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Bank stellt bei Wertpapier keinen aktuellen Kurs, daher Verlust

| 10.04.2016 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Abend,

ich handele seit einigen Jahren an der Börse und sehr häufig mit Knock-Out-Papieren.
Vergangene Woche kaufte ich ein Knock-Out-Put-Papier mit dem Ziel es nach wenigen Minuten wieder zu verkaufen(Hebel 20).
Der Kauf war gegen 18 Uhr und das Produkt war von der Hypobank. Nachdem ich im Plus war wollte ich das Produkt über meine Depotbank(Consorsbank) wieder verkaufen. Nun wurde mir ab 19:25 Uhr kein aktueller Kurs mehr gestellt und ich konnte nicht verkaufen.
Meine Anrufe bei der Consorsbank ergaben einmal die Auskunft "Produkt ist am Knock-Out angekommen und daher wertlos". Daraufhin bat ich meinen Ansprechpartner doch bitte sich das Produkt anzusehen und das die Aussage falsch ist. Ich wurde auf den nächsten Tag verwiesen.
Später gab es einen aktuelleren Kurs seitens der Consorsbank und auch dort wollte ich verkaufen und wieder wurde meine Verkaufsorder nicht erfüllt, obwohl in der regulären Handelszeit. Mein zweiter Anruf wurde mit dem Hinweis das es wohl an der nicht vorhandenen Nachfrage gelegen haben muss. Darauf antwortete ich das ein Knock-Out eine Schuldverschreibung der Bank ist und die Bank während der regulären Handelszeiten aktuelle Kurse stellen muss und die Papiere zu diesem auch kaufen muss.
Nun habe ich einen Verlust von rund 5000 Euro realisiert(habe verkauft sobald es am nächsten Tag möglich war aufgrund er genannten Problematik). Nun vertröstet mich sowohl die Consorsbank als meine Depotbank als auch die Hypo(als Emmitentin) das man das schon regeln wird.
Ich rechne mit einer schwammigen Aussage und das schieben auf Gründe die mir letzten Endes nichts bringen.
Meine Frage daher an einen Fachanwalt: Gibt es sowas häufiger und wie ist die Rechtslage bzw. eine Vorgehensweise zu dieser Misere.

Vielen Dank vorab!
10.04.2016 | 22:13

Antwort

von


(99)
Bleichstraße 6
60313 Frankfurt am Main
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Zur Einschätzung der Sach- und Rechtslage wären die Vertragsbedingungen zwischen Ihnen und der Bank zunächst durchzusehen, insbesondere die Sonderbedingungen zum Wertpapiergeschäft. Meist bestehen Regelungen zu sog. ,,Mistrades", auf die sich Banken gerne berufen, wenn ein Wertpapierauftrag nicht zustande kommt. Darunter fallen nach manchen Börsenordnungen auch technische Systemfehler. Ein solcher mag hier gegebenenfalls vorgelegen haben.

Ob der ggf. technische Fehler bei der Börse oder der Bank bzw. dem Broker liegt, ist natürlich zu klären.

2. Im Einzelfall wäre dann zu prüfen, ob die verwendete Regelung, die sich hierzu verhält, wirksam vereinbart werden kann (im Rahmen einer AGB-Kontrolle).

3. Rechtlich handelt es sich beim Wertpapiergeschäft meist um ein Kommissionsgeschäft, bei welchem die Bank im Auftrag des Kommitenten Wertpapiere kauft und verkauft.

Die Bank könnte hier Pflichten aus dem Bankvertrag sowie dem Kommissionsvertrag verletzt haben. Nach § 384 HGB ist der Kommissionär ist verpflichtet, das übernommene Geschäft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns auszuführen; er hat hierbei das Interesse des Kommittenten wahrzunehmen und dessen Weisungen zu befolgen. Hieraus könnte sich eine vertragliche Pflichtverletzung ergeben, wenn die Bank das Ordersystem pflichtwidrig nicht einwandfrei zur Verfügung gestellt hat, die zur Haftung führen kann.

Zu diesem Problemkreis lesenswert ist die Entscheidung OLG Nürnberg, Urteil vom 10. Juli 2015 – 14 U 468/07.

Behauptet die Börse beispielsweise einen "mistrade", so ist die Bank bei Nichtbeachtung der formellen Voraussetzungen für die Geltendmachung eines Mistrades verpflichtet, die Mistrademeldung zurückzuweisen. Unterlässt sie dies so verletzt die Bank die ihrem Kunden gegenüber bestehenden Sorgfaltspflichten grob fahrlässig.

LG Itzehoe, Urteil vom 12. Januar 2006 – 7 O 292/05.

Ob hier ein solcher Fall des "mistrades" vorliegt, ist natürlich nicht klar.

4. Problematisch könnte hier die Beweisbarkeit der von Ihnen geschilderten Umstände der Funktionsunfähigkeit des Systems sein, wenn die Bank bestreiten sollte, dass der Verkauf der Papiere zeitweise nicht möglich war. Hierzu müsste man prüfen, ob die Bank aus dem Kommissionsvertrag auch eine Pflicht trifft, Ihre Systeme insoweit offenzulegen. Gegebenenfalls liegt Ihnen aber auch bereits Korrespondenz vor, in welcher die Bank den Fehler zugibt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Christian Schilling

Ergänzung vom Anwalt 14.04.2016 | 12:35

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Bewertung des Fragestellers 13.04.2016 | 23:06

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"Ich bekam eine schnelle und sachbezogene Antwort auf meine Frage. Da meine Problematik sehr fachbezogen und ziemlich komplex ist, kann in einer einzigen Stellungnahme zu meiner Frage keine exakte Aussage getroffen werden.
Mir kam der Anwalt jedoch nicht übertrieben, nach dem Motto: "Wir schaffen das" vor sondern sachlich und fallbezogen. Mir ist das lieber, da es aus meiner Erfahrung heraus zuviele Anwälte gibt die Ihren Mandanten sehr viel versprechen und jemand der mir subjektiv ein gutes Gefühl gibt obwohl es objektiv eben anders aussieht brauche ich nicht. "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 13.04.2016
5/5,0

Ich bekam eine schnelle und sachbezogene Antwort auf meine Frage. Da meine Problematik sehr fachbezogen und ziemlich komplex ist, kann in einer einzigen Stellungnahme zu meiner Frage keine exakte Aussage getroffen werden.
Mir kam der Anwalt jedoch nicht übertrieben, nach dem Motto: "Wir schaffen das" vor sondern sachlich und fallbezogen. Mir ist das lieber, da es aus meiner Erfahrung heraus zuviele Anwälte gibt die Ihren Mandanten sehr viel versprechen und jemand der mir subjektiv ein gutes Gefühl gibt obwohl es objektiv eben anders aussieht brauche ich nicht.


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