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Fotografie Urheberrecht / Nutzungsrecht / Fotograf verlangt dass wir ihn erwähnen.


01.02.2018 23:50 |
Preis: 63,00 € |

Medienrecht


Beantwortet von



Hallo,

wir führen ein Modelabel im B2B Bereich und haben schon öfters mit einem Fotografen zusammengearbeitet. Dabei kommt es jedoch leider immer wieder zu Missverständnissen.

Der Fotograf wünscht, dass wir ihn im Impressum unserer Webseite sowie der gedruckten Kataloge erwähnen. Dies haben wir umgesetzt sind jedoch damit nicht ganz glücklich da wir dort eigentlich niemanden erwähnen möchten.

Dann wünscht der Fotograf auch dass wir ihn auf Instagram bei jedem Posting erwähnen wo wir die von ihm geschossenen Fotos posten.

Wir stellen die Fotos unserer Kleidung auch unseren Kunden zur Verfügung diese verwenden die Fotos dann auf Social Media Kanälen oder auf ihrer Webseite. Hier kommt es häufiger zu Problemen da der Fotograf auch dort wünscht dass er genannt wird oder dass zumindest unser Logo auf den Bildern als Wasserzeichen sichtbar ist. Da der Fotograf dann in dem Impressum unserer Webseite genannt ist, besteht dadurch ein Bezug zu ihm.

Jedoch haben wir darauf nicht immer Einfluss und können und wollen unsere Kunden nicht immer auffordern den Fotografen zu erwähnen oder nur Fotos mit unserem Wasserzeichen zu verwenden.

Wie ist hier die rechtliche Lage genau? Hat der Fotograf auf all diese Dinge Anspruch? Ich meine wenn ich große Werbeplakate von namenhaften Marken sehe ist dort ja auch nie ein Fotograf erwähnt oder wenn ein Modegeschäft Fotos von den angebotenen Marken verwendet, wird dort auch nicht der Fotograf genannt.

Wir hatten den Fotografen immer vorab informiert, dass wir die Fotos auch unseren Kunden zur Verwendung bereitstellen müssen. Gerade hierfür haben wir ja die Fotos auch erstellen lassen. Nun ist es aktuell wieder zu einem Streit gekommen da ein Kunde von uns die Fotos verwendet hat ohne den Fotografen oder unsere Marke zu nennen. Der Fotograf sagte mir daraufhin dass wir die Nutzungsrechte haben jedoch nicht unsere Kunden! Jedoch war das im Vorwege so abgesprochen bzw. hatte ich dem Fotografen immer wieder darauf hingewiesen dass wir die Fotos für unsere Kunden benötigen. Da ich das Nutzungsrecht habe, darf ich die Fotos doch wohl auch nutzen um diese unseren Kunden zur Verfügung stellen da ich kein eingeschränktes Nutzungsrecht habe oder?

Auf der Rechnung des Fotografen steht übrigens folgendes:

"(Wie vereinbart, enthält die Preispauschale die zeitliche und örtliche Uneingeschränktheit der
Bildaufnahmen und darf in allen Medien genutzt werden. Das Urheberrecht bleibt gesetzlich
unberührt. Rechtliche Folgen durch Veröffentlichungen werden an den Käufer abgetreten.)"

Ich freue mich auf Ihre Einschätzung hierzu und Ihren Vorschlag wie wir uns diesbezüglich in Zukunft verhalten sollen um derartige Missverständnisse zu vermeiden.

Vielen Dank
02.02.2018 | 02:08

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Solange der Fotograf nicht auf die Nennung seines Namens verzichtet hat, kann er leider durchaus verlangen, dass sein Name bei den Publikationen genannt wird. Das muß nicht zwingend beim Foto oder im Foto passieren, jedoch muß die Zuordnung des Fotos zum Namen erkennbar sein.

Die Klausel auf der Rechnung ist kein Verzicht in diesem Sinne, tatsächlich ist sie sehr zu Gunsten des Fotografen, da sie nicht aussagt, welche Rechte genau an Sie übertragen werden.

Für die Zukunft empfehle ich, einen Vertrag zu verwenden, der den Verzicht des Fotografen enthält und genau beschreibt, welche Rechte übertragen werden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 02.02.2018 | 07:48

Sehr geehrter Herr Weber,

bitte beantworten Sie meine Fragen genauer. In der Werbe oder Mode Branche ist es meiner Meinung nach völlig üblich, dass ein Fotograf nicht immer überall genannt wird. Wenn ich beispielsweise große Plakate von namenhaften Mode Labels sehe, ist dort nie der Fotograf genannt, auch in großen Mode Online Shops ist der Fotograf nie genannt weder auf Produkt noch auf Werbebildern.

Liegt das einfach daran, dass der Fotograf auf die Nennung verzichtet bzw. man dies vorher vertraglich festgelegt hat?

Reicht es wenn der Fotograf auf die Rechnung schreibt: "Ich verzichte auf meine Namentliche nennung wenn die Fotos durch Kunden des Auftragnehmers zu Werbezwecken verwendet werden." Oder wie müsste eine solche Formulierung aussehen?

Oder gibt es diesbezüglich einen Muster Vertrag der sowas regelt? Können Sie hier einen Vertrag empfehlen?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.02.2018 | 17:15

Sehr geehrter Ratsuchender,

gesetzlicher Knackpunkt ist der § 13 Urhebergesetz, laut dem der Fotograf bestimmen kann, ob und wie seine Urheberschaft an dem Bild gezeigt wird.

Es kommt weniger darauf an, was auf den publizierten Bilder zu sehen ist, sondern was in den Verträgen steht. Alle mir bekannten Verträge regeln das sehr detailliert, gerade um Situationen wie die Ihrige zu verhindern. Zudem werden die Fotografen, je bekannter sie sind, durchaus als Urheber dokumentiert.

Die von Ihnen vorgeschlagene Klausel ist etwas allgemein, sie lädt zu Streit darüber ein, wann Werbezwecke gegeben sind. So ist z.B. die Verwendung auf einem Zeitschriftencover oder zur Illustration eines Artikels kein Werbezweck. Auch Instagram-Posts sind nicht immer automatisch Werbung. Ich empfehle daher, einen unbedingten Verzicht festzuschreiben.

Musterverträge kann ich leider nicht empfehlen, es sollte ein maßgeschneiderter Vertrag sein.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt


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