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Im Chat als Mädchen ausgegeben - droht mir nun eine Strafe?

02.07.2011 08:00 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Hallo zusammen,

ich habe gestern mit einem Kumpel an meinem Rechner gechattet (also wir waren zusammen vor meinem Bildschirm und haben uns als eine Person eingeloggt). Wir beide haben uns in einem Chat als Mädchen mit dem Namen "Schulmaedchen14" ausgegeben, um Leute reinzulegen. Uns hat auch direkt ein älterer Typ angesprochen und uns ausgefragt, ob wir noch Jungfrau wären und wieso das, was wir anhätten, welche Farbe unsere Unterwäsche hat. Wir haben uns daraus einen Spass gemacht.

Kurze Zeit später hat uns ein anderer Chatter privat angeschrieben mit folgenden Satz:"Du wirst demnächst angezeigt. Wir wissen das du ein Mann bist"!Jetzt mache ich mir Sorgen. Ist es strafbar, dass wir uns als Mädchen ausgegeben haben? Und woher weiß er denn das wir Männer waren? Habe ich mich strafbar gemacht? Wie realistisch ist es das ich angezeigt werde?

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung.
02.07.2011 | 09:44

Antwort

von


(344)
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: http://www.rechthilfreich.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Anfrage via frag-einen-anwalt . Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür angedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Auf Grundlage Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage weiter wie folgt:

Ich vermag an Ihrem Handeln keine Strafbarkeit zu erkennen.

1. Anders verhielte es sich nur, wenn Sie z. B. versucht hätten durch die Identitätstäuschung einen Vermögensvorteil zu erlangen . Dies erfüllt dann u.U. den Straftatbestand des Betruges (§ 263 StGB, § 263a StGB).

2. Auch der Tatbestand einer Urkundenfälschung liegt nicht vor. Eine Urkundenfälschung begeht, wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht; vgl.: § 267 StGB. Als Urkunde im strafrechtlichen Sinne gilt jede verkörperte Gedankenerklärung, die zum Beweis einer rechtserheblichen Tatsache geeignet und bestimmt ist und ihren Aussteller erkennen lässt.

Selbst wenn die Chateinträge protokolliert wurden und man diese ausdruckt, so handelt es sich bei den gemachten Äußerungen zwar um "verkörperte Gedankenerklärungen".

Ihre Äußerungen waren jedoch nicht zum Beweis "einer rechtserheblichen Tatsache" geeignet und bestimmt, sodass keine Urkundenfälschung vorliegt.

3. Auch die Straftatbestände der Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB) und der Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung (§ 270 StGB) sind vorliegend nicht erfüllt.

Auch hier ist nämlich das von den Strafnormen geschützte Rechtsgut letztlich die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Rechts - und Beweisverkehrs.

Der Chat war jedoch privat Art.

Wer nur im gesellschaftlichen Umgang einen falschen Namen angibt, macht sich damit alleine wohl noch nicht strafbar.

Einen Straftatbestand, der das Verschleiern seiner Identität bzw. seines Geschlechts unter Strafe stellen würde, existiert im deutschen Strafgesetzbuch nicht.

Sie könnten jedoch gegen die Chatregeln des Forums verstoßen haben, was zum Ausschluss aus dem Forum führen könnte. Dies wäre jedoch in strafrechtlicher Hinsicht jedenfalls irrelevant.

Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion. Sollte die Staatsanwaltschaft gegen Sie wider Erwarten ein Ermittlungsverfahren eröffnen und Sie polizeilich vernehmen wollen, so sollten Sie einen Strafverteidiger, gerne auch mich, mit der Einsicht in die Ermittlungsakte beauftragen und zunächst keine Aussage bei der Polizei machen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Kohberger

ANTWORT VON

(344)

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