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berufl. Reha nach Verkehrsunfall ? verzwickter Fall


14.06.2007 17:40 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von



ich (39 J.,m.) bin am 26.05 bei Verkehrsunfall als 50 ccm - Rollerfahrer erhebl. verletzt worden. Unfallgegner trifft die Alleinschuld. (Verletzung: komplizerter Oberarmkopfmehrfragmentbruch, Operation, dauerhafte aber leichtere Beeinträchtigung der Beweglichkeit eher wahrscheinlich) beruflich habe ich von Dez. 07 bis Unfalltag mit diesem Motorroller Kurierfahrten auf eigene Rechnung durchgeführt. ca. 100 std./monatl., Ertrag ca 500 Euro/monatl.)
Einen normalen Job schaffe ich wg. einer seit 1995 chronischen psychischen Erkrankung und einer bereits bestehenden Körperbehinderung (Einzel - GdB`s 60% für psych. Erkrank. + 20 % für Funktionsbeeinträchtigung beider Kniegelenke = 60% Ges.-GdB) unberfristet anerkannt. 2 frühere Reha-Versuche in speziellen Einrichtungen der Arbeitsagentur scheiterten wg. der Schwere der psych. Erkrankung und fehlender "Gemeinschaftsfähigkeit" und angebl. vorhandener "Fremdgefährdung"
Nach dem Unfall traue ich mich nun einfach nicht mehr, überhaupt mit einem Roller am Strassenverkehr teilzunehmen und Kurierfahrten durchzuführen. Für einen Diesel-Pkw zum Pakete zustellen fehlt das Geld. Ich lebe von Zuwendungen von Anghörigen. Der Bezug von Hartz4 ist wg. fehlender Vermittelbarkeit lt. Arbeitsagentur (2006) auch dann nicht möglich, wenn meine Angehörigen nicht mehr zahlen. Ich soll zum Grundsicherungsamt gehen. Grundsicherung kann ich aber nicht kriegen, solange ich eine "selbstst. Tätigkeit" (Kurierfahrten) ausübe... Für`s Nixtun fühle ich mich "zu fit"

Meine Frage:
kann ich evtl. trotzdem auf Kosten der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung eine Qualifizierung für einen Teilzeit-Bürojob kriegen? Bin ziemlich verzweifelt zur Zeit... Vielleicht haben Sie eine schlaue Idee...






o
14.06.2007 | 20:44

Antwort

von


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81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Durch die Kfz-Haftpflicht des Unfallgegners ist u.a. auch der Verdienstausfall abgedeckt. Sie sollten sich daher von den behandelnden Ärzten bestätigen lassen, dass Sie die Tätigkeit als Kurierfahren aufgrund der Unfallfolgen nicht ausüben können und Ansprüche bei der Versicherung geltend machen. Diese liegen maximal in Höhe des bisherigen Gewinns, also etwa 500 EUR monatlich.

Ein Anspruch auf berufliche Reha dürfte unter den gegebenen Umständen kaum durchsetzbar sein, weil Ihre beruflichen Probleme ja nicht ausschließlich unfallbedingt und bereits zwei Rehaversuche aus anderen Gründen gescheitert sind. Außerdem wäre es dafür auch noch viel zu früh, denn der Unfall liegt gerade mal 3 Wochen zurück und die Versicherung wird damit argumentieren, dass sich das unfallbedingte Trauma nach einiger Zeit legen wird. Nur dann, wenn es Ihnen gelänge, zu beweisen, dass das Trauma auch noch nach Monaten oder Jahren vorhanden ist und Sie ausschließlich deshalb langfristig weder der bisherigen Tätigkeit als Kurierfahrer noch einer anderen Erwerbstätigkeit nachgehen können, wäre es ausnahmsweise denkbar, dass die Versicherung lieber einen Abfindungsvergleich abschließt und eine Reha bezahlt, als über Jahre hinweg monatliche Leistungen zu erbringen. Diese Nachweise sind allerdings, gerade bei psychischen Unfallfolgen und im Hinblick auf die bereits bestehenden Vorerkrankungen erfahrungsgemäß fast nicht zu erbringen, so dass ich Ihnen diesbezüglich leider kaum Hoffnungen machen kann.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 14.06.2007 | 21:11

Danke für ihre laienverständliche Darstellung der Rechtslage. Für meine Zukunftsplanung ist mir der Expertenrat sehr wichtig gewesen. So verliere ich wenigstens keine weitere (Lebens-) Zeit durch vergebliches Warten und unrealistische Hoffnungen auf Entschädigungsleistungen in Form einer Umschulung / Qualifizierung, die wohl in meinem Fall nicht berechtigt bzw. einklagbar sind. Meine Ärztin hatte die Rechtslage anders beurteilt. Aber eine Medizinerin ist eben keine Rechtsanwältin...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.06.2007 | 22:28

Sehr geehrte Fragesteller,

falls die Kurierfahrten tatsächlich die einzige berufliche Tätigkeit sind, die Sie aufgrund der Vorerkrankungen und Ihrer Ausbildung überhaupt ausüben könnten und diese nun durch den Unfall auch langfristig nicht mehr möglich sind, wäre es natürlich denkbar, dass die Versicherung aus wirtschaftlichen Gründen irgendwann einem Vergleich zustimmt und eine Reha bezahlt. Ob das medizinisch nachweisbar ist, kann Ihre Ärztin sicher besser beurteilen als ich. Aber wenn es so weit kommen sollte, dann sicher nicht jetzt und der Anspruch dürfte auch kaum einklagbar sein.

Verdienstausfall (bzw. entgangenen Gewinn) und Schmerzensgeld können Sie aber natürlich trotzdem geltend machen.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

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