Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.861
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fahrerflucht - Selbstanzeige noch sinnvoll?

| 04.12.2012 14:49 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin


Hallo,

Samstag war ich zu schwungvoll beim Einparken in eine Parkbox und habe das Auto links von mir mit der Stoßstange geschrammt.
Nachdem ich mich von dem Schock erholt hatte bin ich weiter sitzen geblieben und habe mich auf die Suche nach Zettel und Stift in meinem Auto begeben.
- Es war ein häufig freqentierter Platz, daher sind mindestens 3 Zeugen vorhanden.-
Nachdem der gefundene Stift nicht ging, ging ich zu einem "Security"-Mann in der Nähe (c.a. 100 m) um mir einen Stift zu leihen; schrieb eine Örtlichkeit wo sich der Geschädigte bitte melden soll und kehrte zurück zum Auto um es an die Scheibe zu hängen.
Leider war der Geschädigte bis dahin weggefahren.
Komplett überfragt, was nun zu tun sei, ging ich auf Arbeit.

Ich würde mich nun gerne bei der Polizei melden, falls der Geschädigte nach mir sucht.
Jedoch fürchte ich nun eine Anzeige seitens der Polizei wegen Fahrerflucht.

Ist eine Selbstanzeige noch sinnvoll?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn Sie nun zur Polizei gehen, wird dies unweigerlich eine Anzeige wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB) nach sich ziehen, da weder das Hinterlassen eines Zettels (wenn es denn geklappt hätte), noch die Tage spätere Meldung bei der Polizei die grundsätzliche Strafbarkeit entfallen lassen.

Dass es ausreicht, einen Zettel zu hinterlassen, ist insofern ein recht weit verbreiteter Irrtum.

Natürlich würde der Umstand, dass Sie sich selbst bei der Polizei gemeldet haben, den Sachverhalt in milderem Licht erscheinen lassen, falls sich durch die Polizei (dazu müsste sich der Geschädigte melden bzw. Sie sein Kennzeichen mitteilen können) überhaupt ein strafrechtlich fassbarer Sachverhalt ermitteln lässt.

Faktisch sind Sie aber nicht gezwungen, sich selbst bei der Polizei zu belasten. Sollte sich der Geschädigte nicht bei der Polizei melden bzw. seinen Schaden nicht mit Sicherheit dem Parkplatz zuordnen können (etwa weil er ihn erst später bemerkt), wären Sie strafrechtlich nicht zur Verantwortung zu ziehen.

Wirklich sinnvoll wäre eine Selbstanzeige dann, wenn Sie sich sicher sind, dass einer der Zeuge Angaben zu Ihrem Fahrzeug und Ihrer Person als Fahrerin machen kann und dies ohnehin tun wird.

Solange die Zeugen den Unfall aber gesehen haben, aber sich insbesondere nicht Ihr Kennzeichen notiert haben, wäre es ohne Zweifel die "moralisch" sauberste Entscheidung, alles zun tun, um dem Geschädigten die Schadenswidergutmachung zu ermöglichen.

Strafrechtlich verpflichtet sind Sie dazu aber nicht, insbesondere würde die Strafbarkeit nicht entfallen, sondern ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet werden in dessen Rahmen Sie sich durch das freimütige Bekenntnis "ich wars" gleich der Mehrzahl Ihrer Verteidigungsmöglichkeiten beraubt hätten.

Nur am Rande sei daher auch darauf hingewiesen, dass bei einer Verurteilung aus § 142 StGB auch die Entziehung der Fahrerlaubnis sowie eine Sperrfrist für deren Neurteilung droht, §§ 69, 69a StGB.

Ich hoffe auf diesem Weg Ihre Entscheidungsfindung erleichtert zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2012 | 10:21

Kurze Nachfrage:
-Wie sollte sich der eingetragene Fahrzeughalter verhalten, der in diesem Fall nicht ich oder mein Ehepartner ist(-allerdings nutzen wir dieses Fahrzeug gewohnheitsmäßig), im Falle eines Bescheids.
-Welche weitere Konsequen hätte eine Verurteilung nach StGB - außer der direkten Strafe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2012 | 10:35

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte icbh Ihre Nachfrage, bin mir allerdings nicht sicher, was Sie mit einem "Bescheid" hier konkret meinen.

Wenn man den Halter als Beschuldigten anschreibt, ist er natürlich auf der sicheren Seite, wenn er einen Anwalt mit der Akteneinsicht und gegebenenfalls weiteren Vertretung beauftragt. Die Akteneinsicht hätte den Vorteil, dass auch Sie (wenn der Halter und Sie sich entsprechend austauschen) Informationen darüber erhalten würden, wie wahrscheinlich es ist, Sie als Fahrerin identifizieren zu können.

Kostenneutraler könnte der Halter aber auch zu den Vorwürfen schweigen. Die Zeugen dürften ja eine Frau als Fahrerin erkannt haben, damit ist die Verurteilung eines Mannes sehr unwahrscheinlich.

Wird er allerdings als Zeuge angeschrieben unmd um Auskunft gebeten, wer das Fahrzeug zur Tatzeit nutzte, wäre er grundsätzlich zur wahrheitsgemäßen Angabe verpflichtet, es sei denn er würde damit eine in § 52 StPO bezeichnete Person (z.B. Familienmitglied, Verlobte) belasten- dann müsste er keine Angaben machen, § 55 StPO.

Im Falle einer Verurteilung drohen neben einer Geldstrafe abhängig von der Schadenshöhe entweder die Entziehung der Fahrerlaubnis(Schäden ab ca. 1.500 €), verbunden mit einer Sperrfrist für die Neuerteilung, §§ 69, 69a StGB (im Regelfall mindestens sechs Monate) oder ein Fahrverbot von einem bis drei Monaten (Schäden unter 1.500 €).

Ich hoffe Ihre Nachfrage damit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 05.12.2012 | 10:42

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 05.12.2012 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Hervorragende sehr hilfreiche Antwort! Danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wunderbar, prompte Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre ausgesprochen kompetente und umfassende Bewertung des Sachverhalts. Sie haben mir für mein weiteres Vorgehen in der unerfreulichen Angelegenheit sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER