gemacht werden und mit den Gewinnen von 2017 und 2018 verrechnet werden?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.08.2020 | 12:56

Sehr geehrte Nachfragende,

mit der hypothetischen Änderung der Gewinne / Verluste für 2018 und 2017 ändern Sie maßgeblich die hiesige zuvorige Bewertungsbasis. Es gibt ein Kompensationsverbot im Steuerrecht, was für jeden Fall individuell zu bewerten ist. Ich möchte und darf hier als Anwalt nur ungern mit "Sachverhalten" herumspielen, die dann auf eine Gestaltung eines weiteren Problems in seiner Lösung hinauslaufen würden. Die Frage wurde oben beantwortet und ist erst einmal verlässlich. Prinzipiell sind Sie sogar nun nach § 153 AO verpflichtet, dem FA gegenüber den Sachverhalt - so wie in der Frage dargestellt - klarzustellen, siehe dort zur Ergänzungspflicht über die nachträgliche Berichtigung von Erklärungen.

Mit den Angaben bewegen Sie sich im Bereich des §§ 371 AO , was Sie beachten müssen, da Sie sich hier der Begehung einer Straftat bezichtigen würden.

MFG
Fricke

Ergänzung vom Anwalt 23.08.2020 | 18:31

Übrigens: eine Kollegin schrieb mir intern hier im Forum:

Sehr geehrter Herr Kollege, ungeachtet der Frage, wie die Verluste noch "unterzubringen" wären, befindet sich der Fragesteller im Hinblick auf 2017 (und jetzt auch noch 2018) doch wohl im Spannungsfeld zwischen § 153 AO und § 371 AO . Siehe dazu auch BMF-Schreiben vom 23. Mai 2016 (IV A 3 – S 0324/15/10001, IV A 4 – S 0324/14/10001, DStR 2016 S. 1218), das den Anwendungserlass zur Abgabenordnung (BStBl I 2014 S. 290, zuletzt geändert in BStBl I 2016 S. 155) um Erläuterungen zu § 153 AO ergänzt. Im Falle einer (noch wirksamen?) SA würde das Kompensationsverbot greifen hinsichtlich der Verluste. Ich denke, der Fragesteller bewegt sich hier auf dünnem Eis. Freundliche kollegiale Grüße! EvD

Bewertung des Fragestellers 23.08.2020 | 18:06

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.08.2020
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