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Arbeitsunfall - Bandscheibenvorfall


| 18.12.2006 17:38 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexandros Kakridas



Fall: Frau A., eine 42 jährige examinierte Krankenschwester, tätig in einem Altenpflegeheim, hebt mit der Wohnbereichsleiterin eine Patientin (Pflegestufe 3, nicht in der Lage zu gehen oder stehen) vom Rollstuhl ins Bett, ohne Nutzung eines Lifters, da dies, laut Aussage der Wohnbereichsleiterin, das Krankheitsbild der Patientin nicht zulässt. Dabei verletzt sie sich am Rücken. Sie äußert dies gegenüber der Wohnbereichsleiterin, meldet den Vorfall aber nicht als Arbeitsunfall, da sie der Überzeugung ist, der in wenigen Tagen anstehende Urlaub werde ausreichen, um die Beschwerden auszukurieren. Als sie jedoch aufgrund heftiger Schmerzen einen Arzt aufsuchen muss, wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Sie wird sechs Wochen krank geschrieben. Sie teilt der Wohnbereichsleiterin in dieser Zeit mit, dass sie an einem Bandscheibenvorfall leidet.
An ihrem ersten Arbeitstag nach den sechs Wochen, wird sie vom Pflegemanager (dem Personalchef unter-, der Wohnbereichsleiterin überstellt) zu sich gebeten. Dieser fragt sie im Beisein der Wohnbereichsleiterin, ob der Bandscheibenvorfall, den sie erlitten habe, aus der Arbeit in diesem Altenpflegeheim resultiere. Aus Angst um ihren Arbeitsplatz (im letzten Jahr wurden bereits 2 ½ Stellen ersatzlos gestrichen) und da sie sich unter Druck gesetzt fühlt, verneint sie dies.
Daraufhin fordert der Pflegemanager sie auf, folgendes zu unterschreiben:

„Rückkehrgespräch“:
„Auf Nachfrage von Herrn XY (Pflegemanager) berichtet Frau A. (Krankenschwester) von einem therapierten Bandscheibenvorfall, der ursächlich nicht vom Arbeitseinsatz in besagtem Altenpflegeheim herrührte. Die Behandlungen seien so erfolgreich gewesen, dass sie nun wieder ihre Arbeit ohne Einschränkungen aufnehmen könne. Alle anfallenden Tätigkeiten seien ihr wieder möglich.
Sie wurde aufgefordert, vorsichtig und eigenverantwortlich wieder mit der Arbeit zu beginnen und sich stets Hilfe zu holen, wo sie sie bräuchte, damit sie kein Risiko eingeht, einen Rückfall zu bekommen. Dies will sie beherzigen.“

Unterzeichner
Mitarbeiterin, Wohnbereichsleiterin, Pflegemanager


Fr. A. lehnt dies ab, möchte eine eigens formulierte Stellungnahme verfassen, der Pflegemanager jedoch insistiert auf Unterschreiben des von ihm erstellten Schriftstücks.
Nun ist Fr. A. stark verunsichert und weiss nicht, wie sie sich verhalten soll.
Wegen der großen Angst um ihren Arbeitsplatz, möchte sie eine gütliche Einigung mit dem Vorgesetzten.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Arbeitsunfall ist der Unfall, den ein Versicherter bei Ausübung der Arbeit als einer von der gesetzlichen Unfallversicherung erfassten Tätigkeit sowie auf dem Weg zu und von dieser Arbeit erleidet, wobei ein Unfall als zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, welches zu einem Gesundheitsschaden geführt hat, definiert wird, § 8 SBG VII

Dies trifft nach Ihren Angaben auf Ihre Situation zu.

Insofern hätten Sie gegen den Unfallversicherungsträger u.a. Ansprüche auf Heilbehandlung und Rehabilitation gemäß §§ 26 ff. SBG VII

Mit der Unterschrift unter dem Schreiben Ihres Arbeitgebers, in welchem Sie erklären, Ihr Bandscheibenvorfall resultiere nicht von einem Arbeitsunfall, würden Sie sich der Ansprüche verlustig machen.

Daher haben Sie folgende Möglichkeiten des Vorgehens:

Sollte der Arbeitsunfall keine langfristigen Folgen mit sich ziehen und Sie keine weitreichenden Folgebehandlungen benötigen, so könnten Sie die Unterschrift in Betracht ziehen. Dabei sollten Sie aber berücksichtigen, dass Ihnen dann, falls eine Behandlung tatsächlich nötig werden sollte, kein Anspruch gegen den Unfallversicherungsträger mehr zusteht. Zumindest würde sich deren Durchsetzung, angesichts Ihres Angaben bezüglich des Unfallortes, erheblich erschweren.

Eine andere Möglichkeit wäre, um eventuelle Ansprüche nicht zu verlieren, Ihren Arbeitgeber anzusprechen und zu erklären, dass Sie sich geirrt haben, und der Unfall sich am Arbeitplatz ereignet habe.
Dabei können sie durchaus ehrlich sein und erklären dass Sie aufgrund der Befürchtung Ihren Arbeitsplatz zu verlieren, zunächst den Arbeitsplatzunfall verneint hätten. Einer solchen Offenheit wird im allgemeinen auch mit Verständnis begegnet.

Sie könnten allerdings auch anführen, dass Sie zumindest nicht ausschließen könnten, dass sich der Unfall am Arbeitsplatz ereignet habe.

In beiden Fällen sollten Sie eine Unterschrift nicht leisten, um eventuelle Ansprüche nicht zu gefährden. Zwingen kann sie Ihr Arbeitgeber nicht das erstellte Schriftstück zu unterschreiben.

Im übrigen können Sie beruhigt sein, wegen einer einmaligen Krankheit allein, können Sie nicht ohne weiteres gekündigt werden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weiter geholfen zu haben und wünsche Ihnen weiterhin einen guten Ausgang der Angelegenheit.


Mit freundlichen Grüßen

Alexandros Kakridas
- Rechtsanwalt –

Westerbachstraße 23 F
61476 Kronberg

Fon : 06173 – 70 29 06
Fax : 06173 – 70 28 94
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