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Teilungsversteigerung nach Zwangsversteigerung einer Wohnungshälfte


14.02.2018 18:47 |
Preis: 78,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von



Ich besitze eine Wohnungshälfte mit Verkehrswert 50 000 €, die lastenfrei ist. Auf der anderen Hälfte meines Bruders sind Zwangshypotheken von ca. 90 000 € zzgl. Zinsen. Der Gläubiger, eine Stiftung, hat die Zwangsversteigerung beim Amtsgericht beantragt, Amtsgerichtsbeschluss liegt vor. Ich habe der Stiftung ein Kaufangebot über 50 000 € für die Wohnungshälfte gemacht, sofern die Stiftung dies Hälfte lastenfrei macht. Die Stiftung wird von zwei RA´s geführt, von denen einer meine Hälfte als Privatperson haben will und die Stiftung hat den Verkauf der anderen Wohnungshälfte lastenfrei an mich abgelehnt. Wenn diese Wohnungshälfte zur Versteigerung nicht lastenfrei gemacht wird, kann der neue Besitzer (aller Voraussicht nach die Stiftung oder evtl. der RA) die Teilungsversteigerung beantragen, bei der das gesamte Objekt versteigert wird.
Ursprünglich hat die Stiftung gesagt, dass sie die Wohnungshälfte nur lastenfrei versteigern lassen will, weil andernfalls niemand die Hälfte ersteigern würde. Inzwischen hält sich die Stiftung bedeckt.
Fragen:
1. Darf der neue Besitzer die Teilungsversteigerung beantragen, wenn auf seiner Hälfte eine Zwangshypothek ist, während meine Hälfte lastenfrei ist?
2. Kann ich für den Fall, dass die andere Hälfte samt Zwangshypothek versteigert wird, auf meine Hälfte eine Grundschuld von 100 000 € zu meinen Gunsten eintragen lassen und ist das notwendig? Brauche ich dazu einen Notar?
15.02.2018 | 11:52

Antwort

von


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01307 Dresden
Tel: 0351 - 479 60 900
Web: www.jagenburg.com
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Darf der neue Besitzer die Teilungsversteigerung beantragen, wenn auf seiner Hälfte eine Zwangshypothek ist, während meine Hälfte lastenfrei ist?


Hat Ihr Bruder seine Hälfte verkauft und war kein Vorkaufsrecht zu Ihren Gunsten eingetragen?

Wegen der Eröffnung der Teilungsversteigerung, gehe ich nicht davon aus.

Der Gläubiger Ihres Bruders tritt in dessen Rechte ein und kann deshalb die Teilungsversteigerung beantragen.


2. Kann ich für den Fall, dass die andere Hälfte samt Zwangshypothek versteigert wird, auf meine Hälfte eine Grundschuld von 100 000 € zu meinen Gunsten eintragen lassen und ist das notwendig? Brauche ich dazu einen Notar?

Es werden beide Teile, soweit nicht Dienstbarkeiten abgelöst werden, mit den eingetragenen Lasten versteigert.

Sie können bis zum Zuschlag Grundschulden auf Ihr Eigentumsanteil eintragen lassen. Sollten die Grundschulden jedoch nicht valutieren, steht je nach Konstellation Untreue im Raum.

Für die Eintragung von Grundschulden bedürfen Sie einer bestimmten Form, der öffentlichen Beglaubigung § 29 GBO. Deshalb werden Sie praktisch nicht ohne Notar eine Eintragung herbeiführen können.

Hinweis:

1.
Zwangssicherungshypotheken werden aufgrund eines Titels eingetragen. Sie können diese zu Gunsten Ihres Bruders ablösen und damit zum Erlöschen bringen. Die Kosten betragen dann aber sicher mehr als 90.000€.

2.
Sie können auch mitsteigern. Dabei ist auf die verbleibenden Zwangssicherungshypotheken zu achten. Im Übrigen sind sie jedoch begünstigt, da Sie die Hälfte des Erlöses zurück erhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Heiko Tautorus

Nachfrage vom Fragesteller 18.02.2018 | 14:58

Nachfrage, nicht eilig
Sehr geehrter Herr Tautorus,
Sie haben geschrieben:
„Sie können bis zum Zuschlag Grundschulden auf Ihr Eigentumsanteil eintragen lassen. Sollten die Grundschulden jedoch nicht valutieren, steht je nach Konstellation Untreue im Raum".
Frage hierzu: was heißt „die Grundschulden valutieren nicht" und was heißt je nach Konstellation steht Untreue im Raum?
Zu 2.
Wenn beide Wohnungshälften einer Teilungsversteigerung unterworfen werden, die zusammen einen Gesamtverkehrswert von 100.000 € haben und auf der anderen Hälfte Lasten von 110.000 € eingetragen sind, so wird mit Sicherheit der jetzige Gläubiger die gesamte Wohnung zu einem Preis von höchstens 4.000 € oder weniger ersteigern und ich würde für meine Wohnungshälfte höchstens 2.000 € erhalten. Ich hätte also meine Wohnungshälfte verloren. Für mich macht ein Mitsteigern keinen Sinn, weil ich dann in diesem Fall 114.000 € zzgl. Gebühren aufbringen müsste.
Würde mich eine Grundschuld auf meiner Wohnungshälfte zu meinen Gunsten von z. B. 100.000 € (wahrscheinlich besser 110.000 €) dagegen wirkungsvoll schützen?

ANTWORT VON

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