Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zahnriemen nach Reparatur gerissen - Motor kaputt

| 14.06.2016 15:59 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt:

meine Frau uns ich haben in 11/2014 einen Jahreswagen (Renault Grand Scenic) bei einem Autohändler gekauft, der KM-Stand betrug damals beim Kauf 28.208.

Am 12.04.2015 ist dann bei Kílometerstand 37.500 oder 38.000 der Zahnriemen gerissen.
Dieser wurde im Rahmen der noch bestehenden Gebrauchtwagengarantie (1 Jahr ab Kaufdatum) kostenlos ausgewechselt (ich habe darüber keine Rechnung oder sonstige Unterlagen erhalten) und alles war soweit OK.

Vor einigen Tagen ist der Zahnriemen nun erneut gerissen, obwohl erst etwas über ein Jahr seit der Reparatur verhangen ist und obwohl mit dem neuen Zahnriemen erst ca. 20.000 km gefahren wurden. Lt. einer Recherche im Internet soll ein Zahnriemen beim Renault Scenic "spätestens alle 120.000 km erfolgen" – also ist die Haltbarkeit eines Zahnriemens normalerweise mindestens 6 x höher, als es hier der Fall gewesen ist (wobei dann ja auch noch nicht gesagt ist, dass der Zahnriemen nach 120.000 KM bereits defekt bzw. vollständig verschlissen ist).

Wir haben den PKW beim gleichen Autohändler, bei dem wir den PKW seinerzeit gekauft hatten, zur Reparatur gegeben und ich habe darum gebeten, dass der defekte Zahnriemen im Rahmen der gesetzlichen Sachmängelhaftung (m.W. ist eine KFZ-Reparatur rechtlich gesehen ein Werkvertrag) ersetzt und insofern von der Werkstatt (kostenfrei) nachgebessert wird.

Heute habe ich nun von der Werkstatt erfahren, dass der Motor kaputt ist („keine Kompression mehr"). Der Motordefekt ist angabegemäß durch den gerissenen Zahnriemen entstanden (sinngemäß: "die Kolben sind auf die Ventile geschlagen"), ein neuer Motor soll um die 6 TEUR kosten (…). Renault Deutschland lehnt eine Kulanzregelung offensichtlich ab (dies hat der zuständige KFZ-Meister der Werkstatt bereits abgeklärt).

Ich habe nun schon freundlich darauf hingewiesen, dass es sich aus meiner Sicht um einen (nicht von mir bzw. uns zu vertretenen) Materialfehler beim Zahnriemen handeln muss, wenn dieser nach so kurzer Zeit bzw. Laufleistung erneut reißt. Meine Frau fährt auch keine Rennen o.ä., sie benutzt das Fahrzeug primär für die Fahrten unserer Kinder zur Schule, zum Arzt und Kindergarten und zum Einkaufen.

Insofern müsste nach meiner Rechtsauffassung der Autohändler für den Motorschaden, der ja aufgrund eines ganz offensichtlich wegen eines Materialfehlers gerissenen Zahnriemens entstandenen ist, einstehen.

Sehe ich das so richtig? Wie ist die Rechtslage?

14.06.2016 | 19:24

Antwort

von


(101)
Bleichstraße 6
60313 Frankfurt am Main
Tel: + 49 (0) 69 / 40 03 18 45
Web: http://www.schilling-rechtsanwalt.com
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Ansprüche aus kaufrechtlicher Mängelhaftung dürften ausscheiden. Die Gewährleistungsfrist für das Fahrzeug dürfte hier, jedenfalls wenn ein branchenüblicher Kaufvertrag geschlossen wurde, wirksam auf 1 Jahr verkürzt worden sein.

Selbst wenn man in dem Austausch des ersten Zahnriemens ein Anerkenntnis der Sachmangelhaftigkeit erblicken würde, gilt dies nicht für den zweiten Zahnriemen. Hiergegen würde allerdings auch sprechen, dass der ersten Schaden im Rahmen der Garantie beseitigt wurde und nicht im Rahmen der Gewährleistungspflicht des Verkäufers.

Selbst wenn man davon ausginge, dass (a) eine Nacherfüllung vorliegt und (b) mit einem Nacherfüllungsversuch ein Neubeginn der Verjährung einhergeht (was allerdings sehr umstritten ist), käme man hier zu keinem anderen Ergebnis, da seit April 2015 mehr als 1 Jahr vergangen ist.

2. In Betracht kommen allerdings Ansprüche aus dem Werkvertragsrecht, wenn und soweit der Werkstatt beim Einbau Fehler unterlaufen sind oder der verbaute Zahnriemen seinerseits nicht frei von Sachmängeln war. Der Werkunternehmer haftet nämlich beim Werkvertrag auch für die Einwandfreiheit der verwendeten Materialien.

Die Ansprüche aus dem Werkvertrag verjähren nach der gesetzlichen Regelung in 2 Jahren ab Abnahme des Werkes (§ 634a Abs. 1 Nr. 1 BGB ), demnach würden diese hier noch bestehen.

Allerdings kann es sein, dass die AGB des Händlers bei Werkverträge eine kürzere Verjährungsfrist vorsehen, was ich anhand der vorliegenden Informationen nicht beurteilen kann. Ob diese Verkürzung dann im Einzelfall wirksam ist, müsste geprüft werden. Ferner setzt eine solche Verjährungsverkürzung natürlich auch eine wirksame Einbeziehung der AGB des Händlers voraus, was in der Praxis dem Händler nicht immer gelingt. Hier müssten die Umstände geklärt werden, unter denen Ihnen die AGB zur Kenntnis gelangt sind (wenn überhaupt).

Ob der Zahnriemen einem üblichen Verschleiß unterlag (= dann kein Sach- bzw. Werkmangel) oder ob ein Materialfehler und damit ein Sachmangel / Werkmangel vorliegt, kann nur ein Sachverständiger klären. Bei einer so geringen Laufleistung spricht natürlich einiges für einen Materialfehler. Sie könnten daher bei einem geeigneten Sachverständigen anfragen, ob eine Begutachtung des Zahnriemens möglich ist.

Für den Fall, dass entweder der Einbau selbst mangelhaft erfolgte oder der Zahnriemen einen Materialfehler aufweist, käme tatsächlich auch eine Haftung des Händlers für den gesamten Motorschaden in Betracht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Christian Schilling

Rückfrage vom Fragesteller 15.06.2016 | 10:40

Guten Tag Herr Schilling,

vielen Dank, das hilft mir weiter, obwohl ich den Sachverhalt gestern technisch nicht ganz sauber geschildert habe.

Gestatten Sie mir deshalb folgende kurze Präzisierung: Es ist in 04/2015 NICHT der Zahnriemen, sondern der der Keilrippenriemen gerissen. Damals ist kein größerer Motorschaden entstanden, da der Keil(rippen)riemen NICHT unter den Zahnriemen gerutscht ist (ein Keilrippenriemen hat jedoch ebenfalls eine deutlich längere Lebensdauer als z.B. 20.000 KM - lt. Internetrecherche muss ein Keilriemen mindestens ca. 80.00, 90.000 oder sogar bis zu 160.000 KM halten).

Der Keilrippenriemen wurde damals anstandslos von dem Autohändler im Rahmen der bestehenden Gebrauchtwagengarantie ausgetauscht, wir haben keine Rechnung oder sonstige Unterlagen zur Reparatur von dem Händler erhalten (insofern wurden auch die AGB des Händlers nicht in den Sachverhalt einbezogen).

Nach nur etwas über einem Jahr und nach einer Laufleistung von nur ca. 20.000 KM ist der erst kürzlich erneuerte Keilrippenriemen nun erneut gerissen (bzw. er hat sich lt. Werkstatt "aufgelöst") - diesmal ist der Keilrippenriemen jedoch unter den Zahnriemens gerutscht und hat dadurch den Motor beschädigt und den Motorschaden verursacht.

Die von Ihnen zunächst beschriebene Rechtslage sollte jedoch auch nach dieser Präzisierung die gleiche sein - richtig?


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.06.2016 | 10:47

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, das ändert nichts an dem Gesagten. Ich gehe davon aus, dass wie üblich im Kaufvertrag die Gewährleistung auf 1 Jahr verkürzt worden ist. Selbst wenn man davon ausginge, dass durch die Nacherfüllung ein Neubeginn der Verjährung eingetreten ist, wäre auch hier die Jahresfrist wieder im April 2016 abgelaufen.

Bei den werkvertraglichen Ansprüchen müsste man schauen, ob eine wirksame Verkürzung der Verjährung von 2 Jahren auf einen kürzeren Zeitraum vorliegt und wirksam einbezogen wurde. Nach Ihrer Schilderung spricht einiges für einen Materialfehler.

Mit freundl. Grüßen

Schilling / Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.06.2016 | 11:22

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Ihre Antwort hat mir sehr weitergeholfen, vielen Dank!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Christian Schilling »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.06.2016
5/5,0

Ihre Antwort hat mir sehr weitergeholfen, vielen Dank!


ANTWORT VON

(101)

Bleichstraße 6
60313 Frankfurt am Main
Tel: + 49 (0) 69 / 40 03 18 45
Web: http://www.schilling-rechtsanwalt.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht, Autokaufrecht, Handelsrecht, Transportrecht, Versicherungsrecht, Kapitalanlagenrecht, Kreditrecht