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Entfernen von Laminat bei Auszug


| 06.11.2006 08:40 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Wir sind Mieter einer 4-Zi-Wohnung und haben vor drei Monaten in zwei Räumen mit (mündlicher) Zustimmung des Vermieters Laminat auf dem Teppichboden verlegt. Das war Teil einer (mündlichen) Abmachung mit dem Vermieter. Der Vermieter hat seinen Teil der Abmachung (Badsanierung) danach nicht erfüllen wollen, weswegen wir ausziehen.

Darüber hinaus gehört uns das Laminat im Wohnzimmer, welches wir vom Vormieter per Kaufvertrag übernommen haben.

Der Vermieter würde gerne unser Laminat übernehmen, will uns aber keinen angemessenen Ablösepreis für das Laminat zahlen, weswegen wir das Laminat voraussichtlich entfernen werden.

Der Vermieter hat uns schon darauf hingewiesen, dass wir in diesem Fall sorgsam mit seinen (uralten) Teppichböden umgehen sollen.

Wir sind beim Verlegen des Laminats nicht besonders rücksichtsvoll bezüglich des Teppichbodens vorgegangen, weil wir selbstverständlich nicht damit gerechnet haben, dass wir fünf Monate später ausziehen.

Zum Teppichboden:
1.) In einem Zimmer liegt unter dem Laminat Teppichboden, der vom vorherigen Mieter verlegt wurde.
2.) In einem Zimmer wissen wir nicht, was drunter liegt, weil wir wie gasagt das Laminat vom Vormieter übernommen haben.
3.) Im dritten Zimmer liegt Teppichboden des Vermieters geschätzt zwischen 8 und 20 Jahren alt.

Die Frage ist:
Inwieweit können wir schadensersatzpflichtig für schmutzigen (z.B. Farbspritzer) oder möglicherweise gar beschädigten Teppichboden werden, wenn wir das Laminat entfernen?

Bitte bei der Beantwortung beachten, dass wir oben genannte Abmachungen praktisch nicht beweisen können.

Ich denke, im Fall 1.) ist es einfach. Dem Vermieter kann schwerlich Schaden entstehen, weil er den Teppichboden nicht bezahlt hat.

Im Fall 2.) wird es dem Vermieter schwerfallen, uns eine übermäßige Abnutzung bzw. eine Schuld nachzuweisen. Oder ist es hier gar rechtlich problematisch, das Laminat zu entfernen?

Zu Fall 3.) Ich vermute, wir müssten schlimmstenfalls den Zeitwert des Teppichbodens bezahlen. Wie hoch ist dieser in etwa prozentual vom Neuwert nach 5 oder 8 oder 10 Jahren?

Ich denke, dass der Mietvertrag hier keine große Rolle spielt,
aber vorsichtshalber der Link:
*****
Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Das Laminat gehört Ihnen und Sie können dieses jederzeit entfernen sofern keine anderweitige Abmachung mit dem Vermieter vorliegt.
Grundsätzlich haften Sie dem Vermieter für einen außerhalb der üblichen Abnutzung im Rahmen des Mietvertrages entstandenen Schaden an der Mietsache. Dies umfasst natürlich auch alte Teppiche.
Ob nun der Vermieter oder der Vormieter den Teppich bezahlt haben ist nur entscheidend wenn Sie vom Vormieter den Teppich übernommen hätten (Ablöse, Schenkung, etc.).

Andernfalls liegt wohl das Eigentum beim Vermieter, dieser ist dann auch berechtigt für Schäden entsprechenden Ersatz zu verlangen.
Sofern eine Beschmutzung / Beschädigung des Teppichs bei der Verlegung des Laminates absehbar war, wären Sie durch die Zusage des Vermieters mindest teilweise vom Schadenersatz befreit. Diese werden Sie allerdings im Streitfall beweisen müssen. Gelingt dies nicht wären Sie voll Ersatzpflichtig.

Die Schadenshöhe bemisst sich anhand des Zeitwertes. Der Vermieter müsste so gestellt werden als wenn der Schaden nicht eingetreten wäre. Eine Beurteilung kann von hier aus nicht erfolgen, da auch Abnutzungen etc. zu berücksichtigen sind.
Im Streitfalle müsste dies ein Gutachter klären. Sichern Sie evt. vor einem Auszug entsprechende Beweise (Fotos, etc.).

Der von Ihnen freundlicherweise zu Verfügung gestellte Ausschnitt des Mietvertrages (wohl Seite 1) beinhaltet keine Regelung zur vorliegenden Sache. Evt. finden Sie auf denen von Ihnen nicht zu Verfügung gestellten Seiten mehr hierzu.

In dem Mietvertrag steht ein anderer Name als der unter dem Sie sich hier registriert haben. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie für einen reibungslosen Einzug der Gebühren sorgen und den Namen entsprechend korrigieren.

Überlegen Sie sich ob Sie nicht besser einen geringeren Preis für das Laminat akzeptieren falls Sie für dieses keine anderweitige Verwendung haben.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2006 | 10:53

Sehr geehrter Herr Boukai,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Bei der Mietvertragsdatei handelt es sich um eine mehrseitige Tiff-Datei. Leider können nicht alle Programme, die Tiff-Dateien verarbeiten, auch mit mehrseitigen Tiff-Dateien umgehen. Vermutlich benutzen Sie eine solche Software und können die Seiten 2-6 nicht sehen. Da das Tiff-Format seit Jahren das Standardformat u.a. für eingescannte Dokumente ist, könnten Sie darüber nachdenken, sich einen Viewer zuzulegen, der dieses Format umfassend anzeigt.

Der unterschiedliche Name zwischen Anmeldung und Mietvertrag resultiert aus meiner Heirat während des Mietverhältnisses und der damit einhergehenden Namensänderung. Keine Angst, Sie werden ihr Geld erhalten.

Zu 1.)
Wenn ich recht nachdenke, fällt mir ein, dass der Teppich in dem einen Zimmer in der Ablöse vom Vormieter enthalten war und werde mich bemühen, entsprechende Beweismittel zu beschaffen.

Mein Hauptziel ist, dass der Vermieter nicht von seinem Vertrauensmissbrauch profitiert, auch wenn es sich aus meiner Sicht nicht um die kostenoptimale Möglichkeit handelt. Deswegen ist die letzte Variante, das Laminat in der Wohnung zu lassen. Unser Laminat ist die einzige hochwertige Ausstattung der Wohnung überhaupt.

Diese Nachfrage bezieht sich ausschließlich auf Punkt 3.)
Gerichte gehen von fünf bis zehn Jahren Lebenszeit für Teppichboden aus, habe ich gelesen. Ist das so richtig? Dann dürfte der Zeitwert für den Teppichboden ziemlich nahe bei Null liegen?

Gutachterkosten sind ein wichtiger Punkt. Kann der Vermieter einfach einen Gutachter beauftragen oder muss er mir oder meinem Anwalt erst eine Schadenshöhe nennen und z.B. Originalrechnungen vorlegen, bevor er das tun kann? Mir ist selbstverständlich klar, dass er immer einen Gutachter beauftragen kann. Also die Frage ist, ab wann ein Kostenrisiko für mich bezüglich der Gutachterkosten entsteht. Oder ist es wie bei Bagatellschäden beim Auto, dass unterhalb einer gewissen Schadensgrenze Gutachterkosten nicht erstattungsfähig sind? Gibt es dazu Rechtssprechung?

Vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2006 | 11:46

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in).

Nach zehn Jahren geht der Wert je nach Abnutzung und Material i.d.R. gegen Null.
Ein Gutachten wäre im Streitfall erst vor Gericht notwendig. Bei dem alten Teppich wird man aber wohl auch bei Gericht von der Bestellung eines teuren Gutachtens absehen. Die Kosten hierfür werden dann der unterliegenden Partei aufgebürdet.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

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