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Erst MDK und jetzt keinen Lohn

27.04.2015 14:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo

ich habe gekündigt zum 15. Mai weil ich ganz knapp vor Burn Out stand/stehe.
Ich wurde durch meinen Hausarzt krank geschrieben ab dem 16. April. (Am 15. April habe ich gekündigt)

Am selben Tag meiner Krankschreibung bekam ich eine böse Nachricht über Whattsapp, dass sie meine Krankheit anzweifelt und Montags rief mich der MDK an, dass ich zur Untersuchung muss. Dort war ich am vergangen Donnerstag, den 23. April.

Die Ärztin beim MDK bestätigt mir meine AU und auch die Dauer der AU bis 15. Mai.

Zwischenzeitlich rief meine Chefin bei meinem Mann an und behauptet dass ich meine Kolleginnen nicht ausreichend angelernt hätte für den fall dass ich ausfalle und dass diverse Passwörter etc. nicht vorliegen würden.

Passwörter: Dazu kann ich sagen dass ich immer das selbe Standard Passwort verwendet habe wie es meiner Chefin bekannt ist.

Anlernen: Dazu fehlte immer die Zeit und auch die Lust meiner Kolleginnen.

Weiter muss ich dazu sagen, dass ich 2 Jobs machen musste! Zum einen bin ich gelernte Zahnarzthelferin und mache die Abrechnung und Verwaltung in der Zahnarztpraxis meiner Chefin zum Anderen musste ich für den Mann meiner Chefin noch sämtliche Sekretariatsaufgeben übernehmen.

Dies ist auch der Grund wegen meiner Überforderung und AU.

Hat meine Chefin das recht meinen gesamten Lohn einzubehalten (für gesamten April und bis 15. Mai)???

Ich bin die Hauptverdienern da meine Mann BU Rente bezieht und wir haben Schulden.

Das Einbehalten des Lohnes würden starke Konsequenzen hinter sich ziehen.

Ich bitte um Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In Betracht kommt ein Zurückbehaltungsrecht. Dies bedeutet, Ihre Arbeitgeberin könnte den an Sie zu zahlenden Lohn so lange zurückhalten, bis Sie Ihren Verpflichtungen nachgekommen sind. Sie müssen also eine Pflicht aus dem Arbeitsvertrag verletzt haben.

Generell gilt folgendes:

Hat der Arbeitnehmer seine vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung erbracht, hat er auch einen Anspruch auf seinen verdienten Lohn. Dies gilt auch dann, wenn die Arbeitsleistung mangelhaft erbracht wird, da im Arbeitsverhältnis aufgrund des Fixschuldcharakters der Arbeitsleistung keine Nachbesserung in Betracht kommt.

Während einer Krankheit besteht die Pflicht zur Entgeltfortzahlung nach § 3 EntgFG: Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für 6 Wochen. In Betracht kommt ein Zurückbehaltungsrecht lediglich für den Fall, dass die Krankmeldung nicht oder nicht rechtzeitig vorgelegt wird.

Ein Zurückbehaltungsrecht kommt daher nur dann in Betracht, wenn die von Ihnen genannten Tätigkeiten hinsichtlich des Anlernens anderer Kollegen und der Bekanntgabe von Passwörtern zu Ihren arbeitsvertraglichen Pflichten gehört haben und Sie diese gar nicht erbracht haben. Ob dies der Fall ist, kann ich ohne Kenntnis der mit Ihnen vereinbarten Tätigkeiten noch nicht abschließend sagen. Gerne können Sie mir hierzu weitere Angaben machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 27.04.2015 | 15:43

Vielen Dank im Voraus.

Also die Krankmeldung wurde persönlich von meinem Mann vor Ort abgegeben.
Ich habe natürlich so weit es mir möglich war die Kolleginnen angelernt und die wichtigsten Passwörter in der Praxis in Ordnern oder der abschließbaren Geldkassette hinterlegt. Passwörter zu Onlineshops gelten hier doch nicht??? Wobei auch da immer "Unser Standard Passwort" benutzt wurde.
Gilt das Zurückbehaltungsrecht dann trotzdem?

Herzlichen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.04.2015 | 16:03

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Es kommt wie gesagt auf die vertragliche Vereinbarung an und inwieweit Sie zur Erbringung dieser Tätigkeiten verpflichtet waren. Hierzu können dann auch Online-Passwörter gehören. Sofern Sie aber die Tätigkeiten soweit möglich erbracht und die Passwörter hinterlegt haben, sehe ich hier keinen Grund Ihren Lohn zurückzuhalten. Hier müsste Ihre Arbeitgeberin schon darlegen, dass ihr dadurch auch ein Schaden entstanden ist.

Darüber hinaus unterliegt der Lohn soweit er unpfändbar ist, weder dem Zurückbehaltungsrecht, noch der Aufrechnung. Der Lohn ist also bis zur Pfändungsfreigrenze in jedem Fall auszuzahlen.

Sie sollten Ihre Arbeitgeberin daher, sofern Sie tatsächlich keinen Lohn erhalten, zur Zahlung auffordern.

Sollten Sie hierfür anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Meine Kontaktdaten finden Sie in meinem Profil.


Mit freundlichem Gruß
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

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