Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Brief per Einschreiben mit Rückschein, Ware nicht angekommen

19.05.2009 23:43 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Sehr geehrte Rechtsanwälte,

Meine Freundin und ich haben am 11.5 einen Brief und zwei Schlüssel mit einem Kompaktbrief per Einschreiben mit Rückschein verschickt.
Der Rückschein kam am 15.5 unterschrieben vom Empfänger zurück (er hat den Rückschein am 13.5 unterschrieben bei der Post).

1 Woche später 19.5. kam ein Brief vom Empfänger, er hat den Kompaktbrief bei der Post abgeholt, aber es befanden sich keine Schlüssel im Umschlag. Das Kuvert war seitlich beschädigt.

Jetzt ist meine Frage:
- er hat den Rückschein quittiert, da hätte er den Schaden doch schon bei der Post melden müssen?
- müssen wir jetzt für den Verlust haften?
d.h. die ganzen Schlösser und Schlüsse bezahlen?
Kommt für sowas eine Haftpflichtversicherung auf?

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Kanthack

-- Einsatz geändert am 20.05.2009 02:20:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Bei Ihrer Sachverhalsschilderung gehe ich zunächst davon aus, dass es sich um einen Schlüsselverlust im Rahmen eines Mietverhältnisses bzw. eines beendeten Mietverhältnisses handelt.

Mietern obliegt grundsätzlich die Sorgfaltspflicht, bei Auszug, sämtliche überlassene Schlüssel an den Vermieter auszuhändigen.

Im Ergebnis werden Sie leider für den Schlüsselverlust seitens des Vermieters haftbar gemacht werden können. Wenn nämlich der Schlüssel auf dem Versandweg verloren gegangen ist, sind Sie als Mieter dafür verantwortlich , da der sog. Leistungsort bei dem Vermieter liegt und Sie dafür Sorge tragen müssen, dass der Schlüssel bei ihm auch ankommt.

So obliegt Mietern die Sorgfaltspflicht, bei Auszug, sämtliche überlassene Schlüssel an den Vermieter auszuhändigen. Von dieser Pflicht wird der Mieter erst dann frei, wenn der Schlüssel in die Hände des Vermieters gelangt ist.

Dass der Vermieter den Rückschein quittiert hat ohne den Schaden bei der Post zu melden, schließt Schadensersatzansprüche des Vermieters gegen Sie nicht aus.

Solche Schadensersatzansprüche unterliegen nämlich grundsätzlich der dreijährigen Verjährungsfrist der §§ 195,199 BGB und können daher noch relativ lange Zeit nach dem Schlüsselverlust seitens des Vermieters bei Ihnen geltend gemacht werden.

Wie bereits ausgeführt, ist aus Sicht des Vermieters nämlich nicht die Post für die korrekte Lieferung der Schlüssel verantwortlich, sondern einzig und allein Sie als Mieter bzw. ehemaliger Mieter, so dass der Umstand, dass der Schaden nicht gleich bei der Post gemeldet wurde, Ansprüche gegen Sie nicht ausschließt.

Fraglich ist noch, wie umfangreich Ihre Haftung ist. Die komplette Schließanlage sowie alle Schlüssel müssen Sie grundsätzlich nur dann ersetzen, wenn mit dem auf dem Postweg verlorenen Schlüssel die gesamte Schließanlage auf und zugeschlossen werden konnte.

Ob dies der Fall ist, kann ich aus der Ferne leider nicht beurteilen. Sollte der Schlüssel beispielsweise nur zu einer Tür passen, so wäre auch nur diese Schleißanlage zu ersetzen.

Eine gute Haftpflichtversicherung kommt für Schlüsselverlust auf. Ob dies aber in Ihrem fall gegeben ist, kann erst nach Einsicht in den Versicherungsvertrag abschließend bewertet werden. Einige Versicherer schließen den Schlüsselverlust auch per AGB aus.

Um abschließende Klarheit in dieser Frage zu bekommen, sollten Sie den Versicherungsvertrag einsehen oder einfach bei der Haftpflichtversicherung anrufen und nachfragen.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Auch stehe ich Ihnen sehr gerne für eine weitergehende Interessenvertretung zur Verfügung. Den hier im Forum geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen im Fall einer Beauftragung in voller Höhe anrechnen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Mittwochmorgen!


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax 0471/3088316

Nachfrage vom Fragesteller 20.05.2009 | 09:51

Sehr geehrter Herr Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt,

ihr Beitrag hat mir sehr weiter geholfen.

In unserer Kündigung (Einstellungsvertrag in einem Pferdestall), wurde dem Hofbetreiber schriftlich darauf hingewiesen, das die Schlüssel per Einschreiben verschickt werden.
Er hat darauf kein Einspruch erhoben, wie sieht dann die Rechtslage aus?

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Kanthack

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.05.2009 | 10:43

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Leider ändert sich die Rechtslage aufgrund der Zusatzinformationen nicht. Es bleibt im Grundsatz dabei, dass Sie zur ordnungsgemäßen Rückgabe verpflichtet sind.

Allein aus dem Umstand, dass der Vermieter Ihrem Ansinnen, den Schlüssel per Einschreiben zurückzusenden nicht widersprochen hat, läßt sich meines Erachtens noch kein Mitverschulden des des Vermieters konstruieren, welches dazu führen könnte, dass die Schadensersatzzahlungen zu kürzen wären.

Anders würde das dann aussehen, wenn der Vermieter Sie aufgefordert hätte, die Schlüssel per Einschreiben zurückzusenden. Das ist aber nicht der Fall.

Nichtsdestotrotz sollten Sie bei einer Inanspruchnahme durch den Vermieter, insbesondere falls die Haftpflichtversicherung nicht greifen sollte, dennoch dieses Argument vorbringen (also Mitverschulden wegen fehlendem Widerspruch) und schauen, ob der Vermieter sich darauf einläßt.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag.

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla,Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68649 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Dr. Hoffmeyer konnte mir klar direkt und deutlich meine Frage beantworten und mir auch Tipps für weitere Schritte geben. Sehr nett und empfehlenswert ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Auch wenn mir die Antwort vom Ergebnis nicht gefällt wurde sie schnell und kompetent beantwortet. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen