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Einzelhandel 6 Tage ein freier Tag

18.02.2017 11:19 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Hallo,

folgender Fall, bei dem ich als logisch denkender Mensch fast die Wände hoch laufe.

Frau X arbeitet im Einzelhandel.
Sie hat einen 37,5 Stundenvertrag, allerdings wenn die Schicht um 6:00 anfängt, muss sie um 5:30 bereits vor Ort sein, damit bis vor Öffnung das Obst einräumen kann z.b.
Die Schicht geht bis 14:00, jedoch vor 14:15 ist sie nie raus.
Halbe Stunde Pause ist enthalten, ob bezahlt oder unbezahlt ist erstmal egal, wenn bezahlt und dann Arbeitszeit, wäre es noch schlimmer.
Dies wäre dann zu prüfen.
Täglich Arbeitszeit also statt 7,5 also 8 bis 8,5 Stunden, da wenn Sie Spätdienst hat, auch erst um 20:30 den Laden verlässt.
Sie hat eine 6 Tagewoche! Hier ist immer ein freier Tag, der wechselt enthalten.

Ergo arbeitet Sie immer so 40 bis 41 Stunden die Woche, diese Überstunden sind mit dem normalen Gehalt abgegolten, sage ich jetzt einfach mal.

36 Tage Urlaub, für eine Woche Urlaub, muss Sie 6 Urlaubstage nehmen.

Nun folgendes.
Sie hat von Donnerstag bis Samstag 3 Tage Urlaub genommen und wollte den freien Tag gerne Mittwoch haben, die wurde rechtzeitig bekannt gegeben, da am Mittwoch ein Kurzurlaub gemacht werden soll und da liegen 6 bis 6,5 Stunden Autofahrt bevor.

War der Marktleitung bekannt!

Nun kommt der Oberhammer, wo mir der Kragen platzt.
Donnerstag wurde der Dienstplan von der Marktleitung bearbeitet und Frau X hat keinen freien Tag. Soll Mittwoch sogar bis 16:00 arbeiten, das bedeutet um 16:30 raus und bis man startet, dann ist es 17:00 Uhr plus 6,5 Autofahrt....

Mehr muss ich wohl nicht sagen. Das ist Schikane und sogar Mobbing!
Man muss dazu sagen Frau X ist seid 20 Jahren in diesem Konzern, ich kenne sie fast ein Jahr und habe mich oft darüber beschwert, dass sie fast jeden Samstag arbeiten muss.

Da jeder einen freien Tag hat, der immer wieder wechselt, hätte es niemals sein müssen, dass sie zu 95 % jeden Samstag arbeitet, das sagt mir mein logischer Menschenverstand. Wenn Sie Samstag arbeitet, muss ja jemand Samstag frei haben, da jede Vollzeitkraft einen Tag frei hat.
Wenn Sie Samstag erst um 20:30 aus dem Laden ist, bis man zu Hause angekommen ist, dann ist der Abend vorbei, wenn man dann Montag um 4:30 aufstehen muss, weil man um 6:00 anfängt, dann ist das der Sonntag auch kurz.

Keine 2 zusammenhängende Tage frei, in 10 seitdem ich sie kenne, nun erst zwei Stück!
Daher geht sie auch auf dem Zahnfleisch!
Aber ohne zu murren zieht sie es durch!

Aber nun reicht es! Ich empfinde dies als Mobbing!
Daher erstmal hier meine Frage, bevor ich diese Angelegenheit einem Arbeitsrechtler gebe, der den Konzern diesbezüglich anschreibt.

Darf die Marktleitung Gott spielen?

Also daher meine Frage, ist es richtig, dass Frau X keinen freien Tag bekommt?
Die Marktleitung meinte, sie hätte einen freien Tag bekommen, wenn Sie nur Freitag und Samstag Urlaub genommen hätte, der Mittwoch wäre zu viel!

Das ist doch absoluter Blödsinn!!!!
Dann bitte den Mittwoch als Urlaub streichen und als freien Tag eintragen, das spart eine Tag Urlaub?

Das ist doch völlig sinnfrei!

Meine Gedankengänge:

Wo ist der freie Tage?
52 Wochen pro Jahr
36 Tage Urlaub, bei 6 Tagewoche / 6 Wochen
52 – 6 =46 Restwochen
46 Restwochen = 46 freie Tage bei 6 Tage/Woche
46 x 5 Arbeitstage = 230 Tage Arbeit abzüglich Feiertage
Supergau:
Statt eine komplette Urlaubswoche, also 6 Tage, nur 12 x 3 Tage Urlaub.
Dies bedeutet:
Statt 46 freie Tage, nur 52 -12 = 40 Tage

6 Tage Mehrarbeit x 8 Stunden = 48 Überstunden pro Jahr da kein freier Tag?
Dies bedeutet über eine Woche Mehrarbeit zu den üblichem Überstunden, die mit dem Gehalt abgegolten werden.

Jeder Arbeitnehmer kann sich seinen Erholungsurlaub so wählen wie er möchte, selbstverständlich muss er auf die Belange des Betriebes Rücksicht nehmen.
Allerdings kann und darf es nicht sein, dass man ihm seinen freien Tag verwehrt und er dadurch auf das Jahr gerechnet 48 Stunden Mehrstunden leisten muss, die nicht abgegolten werden. Dies stellt einfach eine Ungerechtigkeit da, die nicht zulässig ist!

Bei einer 6 Tage/Woche, ist ein Tag als Freizeitausgleich zu gewähren.
Ab wann erhält man keinen freien Tag mehr?

Bei nur 2 statt 3 Urlaubstagen, wären dies 18 Wochen a 2 Tage Urlaub.
52 – 18 = 34 Restwochen = 34 freie Arbeitstage
46 – 34 = 12 freie Tage die fehlen
12 x 8 Stunden = 96 Stunden Mehrarbeit


Steht ihr der freie Tag zu oder nicht?
Steht er ihr deshalb nicht zu, weil sie statt 2, 3 Tage Urlaub genommen hat?
Marktleiterlogik?

Ich kenne die Antwort, da ich mich nun intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, aber möchte dies noch einmal schriftlich, dann kann Frau X es der Marktleitung unter die Nase legen, bevor ich darauf bestehe, wegen Mobbing Maßnahmen zu ergreifen!

Guten Morgen,

ich versuche mal, Ihre Fragen zu gut wie möglich zu beantworten, obwohl das angesichts Ihrer emotional sehr aufgeladenen Ausführungen schwer sein dürfte. Es wäre sicherlich viel hilfreicher, wenn Sie emotionslos lediglich die Fakten beschrieben und auf eigene Bewertungen verzichtet hätten.

Natürlich darf die Marktleitung nicht Gott spielen, sondern ist an den Arbeitsvertrag, etwaig geltende Tarifverträge, an die maßgeblichen Gesetze und an die einschlägige Rechtsprechung gebunden.

Gleichzeitig steht dem Arbeitgeber aber auch ein Weisungsrecht im Hinblick auf die Lage von freien Tagen zu.

Es ist grundsätzlich auch nicht richtig, dass Frau X keinen freien Tag bekommt.
Allgemein gesehen, steht ihr ein freier Tag zu, allein schon wegen der anscheinend vorhandenen vertraglichen Regelungen und der langjährigen Übung. Sie schreiben ja selber:

"Sie hat eine 6 Tagewoche! Hier ist immer ein freier Tag, der wechselt enthalten."


Ob allerdings die Versagung des konkreten Mittwoch unrechtmäßig ist, kann hier nicht abschließend beurteilt werden.

Freie Tage sind eben kein Urlaub, und für freie Tage gelten nicht die für Urlaub maßgeblichen Regelungen.

Es mag ja durchaus aus betrieblicher Sicht Gründe geben, aufgrund derer sie den freien Tag an diesem Mittwoch nicht nehmen kann.

Für die Annahme von Mobbing fehlen mir jedenfalls Anhaltspunkte.

Was die Urlaubsberechnung angeht, so geht auch das BUrlG von einer 6-Tage-Woche aus, vgl. § 3 Abs. 2 BUrlG.

Die Grenzen für die zulässige Mehrarbeit setzt das ArbZG in § 3.

Soweit erkennbar, werden diese Grenzen bei Frau X nicht überschritten.

Soweit sie dauerhaft mehr als die vertraglich festgelegten 37.5-Stunden arbeitet, ist es an ihr, dies zu unterbinden.

Mit freundlichen Grüßen






Nachfrage vom Fragesteller 19.02.2017 | 13:46

Sehr geehrter Herr Otto,

ich neige immer zu sehr langen Ausführungen und wenn ich Gefühl habe, man wird für blöd verkauft....

Bitte vergessen Sie Mobbing etc...

Ich habe nur eine Frag und benötige dafür eine verbindliche Antwort.

Ist es richtig, dass Frau X bei 2 Tagen Urlaub einen freien Tag bekommt, bei 3 Tagen Urlaub nicht?

Es handelt sich hier um eine große Einzelhandeskette, in Deutschland wohl zu den größten 4, ergo ist genug Personal vorhanden.

Sie müssten nun Freitag 2 Stunden länger arbeiten, damit Sie Mittwoch 2 Stunden früher gehen darf.

Wenn ihr Erscheinen betriebsbedingt erforderlich ist, wäre dies kein Problem, dann kann sie ja eine Woche später 2 freie Tage bekommen.

Mir geht es nur um den freien Tag, ob dieser einfach gestrichen werden darf oder nicht.

Es geht hier nicht um verschieben, es geht um streichen!
Egal ob der freie Tag nun Mittwoch oder Montag ist, es geht nur darum, dass sie keinen bekommen soll.

Wir würden jetzt z.b immer nur drei Tage Urlaub nehmen, das würde bedeuten 3 Tage arbeiten 3 x 8 = 24 Stunden plus 3 Tage Urlaub 3 x 8 = 24 Stunden, ergo 48 Stunden!

Entweder es gibt einen freien Tag, bei einer 6 Tagewoche und 37,5 Arbeitsstunden oder nicht!

Diesen gibt es nun seid Jahrzenten für alle Mitarbeiter!

Wieso gibt es diesen Tag nicht, wenn man drei Tage Urlaub nimmt?

Diese Frage wünsche ich gerne verbindlich beantwortet.

Arbeitsvertrag sagt nur 6 Tagewoche und 37,5 Stunden.

Bei einem Feiertag ist es doch auch so, wenn ein Feiertag in der Woche ist, erhält der Mitarbeiter trotzdem einen freien Tag.

Ich habe als Antwort erwartet:
Selbstverständlich steht Frau X der freie Tag zu!
Hier ist egal ob sie 2 oder 3 Tage Urlaub nimmt!
Aus betrieblichen Gründen kann der Tag verwehrt werden, aber dann sind es Überstunden.
Dies wäre auch der Fall, wenn Frau X 5 Tage arbeitet, damit bereits Ihre Stunden voll hat und dann noch einen 6.ten Tag zur Arbeit muss.

Dies wären dann doch Überstunden.

Daher meine einzige Frage:
steht der freie Tag nur bis zu zwei Urlaubstagen zu oder bei ihr nicht, weil Sie 3 Urlaubstage genommen hat?

Betriebliche Belange außer Acht lassen, wir reden hier über einen Konzern mit ca. 4000 Mitarbeitern, also kleinen Betrieb der ums Überleben kämpft.



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.02.2017 | 13:55

Der freie Tag hat mit den Urlaubstagen nichts zu tun.

Vielmehr ist der Urlaub losgelöst von der Frage der freien Tage zu bewerten.

Ihre Frage, ob der freie Tag "nur bis zu zwei Urlaubstagen zusteht", kann so nicht beantwortet werden.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 19.02.2017 1/5,0
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