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Äußerungsbogen Ladendiebstahl

| 25.03.2018 19:51 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


22:42
Guten Tag,

wegen eines einfachen Ladendiebstahls habe ich nun von der Polizei einen Äußerungsbogen erhalten.
Zum Hintergrund: das ist das erste Mal, dass ich einen Ladendiebstahl begangen haben. Der Wert ist 80 Euro. Als der Sicherheitsmensch mich angesprochen habe, habe ich den Artikel sofort zurückgegeben und meine Daten ihm genannt. Von dem Geschäft habe ich dann eine Strafe von 50 Euro und ein Hausverbot erhalten. Die Strafe von 50 Euro habe ich sofort bezahlt.
Nun habe ich den Äußerungsbogen der Polizei erhalten. Und die Frage ist, was ich hier am besten ankreuzen soll:

...Ich möchte mich äußern
...Ich gebe die Straftat zu
...Ich werde einen RA m. d. Wahrnehmung meiner Interessen beauftragen
...Ich gebe die Straftat nicht zu
...Ich möchte mich nicht äußern

Auf der 2.Seite gibt es noch weitere Optionen zum Ankreuzen:

...Mit der Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße wäre ich einverstanden
...Auf die Rückgabe der bei mir sichergestellten Einziehungsgegenstände verzichte ich und bin deren Vernichtung/Verwertung einverstanden (bezieht sich das auf den von mir gestohlenen Artikel? Der wurde ja von dem Geschäft bereits eingezogen...also soll ich hier ankreuzen?)
...Ich wurde darauf hingewiesen, dass im vorliegendem Fall die Möglichkeit eines Täter-Opfer-Ausgleichs besteht und die Polizei ggü der Staatsanwalts. eine entsprechende Anregung geben wird. Ein Merkblatt mit weiterführenden Infos habe ich erhalten. (Ich habe kein Merkblatt erhalten, soll ich es trotzdem besser ankreuzen?)

Ein wichtiger Hinweis: im Jahr 2015 habe eine Geldstrafe und einen Strafbefehl wegen Fahrerflucht erhalten- heißt das nun, dass ich bereits vorbestraft bin und beeinflusst dies evtl., wie ich auf diesem Bogen antworten sollte? In meinem Führungszeugnis wurde der Strafbefehl nicht erwähnt. Die Geldstrafe habe ich lange schon abbezahlt.
Vielen Dank für Ihre Antwort!
MFG
H.K.
25.03.2018 | 20:48

Antwort

von


(27)
Grenzstraße 9a
01640 Coswig
Tel: 035235337700
Web: http://RA-Marko-Liebich.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt. Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung Ihrer Frage vom zur Verfügung gestellten Sachverhalt abhängt und sich durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen eine andere rechtliche Bewertung ergeben kann.

1.

Grundsätzlich ist es in strafrechtlichen Angelegenheiten in aller Regel sinnvoll, sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen, weil dieser nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens Einblick in die Ermittlungsakte nehmen und Ihnen beratend zur Seite stehen kann. In dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt liegt der Fall jedoch leider sehr eindeutig, weil der Sicherheitsmitarbeiter des Supermarkts Sie in einem Strafprozess ohne Weiteres identifizieren wird. Foglich haben Sie daher meines Erachtens auch mithilfe eines Strafverteidigers kaum Aussichten, das Verfahren zu Ihren Gunsten zu beeinflussen. Foglich bleibt Ihnen letztendlich nur die Möglichkeit, die Straftat einzugestehen. Auf diesem Wege wird das Verfahren zeitnah zu einem Abschluss kommen, was Ihnen wenigstens weitere Kosten erspart. Zudem kann sich ein Eingeständnis positiv auf das Strafmaß auswirken.

Kreuzen Sie daher "Ich gebe die Straftat zu" an.

2.

"Mit der Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße wäre ich einverstanden" sollten Sie in jedem Falle ankreuzen, da für Sie eine Einstellung des Verfahrens gem. § 153 StPO (Absehen von der Verfolgung bei Geringfügigkeit) auf jeden Fall wünschenswert ist. Die Alternative wäre eine Hauptverhandlung, welche mit höheren Kosten für Sie und ggfs. mit einem höheren Strafmaß verbunden wäre.

3.

Bzgl. der Rückgabe eingezogener Gegenstände ist es im Ergebnis irrelevant was Sie ankreuzen, da ja keine (Ihrer) Gegenstände eingezogen wurde. Hierbei handelt es sich lediglich um eine Standardfrage, die anderen Fällen relevant werden kann.

4.

Bzgl. Des Täter-Opfer-Ausgleichs können Sie das Feld ohne Bedenken ankreuzen, da ein solcher in Ihrem Fall ohnehin nicht in Betracht kommt, das Beharren auf einer entsprechenden Information das Verfahren ggfs. aber unnötig in die Länge zieht.

5.

Bzgl. Des Strafbefehls wegen Fahrerflucht aus dem Jahre 2015 ist Folgendes festzuhalten. Eine Eintragung in das Führungszeugnis erfolgt gemäß § 32 Abs. 2 Nr. 5 BZRG nicht, wenn Sie zu einer Geldstrafe von weniger als 90 Tagessätzen verurteilt wurden. Dementsprechend kann ich aufgrund Ihrer Ausführungen nicht beurteilen, ob eine solche Eintragung erfolgt ist, weil mir das damalige Strafmaß nicht bekannt ist. In jedem Fall ist die Verurteilung zwar im Bundeszentralregister eingetragen, allerdings gelten Sie nicht als "vorbestraft", wenn die Tat nicht im Führungszeugnis enthalten ist.

Auf die Beantwortung des Fragebogens im vorliegenden Sachverhalt hat dies keinen Einfluss, gegebenenfalls aber auf die Entscheidung, ob eine Einstellung des Verfahrens verfügt oder aber eine Hauptverhandlung angestrebt wird. Diese Entscheidung bleibt jedoch der Staatsanwaltschaft vorbehalten und kann von mir nicht sicher vorausgesagt werden. Ich halte es aber zumindest für überwiegend wahrscheinlich, dass eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen erfolgen wird.

6.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich und ausführlich genug beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Sollten Sie in dieser Angelegenheit weitere Unterstützung durch einen Rechtsanwalt benötigen, so stehe ich hierfür ebenfalls gern zur Verfügung. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, so dass Ihnen hierdurch keine Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr für www.Frag-einen-Anwalt.de würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Ansonsten wünsche ich noch einen angenehmen Sonntag.


Mit freundlichen Grüßen


Liebich
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 25.03.2018 | 22:15

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich kreuze also an, dass ich die Tat zugebe und nichts weiteres zB, dass ich mich nicht nicht zur Tat äußern möchte?
Und wenn ich die Tat zugebe, was passiert dann? Die Geldstrafe 2015 umfasste 30 Tagessätze, d.h. die Fahrerflucht von 2015 wird nicht angerechnet?
Vielen Dank noch einmal!
beste Grüße,
H.K.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.03.2018 | 22:42

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie die Tat eingestehen, äußern Sie sich ja bereits zum Tatgeschehen. Auch die anderen Antwortalternativen ergeben dann keinen Sinn. Sie sollten es also beim Eingeständnis der Tat belassen.

Der weitere Fortgang des Verfahrens liegt dann in den Händen der Staatsanwaltschaft. Gegebenenfalls kommt es zu einer Einstellung des Verfahrens unter Auflagen, möglich ist aber auch ein sogenannter Strafbefehl. Dieser wirkt - wenn Sie nicht gegen diesen Vorgehen - wie ein Strafurteil.

Eine "Anrechnung" der Strafe aus dem Strafbefehl von 2015 erfolgt wenn dann nur in dem Sinne, dass im jetzigen Verfahren eine (etwas) höhere Strafe verhängt wird. Ein Addition der Strafen oder ähnliches erfolgt nicht.

Mit freundlichen Grüßen


Liebich
Rechtsanwalt

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