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Gebrauchsspuren/Schäden am Parkett Abwälzbar auf Mieter?


| 10.02.2007 16:33 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Guten Tag,

ich bin im September 2006 nach 4 Jahren aus meiner alten Wohnung ausgezogen. Bei Auszug wurden im Protokoll Schäden am Parkett in der Küche

(wörtlich:"Fußboden Küche: erneuern (Vermieter/Mieter)-teilweise tiefe Löcher nacharbeiten-Parkett")

und im Wohnzimmer

(wörtlich:"Fußboden Wohnzimmer: schleifen-mehrere Bruchstellen)
festgestellt.

In beiden Fällen wurde nicht angezeigt wer nun für die Schäden aufkommen soll (siehe Küche: weder Mieter noch Vermieter wurde angekreutzt).
Auch der Paragraph "Die Arbeiten werden mit dem Einverständnis des Mieters in Auftrag gegeben. Der Mieter verpflichtet sich den Rechnungsbetrag 4 Wochen nach Rechnungslegung zu überweisen und die Ausführung bis zum Ablauf der Mietzeit zu ermöglichen." wurde vom Vermieter durchgestrichen.

Davon abgesehen gab es keine Vorbesichtigung. Daß heisst der Vermieter stellte mich bei Erstellung des Protokolls vor die Wahl entweder den Schaden selber zu regulieren und weiterhin Miete zu zahlen oder die Wohnung jetzt zu übergeben (Mietevertragende 30.09.06, Übergabeprotokoll 29.09.06) und für die Schadensregulierung aufzukommen.
Da ich aber der Meinung war, dass es sich um normale Gebrauchsspuren handelt, sagte ich ihm dass ich nicht glaube dass er so ohne weiteres die Kosten auf mich abwälzen könne und das Abschleifen und Versiegeln sowieso nicht Sache des Mieters ist. Er entgegnete nur dass hier ja wohl kein Abschleifen mehr ausreichen würde und man Parkettteile komplett ausbessern müsste. Welche Grösse (qm) und wieviele Teile wurden nicht festgehalten. Es war übrigens ein Freund von mir anwesend als Zeuge dieses Gesprächs. Ich weiß nicht ob das eventuell relevant ist.
Nun ja, ich hab dann das Übergabeprotokoll unterzeichnet weil ich keinen weiteren Monat Miete zahlen wollte und ich eben der Meinung war bzw bin nicht für die Gebrauchsspuren aufkommen zu müssen.
Ende Dezember bekam ich dann einen Brief von meiner Bank mit dem Hinweis, dass das Mietkautionskonto aufgelöst werden solle und sich der Vermieter ein Anrecht fürs Parkett von 450,78 Euro abziehen will. Ich habe dann am 16.1 Einspruch eingelegt den der Vermieter ignoriert hat bzw mir ohne Kommentar eine Rechnung vom Parkettbschaden zukommen lies. Das Parkett wurde nur Abgeschliffen und Versiegelt.
Ich habe dann dem Vermieter am 28.1. aufgefordert mir diesen Betrag bis zum 9.2.07. zurückzuüberweisen, weil ich es als nicht erwiesen sehe dass ich für diesen Schaden haftbar zumachen bin. Auch dieses Schreiben hat er ignoriert.

In meinen Augen muss ich die Kosten nicht tragen weil die Gebrauchsspuren/Schäden am Parkett "so gering" waren, dass ein Abschleifen ausgereicht hat. Erst wenn die Gebrauchsspuren/Schäden fahrlässig sind und so gross sind, dass abschleifen nicht ausreicht um den Schaden zu beheben, dann haftet der Mieter. Ggf. muss ein Gutachter darüber entscheiden. Und selbst dann hätte ich nur die Stellen bezahlen müssen die tatsächlich beschädigt gewesen sind. Der Parkettboden (geklebter Massivholz Mosaikparkett) wurde zum letzten mal kurz vor meinem Einzug renoviert. Also 2002.

Nun würde ich gern wissen ob es Sinn macht weiter dran zu bleiben oder sitzt der Vermieter am längeren Hebel? Muss ich das Geld in Höhe von 450,78 Euro einklagen? Was für Möglichkeiten und Fristen bleiben mir?

Vielen Dank im voraus
Mit freundlichen Grüssen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Es ist richtig, dass Sie nicht verpflichtet sind, den Parkettboden abzuschleifen und zu versiegeln.

Diese Arbeiten werden weder von den Schönheitsreparaturen umfasst, noch kann diese Verpflichtung dem Mieter durch Formularvertrag auferlegt werden.

Die durch vertragsmäßigen Gebrauch erforderlich werdende Instandsetzung des Parkettbodens obliegt also dem Vermieter. Erfahrungsgemäß ist von einer entsprechenden Abnutzung nach einer Gebrauchsdauer von ca. 15 Jahren auszugehen.

Eine entsprechende Verpflichtung des Mieters würde allenfalls dann in Betracht kommen, wenn der Parkettboden durch vertragswidrigen Gebrauch beschädigt bzw. instandsetzungsbedürftig ist. Kleine Kratzer bzw. Druckstellen sind hierzu sicher nicht ausreichend.

Da das Parkett aber laut Rechnung nur abgeschliffen und versiegelt wurde und keine sonstigen „Schadensbeseitigungsmaßnahmen“ aufgeführt sind, müssen Sie für diese Kosten nicht aufkommen.

Leider wird Ihnen nichts anderes üblich bleiben, als die Kaution einzuklagen. Der Anspruch auf Rückzahlung der Kaution unterliegt der regelmäßigen Verjährung von drei Jahren.

Gerne können Sie sich diesbezüglich an mich wenden.


Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.

Nachfrage vom Fragesteller 10.02.2007 | 20:21

Sehr geehrte Frau Reeder,

vielen Dank für Ihre Antwort. Soweit sieht alles gut aus. Was für Kosten kommen denn auf mich zu wenn ich das Geld mit Ihnen zusammen einklage?

Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.02.2007 | 13:40

Anwaltskosten:

Betreiben des Geschäfts im Klageverfahren ohne Terminsgebühr:

83,54 Euro



Betreiben des Geschäfts im Klageverfahren mit Terminsgebühr:

157,68 Euro
Ob ein Termin stattfindet oder nicht, bestimmt das Gericht.

Gerichtskosten:

3,0 Gerichtsgebühr: 105,00 Euro


Wenn Ihrem Klageantrag voll entsprochen wird, so muss der Gegner alle Kosten trage. Wenn Sie unterliegen, so müssen Sie alle Kosten trage. Hinzu kommen können noch die Anwaltskosten des Gegners.

Bewertung des Fragestellers |


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