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Betrugsopfer und ungewollte Beihilfe zur Geldwäsche im Ausland???


13.05.2007 00:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo,

Bitte entschuldigt, wenn ich die Geschichte etwas ausführlicher schildere. Vielleicht hilft dies auch anderen, nicht auf ähnliche Maschen hereinzufallen. Die Geschichte ist lang, die Fragen dafür kurz.

Wir betreiben einen Internethandel mit hochpreisigen Produkten. Unlängst erhielten wir aus Deutschland eine Anfrage für eine dreistellige Menge unserer Produkte, was uns erstmalig von allen finanziellen Sorgen befreit hätte und uns alle Möglichkeiten zur Expansion gegeben hätte.

Natürlich waren wir brennend interessiert und haben ein Angebot abgegeben. Daraufhin erhielten wir die Nachricht, dass der Anfrager nur Vermittler ist und der tatsächliche Kunde in Italien sitzt sowie eine Telefonnummer in Italien. Dieser potenzielle Kunde zeigte sich am Telefon sehr interessiert und schlug vor, sich in Rom zu treffen um die Details zu besprechen. Seine Geschäftspartner würden unsere Produkte in den arabischen Ländern vermarkten.

Natürlich flogen wir nach Rom, wurden von einer Limousine am Flughafen abgeholt und in ein teueres Hotel als Treffpunkt gebracht. Wir erzielten Einigung über Menge und Preis des Pakets. Da die Summe sehr hoch war verlangten wir eine Anzahlung in 6-stelliger Höhe. Unsere Partner waren einverstanden unter der Bedingung, dass wir zum Nachweis unserer eigenen Solvenz eine 5-stellige Summe in bar mitbringen sollten. Man bat uns dann noch, den Betrag möglichst in kleinen Scheinen mitzubringen, wir würden dann dafür den gleichen Betrag in großen Scheinen erhalten. Das würde ihnen das Wechseln ihres Geldes ersparen. Dies erschien uns zwar merkwürdig, aber in Anbetracht des verlockenden Geschäfts waren auch wir damit einverstanden. Einen Firmennamen oder eine Anschrift wussten wir bis dahin noch immer nicht.

Um unseren Nachweis zu erbringen mussten wir unsere gesamten Ersparnisse einsetzen und den Rest durch einen Kredit finanzieren. Dies reichte aber immer noch nur für ein Viertel der Summe. Somit vereinbarten wir später telefonisch mit unseren Kunden, dass sie ihre Anzahlung in 2 Teilen leisten sollte, so dass auch wir unseren Nachweis halbieren konnten. Unseren 2. Teil hätten wir dann aus der Vorauszahlung des Kunden vorzeigen können. Die Schlusszahlung sollte bei Lieferung erfolgen.

Wir fertigten einen Vertrag an sowie eine Quittung für die Ausfuhr des Geldbetrages aus Italien sowie ein Formular zur Aufnahme aller relevanten Daten unseres Kunden gem. GwG und sandten es unserem Kunden zum Ausfüllen. Kurz vor dem Termin zur Unterzeichnung und Geldübergabe – wieder in Italien – teilte uns unser Kunde mit, dass er alle Unterlagen bereit habe und sie uns beim Termin übergeben würde.

Wir hoben also alles Geld ab, nahmen die entsprechenden Bankbelege mit, um bei einer Kontrolle an der Grenze nachweisen zu können, dass es sich um legales Geld handelte. Der Treffpunkt war ein Café, angeblich weil wir dort mit dem Geld unter vielen Menschen sicherer waren. Kurz vor unserem Eintreffen teilte uns unser Kontaktmann telefonisch mit, dass er aufgrund unserer Verspätung zuerst einen anderen Termin wahrnehmen muss. Stattdessen würde sein Geschäftspartner mit allen Unterlagen dort auf uns warten.

Der Geschäftspartner war wirklich da und überreichte uns eine Mappe mit einer Fotokopie des Passes der (angeblichen) Käuferin und bat uns, alle Formulare mit diesen Daten auszufüllen. Die Käuferin käme später um die Papiere zu unterschreiben.

Kurz darauf rief unser Kontaktmann an, wir mögen unseren Geldbetrag in einer Toilette in eine von denen mitgebrachte Tasche tun und einem Kurier übergeben. Anschließend würden wir mit dem Geschäftspartner gemeinsam zu einem weiteren Treffpunkt fahren, wo wir die Unterschriften, deren Anzahlung sowie die Rückzahlung unseres Betrages erhalten sollten. Dies lehnten wir ab, weil wir zumindest bei der Übergabe unseres Betrags den Gegenwert erhalten wollten. Wenig später rief der Kontaktmann wieder an und erklärte, der Kurier würde mit deren Geld per PKW vorfahren, einer von uns sollte mit dem Geschäftspartner und unserem Geld zum Auto gehen und dort den Austausch vornehmen. Anschließend sollten wir mit einem Taxi gemeinsam zum 2. Treffpunkt fahren und dort den Rest erledigen.

Ich ging also mit dem Geschäftspartner zu dem wartenden Fahrzeug, der Fahrer zeigte ein in eine durchsichtige Plastiktüte verpacktes „Geldbündel“, der Geschäftspartner nahm meine Tasche mit unserem Geld, wühlte kurz darin herum, zeigte mir den Plastikbeutel in dem mehr oder weniger deutlich oben ein 500-€-Schein sichtbar war, rief etwas von „Polizia“, stopfte mir diesen hektisch in die Hosentasche und schob mich zurück in Richtung Café. Da mir die Vorgehensweise nun überhaupt nicht mehr geheuer vorkam ging ich sofort in eine Toilettenkabine um das Geld zu überprüfen. Mein Verdacht bestätigte sich: Oben auf dem Stapel lag eine 500-€-Note, alle Scheine darunter waren Fotokopien mit dem Aufdruck „Facsimile“. Dies alles ging so blitzschnell, dass ich weder die Möglichkeit hatte, dort die Tüte zu überprüfen oder mir das Kennzeichen zu merken. Als ich aus der Toilette heraus kam, waren Fahrzeug, Fahrer und Geschäftspartner mit unserem Geld verschwunden.

Da wir kein Italienisch konnten beschlossen wir, anstelle einer sofortigen Anzeige in Italien erst zu versuchen, von den Gangstern unser Geld zurück zu bekommen. Immerhin hatten wir 2 Telefonnummern, eine gmx-Email-Adresse, die Faksimiles und die Fingerabdrücke. Wir wurden bis zu unserer Abreise telefonisch hingehalten und beschlossen dann, die Anzeige erst in Deutschland aufzugeben.

Dies ist unsere Geschichte und ich weiß selbst, dass wir uns völlig naiv und saudumm angestellt haben. Aber was sollen wir jetzt in welcher Reihenfolge tun?

- Brauchen wir einen Anwalt, wenn ja weshalb?
- Bringt uns eine Anzeige unser Geld wieder?
- Wäre der Tausch von deutschen Euro gegen italienische Euro irgendwie illegal?
- Wie sollen wir vorgehen?

Ich weiß, dass selbst die Zeit des Lesens schon ein höheres Honorar wert wäre, bitte aber dennoch um eine fundierte Antwort, da wir nun durch eigene Dummheit ruiniert sind.

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Sehr geehrter Ratsuchender,
unter dem AUsschluss von steuerrechtlichen Aspenkten Ihrer Frage beantworte ich diese wie folgt.

Sie sollten auf jeden Fall einen Rechtsanwalt damit beauftragen, Strafantrag zu stellen. Ferner ist es angezeigt die PErsonalien der Italiener zu überprüfen.

Aufgrund der anwaltlichen Verschwiegenheit ist eine offene Kummunikation darüber hinaus nur im Rahmen der Erteilung eines Mandates möglich. Hier wird auch zum Geldwäschegesetz, den Formalitäten etc. Stellung zu nehmen sein, ebenso zu möglichen strafrechtlichen Risiken für Sie selbst und Ihren Geschäftspartner.

Ich biete Ihnen eine telefonische kurze Einweisung an, machen Sie hiervon bitte Gebrauch, näheres erfolgt per Email.


RA Kleber
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