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Autoverkauf von Privat an händler, danach Auftreten eines Defekts

| 18.11.2010 16:18 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Guten Tag,

ich habe vorgestern mein im Internet inseriertes Auto an einen Händler aus Erfurt verkauft. Das Auto war ursprünglich für TEUR 5 inseriert. Aufgrund des Risikos, dass der Händler eingeht wenn er ein Fahrzeug ungesehen kauft, hat er mich entsprechend auf TEUR 4 runtergehandelt. Ich bin auf den Deal eingegangen, da ich mein Auto so schnell wie möglich verkaufen musste.
Der Käufer hat sich das Auto dann bei Übergabe auch gar nicht weiter angeschaut, sondern es direkt mitgenommen. Nach zwei Stunden wurden wir telefonisch darüber informiert, dass das Auto fahruntüchtig bei Frankfurt auf einem Rastplätze stünde mit einer wahrscheinlich kaputten Zylinderkopfdichtung.
Am nächsten Tag wurde ich aufgefordert dem Händler TEUR 1 zu überweisen oder den Kaufvertrag rückabzuwickeln. Als ich den Händler darauf aufmerksam gemacht habe, dass ich seiner Forderung nicht nachkommen werde da

1) im Kaufvertrag die Sachmängelhaftung ausgeschlossen wurde, außer bei arglistiger Täuschung oder grober Fahrlässigkeit und

2) ich nichts von dem Mangel gewußt habe,

hat er mir mit Anfertigung eines Gutachtens und Hinzuziehung seines Rechtsbeistands gedroht.

Ich muß dazu sagen, dass ich vor einer Woche noch wegen eines Defekts der Zündspulen in der Werkstatt war, wovon der Händler allerdings nichts weiß. Der Werkstattmeister hat mir heute nochmal telefonisch versichert, dass vor einer Woche noch kein Defekt der Zylinderkopfdichtung ersichtlich war und ich als Laie einen solchen Schaden erst recht nicht erkennen kann.
Das Auto wurde auch erst vor 2,5 Wochen neu TÜV gemacht.

Leider war der Wagen nie in der Inspektion und der Ölwechsel ist auch schon eine Weile her. Ich befürchte, dass der Händler mir daraus einen Strick dreht und mir unterstellt, dass der Wagen nicht ordnungsgemäß gewartet ist und somit der Sachverhalt der groben Fahrlässigkeit vorliegt.

Darüber hinaus ist der Wagen noch auf mich angemeldet. Kann ich den Händler irgendwie dazu zwingen, den PKW abzumelden? Bspw. durch Anzeige bei der Polizei?

Die Frage die sich mir stellt, ist, ob der Händler überhaupt eine Chance auf Erfolg hat und ich besser die TEUR 1 überweise oder ob ich es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen soll?

Vielen Dank für die Rückantwort im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Meine Erachtens dürfte der Händler hier nicht erfolgversprechend gegen Sie vorgehen können, so dass Sie es im Zweifel auch auf einen Prozess ankommen lassen können. Denn Sie haben nach Ihrer Schilderung das Auto unter Ausschluß jedlicher Gewährleistungt verkauft. Dies bedeutet einen Haftungsausschluß, der auch schwere Mängel mit umfaßt.

Darüber hinaus müsste der Händler Ihnen im Streitfall gemäß § 434 Abs.1 Satz 1 BGB auch beweisen können, dass ein Defekt des Zylinderkopfes bereits bei Übergabe des Fahrzeugs vorgelegen hat. Denn mit Übergabe des Pkw geht die Gefahr der zufälligen Verschlechterung gemäß § 446 BGB auf den Käufer über. Da nach Ihrer Schilderung die Zylinderkopfprobleme erst nach der Übergabe des Fahrzeugs aufgetreten sind und sogar beim vorherigen Werkstattbesuch nachweislich nicht vorlagen, wird dem Händler dieser Nachweis wohl kaum gelingen.

Zwar gilt ein solcher Gewährleistungsausschluß richtigerweise nicht bei Arglist, also in Ihrem Fall bei Kenntnis oder grob fahrlässiger Unkenntnis. Aber auch diesen Umstand, also das Wissen um den Defekt bei Verkauf, müsste Ihnen der Händler nachweisen können. Dieser Nachweis wird ihm bzw. einem Gutachter ebenso kaum gelingen, zumal Sie zudem sogar das Gegenteil durch eine Zeugenaussage des Werkstattbesitzers, welcher den Wagen noch kurz vor dem Verkauf anderweitig repariert hatte, beweisen könnten.

Vor diesem Hintergrund können Sie es meines Erachtens also ruhig „darauf ankommen lassen". Rein vorsorglich sollten Sie aber sowohl der Zulassunsgstelle als auch dem Finanzamt den Kaufvertrag nebst Mitteilung übersenden, dass sie nicht mehr Eigentümer des Fahrzeugs sind und damit verbunden um eine Abmeldung des Autos ersuchen. Eine anderweitige Möglichkeit, den Händler hierzu zu zwingen, ist insoweit leider nicht ersichtlich.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.11.2010 | 14:11

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