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Chat- Verführung Minderjähriger?

29.04.2009 10:37 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf


Guten Morgen,

ist es strafbar, wenn man in einem Chat in einem Separee (also einem Bereich mit nur 2 Chattern) eine 17- Jährige Dame fragt, ob Sie Lust auf ein Telefonat mit sexuellem Inhalt hat?

Ein Bekannter hat im Internet in einem Chat mit einer 17-Jährigen gechattet. Irgendwann kam das Thema "Telefonsex" auf. Er fragte, ob Sie Lust hätte, dass Sie mit ja erwiderte, aber aus diversen Gründen jetzt nicht konnte. So verblieben die beiden ohne Streit, ohne irgendwelche Differenzen und ähnlichen Missstimmungen und verliessen das Separee!

Ein Operator des Chats hat sodann meinen Freund angeschrieben, dass er erfahren habe, dass er eine "Minderjährige" nach Telefonsex gefragt hätte. Dieser antwortete im Stress und sagte, wohlwissend, dass sie 17 Jahre alt war, dass es sich um einer 18-Jährige gehandelt habe. Daraufhin wurde er aus dem Chat verwiesen und sein Benutzerkonto auf Dauer (und nicht nur vorübergehend) gesperrt.

Mein Freund hat das nicht auf sich sitzen lassen wollen und dem Operator eine mail mit ca. folgendem Inhalt geschrieben: "Ist es strafbar, mit einer 17-Jährigen evtl. Telefonsex zu haben, wenn beide wollen? Wenn ja, dann entschuldige ich mich herzlich, da ich gedacht habe, dass die Grenze der Minderjährigkeit bei 16 Jahren liegt". Bisher hat mein Freund noch keine Antwort erhalten. Der Zutritt zum Chat bleibt gesperrt, wobei das völlig egal ist, weil er keinen Wert mehr auf das chatten in diesem Chat legt. EIne weitere Kontaktaufnahme ist meinem Freund nicht möglich, weil die ID des PC´s erkannt wird und er somit nicht mehr beim Chat einloggen kann.

Er will sich jetzt nur absichern, dass Ihm nicht irgendwas angehängt werden kann.
Was ist zu tun? Was kann passieren? Bzw. kann überhaupt was passieren?

Zur Info: beim Chat ist man nur mit Nick-Name ohne Adresse angemeldet. Die Operatoren (normale Chatter mit besonderen Rechten) sehen jedoch die IP-Adresse, die ggf. rückverfolgt werden kann.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Ihrer Sachverhaltschilderung kann nicht entnommen werden, dass sich Ihr Bekannter in irgendeiner Weise einer Straftat schuldig machte.
In Betracht käme allenfalls der sexuelle Missbrauch von Kindern, strafbar gemäß Paragraph 176 StGB (Strafgesetzbuch).
Allerdings war vorliegend kein sexueller Missbrauch von Kindern gegeben, da die Beteiligte im Alter von 17 Jahren kein Kind im Sinne der Vorschrift (§ 176 Absatz 1 StGB) war. Im Übrigen schilderten Sie, dass es letzten Endes nicht zum Telefonsex kam. Mithin läge allenfalls ein Versuch des sexuellen Missbrauchs von Kindern gemäß § 176 Absatz 4 Nr. 4 StGB vor, der in dieser Variante gemäß Absatz 6, zweiter Halbsatz, des betroffenen Paragraphen nicht strafbar ist.

Sollte dennoch wider Erwarten ein Ermittlungsverfahren gegen Ihren Bekannten eingeleitet werden, empfiehlt es sich dringend (!), dass dieser von seinem Schweigerecht Gebrauch und keine Angaben zur Sache macht. Hierzu ist er auch nicht verpflichtet. Die Ausübung des Schweigerechts darf ihm im weiteren Verlauf des Verfahrens nicht zum Nachteil gereichen.
Des Weiteren rate ich Ihrem Bekannten, im Falle eines Ermittlungsverfahrens einen im Strafrecht tätigen Rechtsanwalt mit seiner Strafverteidigung zu beauftragen und über diesen zunächst Akteneinsicht in die Ermittlungsakte zu nehmen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
Rechtsanwalt München Inkasso - Strafverteidiger München

Nachfrage vom Fragesteller 29.04.2009 | 13:06

Hallo Herr Kämpf,

vielen Dank für die ausführliche und schnelle Antwort. Jetzt stellt sich mir noch folgende Frage:

Ist unter Verführung Minderjähriger dann nur das Verführen von Kindern unter 14 Jahren zu verstehen? Ist das nicht auch, das Verführen von Jugendlichen bis 18 Jahren? So argumentierte anscheinend der Operator. Er sagte, dass er eine "Minderjährige" verführt haben soll. Mein Kumpel hat ja gedacht, dass ab 16 Jahren ein sexueller Kontakt erlaubt ist (sofern dies beide wollen!!!). Ist das so?

Ist es also prinzipiell erlaubt, mit Jugendlichen in solchen sexuellen Kontakt zu treten oder prinzipiell doch verboten, weil eine 17-Jährige nicht volljährig ist und noch unter das Jugendschutzgesetz fällt?!?!

Ich danke Ihnen vorab herzlich für Ihre Antwort! VIELEN VIELEN DANK!

Herzlichen Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2009 | 14:36

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, diese beantworte ich Ihnen wie folgt:

Der oder die Geschädigte eines sexuellen Missbrauchs von Kindern ist eine Person unter 14 Jahren (Kind), beim sexuellen Missbrauch von Jugendlichen eine solche unter 16 Jahren (Jugendliche (-r)).

Der rein mündliche Telefonsex (ohne die Vornahme sexueller Handlungen an oder von der Jugendlichen an Ihrem Bekannten oder einer dritten Personen) stellt keinen sexuellen Missbrauch von Jugendlichen, strafbar gemäß § 182 StGB, dar.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

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Rechtsanwalt München Strafrecht - Verkehrsrecht Anwalt München

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