Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Aufenthaltsgenehmigung meiner schwangeren Freundin in Deutschland


27.10.2005 09:50 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht



Sehr geehrter Anwalt(in),
am 11.10 ist meine kolumbianische Freundin in Deutschland mit einem Touristenvisum eingereist. Dieses hatten wir im August beantragt, bevor wir wussten, dass sie schwanger ist. Die Schwangerschaft hat sich in Kolumbien als kompliziert dargstellt, es traten verschiedentlich Blutungen auf, so dass sie seit der Schwangerschaft eigentlich fast ausschliesslich im Bett liegen musste. Ich habe sie dann am 10.10 in Kolumbien abgeholt und wir sind nach Deutschland eingereist. Das Touristenvisum laeuft noch bis 23.11.
Die Auslaenderbehoerde sagte uns, dass nur unter Beibringen von aerztlichen Gutachten eine Moeglichkeit der “Duldung” in Deutschland bestuende, also infolgedessen muesste sie quasi nach Geburt wieder nach Kolumbien zurueckfliegen….
Fragen: welche Moeglichkeit eine weitere Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen bestehen fuer uns? Wege? Vorgehen?

Eine weitere Frage, welche ggf. nicht in ihren Bereich faellt.
Ich lebe seit Feb getrennt von meiner Nochehefrau. Wir koennen also erst 1.2.2006 die Scheidung einreichen. Es gibt angeblich jedoch die Klausel “”falls es unzumutbar ist fuer einer beiden Partner”, kann die Scheidung frueher eingereicht werden. Gilt das in einem solchen Fall ?

Vielen Dank fuer Ihre Hilfe

gruss
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Freundin sollte sich zunächst einmal ärztlich bescheinigen lassen, dass sie aufgrund der mit Komplikationen verlaufenden Schwangerschaft nicht imstande ist, vor der Geburt nach Kolumbien zurückzufliegen. Dann wird die Ausländerbehörde ihr kurzfristig eine Duldung erteilen. Darüberhinaus - ich gehe davon aus, dass Sie der Vater des Kindes sind - sollten Sie die Vaterschaft für das Kind anerkennen. Die Folge ist dann nämlich, dass das Kind automatisch deutscher Staatsbürger sein wird und seiner Mutter so ein Aufenthaltsrecht in Deutschland vermitteln können wird. Genaueres wird Ihnen ein Rechtsanwalt, die Ausländerbehörde oder das Standesamt (bei dem Sie die Vaterschaft anerkennen müssen) erklären können.

Zu Ihrer zweiten Frage in aller Kürze: Scheidungen sind grundsätzlich erst nach Ablauf eines Trennungsjahres zulässig. In Härtefällen kann eine Scheidung schon früher erfolgen. Härtefälle sind Fälle, in denen das weitere Festhalten an der Ehe einem der Partner nicht zugemutet werden kann, etwa weil er vom anderen Partner misshandelt wurde o.Ä. Allein die Tatsache, dass ein Partner in einer neuen Beziehung lebt und gern wieder heiraten möchte, reicht nicht aus.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2005 | 18:35

Hallo,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Koennten Sie mir bitte dsa
"Folge ist dann nämlich, dass das Kind automatisch deutscher Staatsbürger sein wird und seiner Mutter so ein Aufenthaltsrecht in Deutschland vermitteln können wird." näher erläutern. Ist das eine Kann Regelung oder ist da ein Anrecht drangekoppelt ? (Ich bin der Vater).
Ich hatte nicht den Eindruck beim Auslaenderamt, angesichts der Unfreundlichkeit, dass es eine solche Option gibt.
Kennen Sie einen Anwalt, der entsprechende Erfahrung genau auf diese Situation bezogen, besitzt ?

gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.10.2005 | 14:38

Doch, diese Option gibt es - vorausgesetzt natürlich, Sie selbst sind Deutscher, wovon ich einfach ausgegangen bin. Gemäß § 4 Abs. 1 des Staatsangehörigkeitsgesetzes erwirbt ein Kind mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil Deutscher ist. Wenn Sie also die Vaterschaft anerkennen - was auch vor der Geburt des Kindes schon möglich ist - , dann ist das Kind von Geburt an im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit. Und da die Mutter das Sorgerecht für das Kind haben wird (eventuell mit Ihnen gemeinsam), ist ihr sodann unter dem Aspekt des grundgesetzlichen Schutzes von Ehe und Familie ebenfalls eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland zu erteilen.

Gern stehe ich Ihnen als Beistand in Ihren Auseinandersetzungen mit der Ausländerbehörde zur Verfügung. Aufgrund der Entfernung müssten Sie dann allerdings auf die Möglichkeit einer persönlichen Besprechung verzichten. Leider kenne ich keinen Rechtsanwalt in Ihrer näheren Umgebung, der auf das Ausländerrecht spezialisiert ist. Einen solchen werden Sie aber, wenn Ihnen der persönliche Kontakt zu Ihrem Rechtsbeistand wichtig ist, aber unproblematisch in den "Gelben Seiten" (Rubrik: Anwalt Ausländerrecht) finden.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER