Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wie vorgehen?Vermieter lehnt Verantwortung ab. Bambuspflanzen bedrohen Haus,Terrasse


17.07.2007 12:54 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin im Mieterverein und habe eine juristische Antwort auf mein Problem vorliegen (siehe unten). Diese Anfrage hier dient dazu eine weitere Meinung einzuholen und das weitere juristisch sichere Vorgehen festzulegen.

------------------------
Problembeschreibung:
Ich wohne seit 2,5 Jahren in meiner derzeitigen Wohnung (96 m²). Mein Vormieter pflanzte auf ca. 9 m² Bambus an. Dabei wurde es versäumt eine Rhizomsperre (Wurzelsperre) in das Erdreich einzubringen. Seit diesem Jahr verbreitet sich nun der Bambus extrem. Innerhalb von wenigen Wochen breitete er sich in einem Umkreis von 5 Metern schon massiv aus. Die neuen Triebe sind dicker (bis zu 4 cm) und höher (ca 4-5 m) als die bisherigen. Derzeit sind auch schon einige Platten des Gehwegs durch die Bambuswurzeln unterlaufen und locker. Ich lasse die Triebe zur Zeit wachsten, da ich es für besser halte die Kraft der Pflanze nach oben zu lenken als in die Breite. Abgeschnittene Triebe wachsten nicht nach, die Wurzel wächst weiter.
Ausgrabungsversuche mit dem Spaten scheiterten (40 Minuten für ca. 50 cm der groben Wurzeln). Im Internet musste ich dann lesen, dass es keine Möglichkeit gibt Bambus zu vernichten, er muss ausgebaggert werden bevor er Platten anhebt und das Haus beschädigt (Isolierung, Putz, Stufen etc.). Der Bambus wird sich weiter ungehemmt auch bis zu Nachbargrundstücken ausbreiten. Unter www.Bambus.de ist das mit recht drastischen Bildern auch zu sehen.

Mir ist sehr an einem guten Verhältnis zum Vermieter gelegen, ich habe ihn mehrfach darauf aufmerksam gemacht und angeboten bei der Beseitigung zu helfen. Ich wollte ihn den Ernst der Lage klarmachen und auch die Ausdrucke aus dem Internet zeigen. Er lehnt es jedoch ab da Verantwortung zu übernehmen oder mir zu schriftlich zu bestätigen, dass ich ihn informiert habe. Er behauptet, dass ich damals die Pflanzen vom Vormieter übernommen habe und somit dafür zuständig bin.
Fakt ist aber, wenn er das Problem ignoriert, werden sich demnächst die Platten meiner Terrasse anheben, der Rasen weiter geschädigt und bald das Nachbargrundstück betroffen sein.

------------------------
Frage:
Wie verhalte ich mich nun am Besten? Ist meine Gedankenansatz von Unten rechtlich sinnvoll oder gibt es einen besseren Weg? Ziel soll es sein, dass ich später nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden kann weil ich das oder das versäumt habe.

------------------------
Weitere Fakten:
* Wohnfläche 96m²
* Rasenfläche ca 160 m²
* Im Mietvertrag ist nur die Rasenpflege und Unkrautbeseitigung geregelt.
* Es gibt keine schriftlichen Übernahmeerklärungen für die Pflanzen. Möglicherweise wurde ich bei Einzug gefragt ob mein Vormieter die Pflanzen stehen lassen soll. Selbst in einem solchen Fall kann man von mir doch nicht verlangen, dass ich die fachgerechte Anpflanzung kenne und überprüfe?
* ich bin Rechtschutzversichert (incl. Mietrecht)
* Ort: Großraum Nürnberg
* Bisherige juristische Information des Anwaltes vom Mieterverein:
Zitat: "Zur Gartenpflege eines mit vermieteten Garten gehören nach der Rechtsprechung, soweit vertraglich keine besonderen Vereinbarungen getroffen sind, nur einfache Arbeiten wie Unkraut Jäten oder Rasen mähen. Soweit im Vertrag keine andere Regelung getroffen ist, steht dem Vermieter kein Direktionsrecht hinsichtlich Art, Umfang und Häufigkeit der Pflege zu. Er kann Ihnen also keine Anweisung erteilen, den Bambus zu entfernen.

Da es sich bei der "Zähmung" des Bambus um Arbeiten handelt, die über einfache Arbeiten, die ein Mieter üblicherweise durchführen kann, weit hinausgehen, ist der Vermieter für die Beseitigung des Bambus zuständig, so wie er beispielsweise auch das Fällen morscher Bäume zuständig ist."

------------------------
Mein Gedanke ist einen Brief mit allen Fakten (wann Aufmerksam gemacht, mögliche Folgen bei Ignoranz) zu schreiben und diesen per Einschreiben oder besser per Zeuge zu übergeben, damit ich einen Nachweis habe, dass ich meinen Vermieter darauf aufmerksam gemacht habe. Ich wollte eine Frist stellen und wenn diese verstrichen ist den Bambus immer oberhalb der Erde abschneiden (das löst aber letztlich nicht das Problem).
Selbst den Bambus mit einen Minibagger auszugraben wäre auch keine Lösung denn was ist, wenn dabei Schäden entstehen?

Sollten Sie mir zu einen Einschreiben raten, ist mir allerdings unklar wie so etwas rechtlich verbindlich ist. Man kann damit doch auch einen anderen Inhalt schicken und behaupten, das wäre dieses Schreiben. Über den Inhalt sagt eine Nachweis für ein Einschreiben doch nichts aus.

Auf Anfrage kann ich Ihnen gern Fotos zur Verfügung stellen.

Vielen Dank für Ihre Antwort
17.07.2007 | 21:06

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:
Die Rechtsprechung geht tatsächlich davon aus, dass unter Gartenpflege lediglich einfache Arbeiten wie Rasenmähen, Unkraut jäten, etc. zu verstehen sind. Das Landgericht Frankfurt geht in seinem Urteil vom 02.10.2004, Az. 2/11 S 64/04 noch etwas weiter und nimmt § 2 Nr. 10 BetrKV als Maßstab. Danach gehört zur Gartenpflege die Pflege der gärtnerisch angelegten Flächen einschließlich der Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen, die Pflege von Spielplätzen einschließlich der Erneuerung von Sand und die Pflege von Plätzen, Zugängen und Zufahrten, die nicht dem öffentlichen Verkehr dienen.
Die von Ihnen geschilderten Arbeiten werden aber auch darüber noch hinaus gehen, so dass sie Vermietersache sind. Dies gilt um so mehr, als es hier ja nicht um pflegerische Arbeiten geht, die vorrangig der Verschönerung dienen, sondern um notwendige Arbeiten zum Schutz von Haus, Terrasse und Nachbarn. Ihr Plan, den Vermieter schriftlich zu informieren und zwar so, dass Sie auch einen Nachweis haben, ist daher vollkommen richtig.

Auch wenn es selten vorkommt, dass jemand behauptet, in einem Einschreiben wäre etwas anderes oder ein leeres Blatt gewesen, ist das natürlich denkbar und dann hilft der Rückschein auch nicht weiter. Um dies zu vermeiden könnten Sie z.B. das Schreiben einem Zeugen geben, der es liest, ins Kuvert steckt und zur Post bringt. Oder Sie könnten das Schreiben auch durch einen Boten oder Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Bei letzterer Variante kann dann überhaupt nichts mehr schief gehen.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


ANTWORT VON

106 Bewertungen

Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER