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Bruchteilgemeinschaft -Teilungsversteigerung oder Wohneigentümergemeinschaft?


| 17.08.2013 13:43 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Mann und ich sind seit 13 Jahren im Rahmen einer Bruchteilsgemeinschaft von vier Personen zu je einem Viertel Eigentümer eines Grundstücks, bebaut mit einem zwischenzeitlich vollsanierten, von allen Eigentümern selbstgenutzten Mehrfamilienhaus und einem baufälligen Nebengebäude.
Aufgrund von Interssenskonflikten mit den beiden Miteigentümern haben wir über die Jahre verschiedene Wege beschritten, die Probleme (Umgang mit dem gemeinsamen Eigentum, Investitionen zum Werterhalt, Verteilung von Nutzflächen etc.) zu klären. So haben wir auch in 2010 eine Mediation angestrengt, die leider von den Miteigentümern ergebnislos vorzeitig abgebrochen wurde. Seit Ende 2012 drohten die Miteigentümer mit Teilungsversteigerung zur Auflösung der Gemeinschaft, wir plädierten für eine Umwandlung in eine Wohneigentümergemeinschaft mit klar definiertem Gemeinschafts- und Sondereigentum. Das lehnten die Miteigentümer kategorisch ab, kündigten den Gemeinschaftsvertrag auf und einer der Eigentümer bot uns den Kauf seines bzw. beider Anteile an. Wir hofften, dass sich die Probleme anderweitig hätten lösen lassen, haben dann aber im Juni 2013 die Miteigentümer gebeten, uns ihren Wunschpreis zu nennen, für den sie bereit wären, ihre Eigentumsanteile am Anwesen an uns zu verkaufen. Sie benannten daraufhin ihren Preis, der weit über dem, im Rahmen eines Wertgutachtens 2011 festgestellten, Wert lag. Wir waren trotzdem mit dem Preis einverstanden und haben den Notar inklusive Verhandlungen zu den Vormulierungen im Kaufvertrag organisiert. Zum Beurkundungstermin erschienen die Miteigentümer auch, ließen aber aufgrund eines untergeordneten Vertragspunktes die Beurkundung platzen und teilten kurz darauf telefonisch mit, dass sie unmittelbar im Anschluss die Teilungsversteigerung beim Amtsgericht beantragt haben.
Lange Erklärung, kurze Frage: Auf welcher rechtlichen Grundlage und auf welchenm Wege können wir – da wir ja der Umwandlung des Eigentums in finanziellen Erlös vollumfänglich Rechnung tragen wollten – die Zwangsversteigerung verhindern (Widerspruch/Einspruch), da die Möglichkeit der außergerichtlichen Einigung vorhanden ist?

Vielen Dank im Voraus,
Herzlichst
Sehr geehrte Ratsuchende,


gemäß § 749 I kann die Aufhebung verlangt werden. Dieser im Gesetz manifestierte Aufhebungsanspruch kann auch vom Antragsteller letztlich durchgesetzt werden, ohne dass Sie als Antragsgegner dieses endgültig verhindern könnten. Es gibt also insoweit keinen Ausweg.


Sie können lediglich als Antragsgegner versuchen, die einstweilige Einstellung zu erreichen, wobei ein solcher Antrag innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Zustellung des Anordnungsbeschlusses gestellt werden muss.

Die einstweilige Einstellung des Verfahrens ist auf Antrag eines Miteigentümers auf die Dauer von längstens sechs Monaten anzuordnen, wenn dieses bei Abwägung der widerstreitenden Interessen angemessen erscheint, wobei eine einmalige Wiederholung der Einstellung möglich ist, so dass Sie bis zu einem Jahr die Einstellung bewilligt bekommen könnten.


Das bedeutet aber nun leider nicht, dass Sie damit die Gegenseite zu einem Verkauf bringen können. Einen - auch wirtschaftlich offenbar sinnvollen - Zwangsverkauf wird also kein Gericht zu Ihren Gunsten anordnen.


So - wirtschaftlich - erschreckend die Antwort ausfallen muss, so gnadenlos ist insoweit das Gesetz und die Rechtsprechung:

Sie können keinen Zwangsverkauf an sich erzwingen und Sie können - wenn die Gegenseite nicht einlenkt - die Teilungsversteigerung nicht verhindern.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
http://ra-bohle.blog.de/

Nachfrage vom Fragesteller 17.08.2013 | 14:39

Verstehe ich Sie richtig, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als dann der Zwangsversteigerung beizutreten, um den Prozess wenistens mitgestalten zu können?

Vielen Dank im Voraus,
herzlicht

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.08.2013 | 15:06

Sehr geehrte Ratsuchende,


leider haben Sie das richtig verstanden.


Wenn SIE den Antrag stellen, können Sie als Antragsteller das Verfahren gestalten und beeinflussen, auch den Antrag zurücknehmen.

Selbst als das Verfahren einzuleiten, wird sicherlich die beste - Ihnen noch verbleibende - Möglichkeit sein.

Gerne können wir auch ab Montag in dieser Sache nochmals telefonieren.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
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Bewertung des Fragestellers 17.08.2013 | 15:39


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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die freundliche Bewertung und viel Glück beim weiteren Vorgehen .... MfG RA Thomas Bohle