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Flugverbindung verpasst wegen fehlerhaftem Flugplan - wer haftet für was?

25.05.2015 22:18 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Hallo,

über die Fa. Ebooker hatte ich die Reise MVD - GRU - FRA - DUS (23.09. - problemlos) und Rückreise DUS-LHR-GRU-MVD am 11.02. gebucht.

Der Hinflug erfolgte mit TAM & Lufthansa, der Rückflug mit Germanwings & TAM.
1x E-Ticketnummer, keine separaten Tickets. Ausstellende Airline laut Reiseplan: Lufthansa.

Für die Strecke DUS-LHR wurde der Flug durch Germanwings geleistet, die Stecke LHR-GRU mit der TAM. Es besteht (wie ich jetzt weiss) kein Codeshareabkommen, so dass ich die Koffer in LHR abholen, neu-einchecken und einen Terminalwechsel vornehmen musste.

Die Transitzeit wäre mit geplanten 1:25h evtl ausreichend für einen Codesharflug ohne Terminalwechsel, allerdings vollkommen unzureichend für Koffer abholen & neu einchecken. Dies wurde auch telefonisch von Ebooker und LH bei der späteren Reklamation bestätigt. TAM schliesst den Schalter 1h vor Abflug, so dass effektiv 25Minuten verblieben. Ergo wurde der Weiterflug verpasst.
(Der Germanwingsflug war pünktlich).

Lufthansa hat mich auf den nächsten freien Flug umgebucht, mit einer endgültigen Verspätung von ca 34Stunden. Unkosten für Übernachtung, Verpflegung wurden trotz Nachfrage nicht übernommen. (ca 250 Euro).

Innerhalb der Reklamationen verweisen die drei Parteien Lufthansa, Ebooker, Germanwings jedenfalls gegenseitig aufeinander als haftenden.

Ich möchte nun wissen, ob und wer für den entstandenden Schaden (Unkosten 250 Euro) und die Ansprüche aus Verspätung (600 Euro) haftet.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Beantwortung der Frage hängt davon ab, ob es sich um eine Buchung von Einzelflügen durch den Kunden handelt, oder ob bsp. im Buchungssystem Start- und Zielflughafen eingegeben wurde, und das Buchungssystem die Strecke anbot.

Im ersten Fall besteht keine Haftung, da der Passagier für die Einhaltung von Umsteigezeiten selbst verantwortlich ist.

Im zweiten Fall kann es ein Verschulden des ausführenden Luftfahrtunternehmens darstellen, wenn ein solches Laut Papier vorhanden ist. Gibt es kein ausführendes Luftfahrtunternehmen, nur dann käme eine Haftung des Vermittlers aus Verschulden in Betracht. Allerdings wird dann nur der tatsächliche Schaden ersetzt, und es erfolgt keine Ausgleichszahlung nach EU 241/2004 VO.

Erfolgen nun Zubringer- und Anschlussflug bei derselben Airline, greift die EU-Verordnung ohne weiteres (AG Bremen, Az. <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20C%207/07" target="_blank" class="djo_link" title="4 C 7/07 (4 zugeordnete Entscheidungen)">4 C 7/07</a>). Sind es verschiedene Fluggesellschaften mit oder ohne Codeshare, wird es indes schwierig. Schon bei einem Code-share-Flug ist nämlich nicht entscheidend, mit welchem Luftfahrtunternehmen der Beförderungsvertrag abgeschlossen wurde, sondern allein, welches Luftfahrtunternehmen den Flug durchgeführt hat. Da der TAM Flug pünktlich flog, gäbe es hier keinen Anspruch.

Die Vo 241/2004 Eu gilt für Flugverspätung, Annullierung oder Überbuchung bzw.verweigertem Boarding. Eine Verspätung eines Fluges lag jedoch nicht vor; der Fehler stammt aus fehlerhaftem Buchungssystem, so das ich bezweifeln muss, ob die genannte Eu-Verordnung für SIe Anwendung findet. Wäre dies nicht der Fall hätten Sie immerhin noch Anspruch auf Schadenersatz für die Unterkunft und andere, nachweisbare Auslagen.

Als Rechtsgurnd käme hier ein Mangel der Reise in Betracht, und zwar wegen Unmöglichkeit, da der Flug zu den verkauften Bedingungen nicht angetreten werden konnte (wenn zureffend und nachweisbar). Dann müsste ich Sie leider tatsächlich auf ein Vorgehen gegen Ebookers verweisen- diese aber treten lediglich als Vermittler auf und sind nicht Vertragspartner. "ebookers macht die Buchung in Ihrem Auftrag als Vermittler des/der jeweiligen Leistungsträger(s) und für Ihren Vertrag gelten dann die Geschäftsbedingungen des betreffenden Leistungsträgers, welche die Haftung Ihnen gegenüber beschränken oder ausschliessen können (oft gemäss verschiedenen geltenden internationalen Übereinkommen)." Tatsächlich ist unter dem Strich festzuhalten, dass- wenn Lufthansa als einheitliches ausführendes Luftfahrtunternehmen aufgeführt ist, für die zu knapp bemessene Zeit aus Organisationsverschulden Ansprüche dort gestellt werden müssen. Ist LH dies nicht, nur dann käme ebookers ( als Auffang-Anspruchsgegener ) wegen möglicherweise mangelhafter Vermittlungstätigkeit als Ihr Anspruchsgegner in Betracht.

Beim Vorgehen gegen Fluggesellschaften- auch die Lufthansa. ist übrigens Hartnäckigkeit geboten. Sie können davon ausgehen, dass die ersten 1-3 Schreiben abgewiesen werden.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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Also ist eine Ausreise ohne seine ausdrückliche ZUstimmung nicht möglich ? Was wenn er erst am Abflugtag seine ZUstimmung widerruft ? Alle 3 haben die deutsche Staatsbürgerschaft. ...
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