Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Berechnung der Höhe der Nutzungsentschädigung

26.06.2008 23:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Nach der Scheidung vor 2 Jahren bewohne ich das gemeinsame, schuldenfreie Haus (jeweils halber Anteil) mit den Kindern, gehe arbeiten, erledige den Haushalt, pflege den Garten etc. Mündlich abgesprochen war eine unentgeltliche Nutzung durch mich bis zum Ausbildungsende der Kinder, da mein Ex-Mann weder Unterhalt für mich o. Kinder gezahlt hat. Statt dessen trug er die Hausnebenkosten wie Grundbesitzabgaben und die Verbrauchskosten wie Strom und Wasser. Die Unterhaltsansprüche sind jetzt erledigt, da die Kinder zwar noch in der Ausbildung sind, aber eine Ausbildungsvergütung erhalten. Vor 1 Jahr verlangte der Ex-Mannes schriftlich rückwirkend ab Scheidung eine Miete, nannte aber keine Summe. a) Gibt es eine Formel zur Berechung der Miete/ Nutzungsentschädigung? b) Muss ich diese tatsächlich rückwirkend zahlen? c) Bis wann gilt die mündliche Vereinbarung? d) Wann spricht man von Nutzungsentschädigung und wann von Mietvorteil? e) Habe ich ein Recht auf einen Mietvertrag?

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne beantworte ich ihre Anfrage wie folgt :

a.) Sie können den Mietwert ihres Hauses am besten anhand eines örtlichen Mietspiegels abschätzen. Es kommt dazu sowohl das Internet, wie auch ein örtliche Mieterschutzvereine oder ihre Stadtverwaltung als Informationsquelle in Betracht.
Wichtig ist hier, dass Sie das von ihnen genutzte Haus mit einem vergleichbaren Objekt im Mietspiegel vergleichen.
Ebenso ist zu bedenken, dass wegen dem tatsächlichen Mietvorteil gegenüber ihrem Ex-Mann nur der halbe Mietvorteil anzurechnen ist, da Sie ja zu 50% selber Eigentümer sind und somit ihr Ex-Mann ihnen nur seinen Anteil am Objekt vermieten kann.

b.) Grundsätzlich kann ein Mietvertrag auch mündlich geschlossen werden, so dass es theoretisch denkbar ist, dass Sie zu einer Miete, auch rückwirkend, verpflichtet sind. In ihrem Fall besteht jedoch der Einwand, dass nach der Scheidung vereinbart wurde, dass Sie eben Mietfrei in dem Haus verbleiben können. Insofern darf dann auch keine Miete rückwirkend verlangt werden. Problematisch an ihrem Fall ist letztlich nur die Frage, in wie weit die Vereinbarung des mietfreien Wohnens von ihnen bewiesen werden kann. Hier sollten Sie versuchen jedes Beweismittel, welches das mietfreie Wohnen belegen kann vorzutragen. Beispielsweise ist es widersprüchlich, dass ihr Exmann erst sämtliche Nebenkosten und vor allem Verbrauchskosten bezahlt und dann auf einmal eine anteilige Miete will. Wäre tatsächlich von Anfang an eine Miete vereinbart gewesen, so ist es normalerweise Sache des Mieters sich um Strom und dergleichen zu kümmern. Dieser Punkt spricht daher sehr dafür, dass tatsächlich eine mietfreie Nutzung, quasi als Unterhaltsersatz vereinbart war.

Was Sie in jedem Fall auch rückwirkend bezahlen müssen, ist ihr Anteil an den tatsächlich entstandenen Kosten des Hauses. Sie sind mit ihrem Exmann gemeinsam Eigentümer eines Hauses, soweit einer der Eigentümer Aufwendungen wegen des gemeinsamen Eigentumes hat, kann er diese grundsätzlich anteilig vom anderen Eigentümer ersetzt verlangen, dies betrifft beispielsweise die Abgaben. Hier würde nur dann etwas anderes gelten, wenn Sie beweisen können, dass auch Kosten die sich aus der Eigentumssitution ergeben von der Unterhaltsabrede gedeckt sein sollten.

c.) Mit der schriftlichen Aufforderung ihres Exmannes eine Miete zu wollen, besteht möglicherweise keine für die Zukunft geltende Zusage mehr für ein mietfreies Wohnen. Dies wäre nur dann anders zu bewerten, wenn Sie beweisen könnten, dass die mündliche Abrede bis zu einem gewissen festen Zeitpunkt geltend soll. Auch hier haben Sie aufgrund der Tatsache, dass alles immer nur mündlich vereinbart wurde, dass sogenannte Beweisrisiko.

d.) Der Ausdruck Mietvorteil wird vor allem im Unterhaltsrecht benutzt, beispielsweise wenn es um die Ermittlung der Einnahmen des Ehepartners geht. Der Ausdruck Nutzungsentschädigung wird für den Fall verwendet, das ein Mieter ein Mietobjekt ohne Mietvertrag weiternutzt und er dem Vermieter dann die verlorene Nutzungsmöglichkeit des Objektes ersetzen muss, quasi eine Miete ohne Mietvertrag.

e.) Mit der Aufforderung ihres Exmannes dass Sie eine echte Miete zahlen sollen, verlangt er ja selber einen Mietvertrag. Denn die Einigung auf eine Miete stellt eine der wesentlichen Punkte für die Vereinbarung eines Mietvertrages dar und sollte am besten schriftlich erfolgen.


Abschließend empfehle ich Ihnen :
- auf jedenfall zukünftige Vereinbarungen immer schriftlich zu treffen,
- ihrem Exmann für den Fall dass Sie einen Mietvertrag vereinbaren wollen, nur seinen hälftigen Anteil an einer angemessenen Miete zugestehen
- zu versuchen die mündliche Abrede des mietfreien Wohnens mit stichhaltigen Beweisen abzusichern

Bitte haben Sie dafür Verständnis das im Rahmen dieser Erstberatungsplattform nur eine erste Einschätzung ihrer Anfrage möglich ist und insbesondere das Hinzukommen bisher nicht genannter Umstände zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ich hoffe Ihnen geholfen haben zu können und stehe Ihnen über die Nachfragefunktion,per Mail oder telefonisch bei Rückfragen zur Verfügung.
Sollten Sie an einer Beauftragung interessiert sein, kann ich Ihnen anbieten das Beratungshonorar dieser Plattform auf eine weitergehende Beauftragung anzurechnen.



Mit freundlichen Grüßen


Holger Hafer
(Rechtsanwalt)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER