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Flugverspätung / Anschlussflug verpasst

26.06.2008 00:17 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger


Hallo,

wir haben heute folgenden Sachverhalt erlebt:
Im Internet haben wir uns eine Individualreise zusammengestellt und einzeln gebucht.
Den Hinflug buchten wir bei einer deutschen Fluggesellschaft mit Sitz in Berlin. Er sollte planmäßig am 25.6.08 um 10.50h von Hamburg zunächst nach Düsseldorf und um 13.00h von dort anschließend nach Los Angeles gehen.
Angekommen in Hamburg heute morgen um 08.00h, erklärten uns die Mitarbeiter der Fluggesellschaft, der Flug nach Düsseldorf könne wegen einer Startbahnsperrung nicht rechtzeitig starten. Somit würden wir unseren Anschlussflug nach Los Angeles verpassen und könnten demnach erst morgen weiterfliegen. Eine Erklärung für die Startbahnsperrung könnten uns die Mitarbeiter der Fluggesellschaft leider nicht geben, da sie die Info erst am heutigen morgen gegen 7.00h erhalten hätten.
Da wir zeitmäßig noch ein wenig Puffer hatten, hofften wir dennoch, den Flug ab Düsseldorf nach Los Angeles noch zu erwischen. Wir checkten ein und wunderten uns, dass wir nur bis Düsseldorf gebucht wurden. Wir wiesen darauf hin, dass wir den Anschlussflug nach Los Angeles doch vielleicht noch erreichen könnten, und wollten bis Los Angeles eingeschekt werden, aber dies lehnten die Flugabfertigungsmitarbeitern aus Hamburg ab.
So kamen wir um 13.10h in Düsseldorf an und wurden von den Düsseldorfer Abfertigungspersonal bereits mit Schildern, auf denen "Los Angeles" stand, empfangen. Man erklärte uns, dass sie auf Anweisung unserer Fluggesellschaft auf uns warteten, um uns in das noch wartende Flugzeug nach Los Angeles zu geleiten. Außer meiner Familie waren von diesem ganzen Vorfall bisher noch ca. 10 weitere Personen betroffen.
Nachdem wir nun aber von dem Hamburger Personal nur bis Düsseldorf eingescheckt worden sind, erklärte man uns, dass ein weitere Check-In zu viel Zeit kosten würde und wir nun doch mit dem Flug am nächsten Tag weiterfliegen müssten.
Daraufhin beschwerten wir uns über den gesamten Vorgang beim Bodenpersonal unserer Fluggesellschaft in Düsseldorf, wo wir sehr unfreundlich und wirklich pampig behandelt wurden. die Fluggesellschaft sieht keinen Fehler in ihrem Handeln und schiebt die Schuld auf den Flughafen Hamburg, der ja urplötzlich die Startbahn gesperrt habe. Wir sollten in einem Hotel einchecken (Betonung der Fluggesellschaft: Die Kosten werden aber NICHT übernommen) und heute abend zum Vorabend - Check-in kommen, man bucht uns jetzt auf den morgigen Flug um.
Beim Vorabend-Check-in mussten wir über 2 Stunden warten, um dann erneut vor einem inkompetenten Mitarbeiter der Fluggesellschaft zu stehen, der uns sagte, wir wären im System nicht erfasst und somit könnten wir nicht einchecken. Wir sollten morgen kommen, um die Angelegenheit weiter zu klären.
In der Zwischenzeit habe ich mich ein wenig im Internet erkundigt und bin auf eine Pressemitteilung des Hamburger Flughafens gestossen, in der angekündigt wird, die Start- und Landebahn I vom 23. Juni bis 29. Juni 08 wegen Sanierungsarbeiten zu sperren. Diese Pressemitteilung war vom 18.06.08.

Nun unsere Fragen:
Wir haben für den heutigen Tag bereits ein Hotelzimmer (Kosten: 200,00 Euro) sowie einen Mietwagen (anteilige Kosten: ca. 35 Euro) in Los Angeles gebucht. Zudem mussten wir uns hier am Airport in Düsseldorf ein Hotelzimmer für 135,00 Euro nehmen.
Und was ist mit dem entgangenen Urlaubstag?

Wer kommt für diese Kosten auf? Ist es realistisch, der Fluggesellschaft diese Kosten in Rechnung zu stellen? Ist es glaubwürdig, wenn die Fluggesellschaft aussagt, sie hätte erst heute morgen von der Sperrung erfahren, wenn die oben genannte Pressemitteilung bereits am 18.06.08 auf der Homepage des Hamburger Flughafens erschien?

Und ganz wichtig: Was machen wir, wenn wir, wie wir vermuten, morgen auch keinen Platz in der Maschine nach Los Angeles bekommen (z.B. weil sie voll ist?) Haben wir Anspruch auf einen Ersatzflug z.B. mit einer anderen Gesellschaft, und wenn ja, wer bezahlt diesen?

Wie würden Sie uns weiter raten, morgen zu verfahren? Anmerken möchten wir, dass wir mit unserer kleinen Tochter (20 Monate) reisen, für die diese ganze Angelegenheit natürlich sehr anstrengend ist.

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:


Zu überlegen ist zunächst, ob es sich um einen einheitlichen Flug handelt. Hiervon ist nach Ihrer Schilderung insoweit auszugehen , als dass Sie wohl durchgecheckt hät-ten werden können. Das sollte aber genau geprüft werden.

Davon ist abhängig, ob die Voraussetzungen der EU-Richtlinie 261/2004 erfüllt sind.

Wäre der Flug einheitlich, stünden Ihnen die Betreuungsleistungen, Ausgleichzahlungen und ggf. anderweitige Beförderung zu- sofern kein unerwartetes Ereignis vorliegt (s.u.)

Für den ersten Flug isoliert, sind die Voraussetzungen der Richtlinie wohl nicht erfüllt, da Verspätungen bis 2 Std. ersatzlos hinzunehmen sind. Bei zweiten Flug hätten Sie sich nicht rechtzeitig eingefunden, so dass auch hier kein Beförderungsanspruch besteht.

Unabhängig davon ist der vertragliche Schadenersatz zu prüfen. M.E. hat die Airline hier pflichtwidrig gehandelt, nachdem auf die bekannten Schwierigkeiten nicht hingewiesen wurde. Dies insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass Ihr Anschlussflug bekannt war. Hieraus können sich direkt Schadenersatzansprüche ergeben, insbesondere die Kosten der Verspätung (zusätzliche Hotelkosten etc.).

Melden Sie Schadenersatzansprüche auf jeden Fall bei der Airline an und fordern Sie die umgehende Beförderung. Drohen Sie bereits an, kostenpflichtig auf eine andere Airline umzusteigen, wenn die Beförderung nicht erfolgt.

Ansprüche auf vertanen Urlaub nach § 651 f BGB dürfte es nicht geben, da nach Ihrer Schilderung kein Pauschalreisevertrag vorliegt.

Lassen Sie unter Vorlage aller Unterlagen (bitte alles genau dokumentieren!) die Angelegenheit nach dem Urlaub anwaltlich prüfen und ggf. Ansprüche stellen.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.06.2008 | 14:54

Sehr geehrter Herr Steiniger,

wir haben den Flug bei der Airline als Flug von Hamburg nach Los Angeles gebucht, der mit Zwischenstop bwz. Umsteigen in Duesseldorf so von der Airline vorgegeben wurde. Handelt es sich demnach um einen einheitlichen Flug?
Koennen wir nur die zusaetzlichen Hotelkosten in Duesseldorf geltend machen? Was ist mit dem bereits bezahlten Hotel = Mietwagen in LA?\

Mit freundlichen Gruessen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.06.2008 | 15:00

Nach der hier möglichen eingeschränkten Bewertung ist wohl von einem einheitlichen Flug auszugehen.

Die zustätzlichen Hotelkosten wären erstattungsfähig, wobei die Kosten der Übernachtung in LA ja ohnehin entstanden wären (einmal im Hotel hätten Sie auf heden Fall bezahlen müssen). damit können diese Kosten auch nicht zweimal verlangt werden.

Der Mietwagen wäre ein zu ersetzender Schaden.

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