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Werkvertrag für Internetauftritt

28.05.2016 14:32 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren

Wir beauftragten im September 2015 eine Firma unseren Internet neu zu gestalten.
Auszug aus dem Vertragstext:
" Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen einen professionellen und ansprechenden
Internetauftritt zu realisieren und unterbreiten Ihnen nachfolgend unser Angebot.
Diesem Angebot liegen die Informationen aus dem Gespräch vom 20.08.2015 zugrunde.
Wir übernehmen bei diesem Projekt in Zusammenarbeit mit Ihnen die Entwicklung des neuen Designs und die Umsetzung des Layouts in eine den Vorgaben dieses Angebotes entsprechenden Webseite........
Das Weblayout wird sich an dem vorhandenen Weblayout Ihrer jetzigen Website anlehnen."
Ende November erhielten wir die ersten neuen Seiten zur Ansicht.
Diese Seiten entsprachen in keiner Weise dem was im Vorfeld abgesprochen wurde. Keine Anlehnung an die vorhanden Webseite.
(Anm. Es ist fast unmöglich jedes optische Detail schriftlich im Vertragstext festzuhalten. Außerdem handelt es sich um eine Seite auf der exklusive Mode dargestellt wird, bei der der 1. Eindruck besonders wichtig ist).
Wir baten Anfang Dezember um Korrektur und Nachbesserung, die aber nur vollkommen unzureichend durchgeführt wurden. Danach wurde weder auf Telefonanrufe noch auf Mails reagiert. Erst am 09.12. konnte aber ein Termin für den 10.12. vereinbart werden.

Am 08.12. erhielten wir eine am 04.12. (dazwischen lag ein Wochenende) ausgestellte Rechnung über die vereinbarte Anzahlung von 40% (ca. 1.800,00 EUR) mit dem Zahlungsziel spätestens bis zum 09.12. zu zahlen. Die Anzahlung zahlten wir nicht.

Es fand am 10.12. ein Besprechungstermin statt der aus unserer Sicht vollkommen unbefriedigend endete. Nach dem Gespräch waren wir sicher das die Firma nicht in der Lage und vermutlich auch nicht Willens war diese Webseite entsprechend den Vorgaben und Absprachen umzusetzen.

Wir teilten der Firma am 11.12. mit das wir die Zusammenarbeit beenden, aus den oben beschriebenen Gründe. Gleiches habe wir schon nach dem Versuch die Webseite zu verbessern getan, das wir so die Zusammenarbeit gefährdet sehen.

Die Firma beauftragte zuerst ein Inkassobüro, dem ein Einspruch unsererseits folgte, und dann einen Rechtsanwalt mit einer Zahlungsaufforderung.

Vor Beauftragung durch das Inkassobüro erhielten wir eine Mail in der die Firma behauptet 70% fertiggestellt zu haben. Dies ist definitiv nicht so. Es wurde nachträglich die Webseite ergänzt um den Eindruck der 70% Fertigstellung zu erwecken.

Wie sollten wir weiter verfahren?
Ist die Zahlung zu leisten, jetzt mit allen anfallenden Gebühren ca. 2.100,00 EUR?
Wer kann im Streitfall die Webseite beurteilen? Das Aussehen einer Webseite ist "Ansichtssache". Jemand findet eine Seite toll, jemand anders nicht. Wichtig ist aber das man sich an Vorgaben hält, und diese sind nicht eingehalten worden.



Sehr geehrter Ratsuchender,

sofern die Vorgaben nicht eingehalten worden sind, sollten Sie keine Zahlungen leisten.

Sie sollten die alte Seite und die fehlerhaften Entwürfe sichern.

Denn kommt es zum Streit, wird ein Richter entscheiden müssen.


Kann er es ohne Hilfe nicht, wird ein Sachverständigen feststellen müssen, was geliefert ist. Der Richter wird dann auf so ein Gutachten bei seiner Entscheidung zurückgreifen.

Daher sollten die Beweise gesichert werden.

Die Firma ist, wenn sie ihre Vergütung haben will, vorleistungspflichtig. Und diese Vorleistung gibt es ja nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 29.05.2016 | 18:08

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Man bekommt nur einen Link zu einem Server der Firma auf dem die projektierten Daten liegen. Das ist durchaus üblich so. Die Projektierung wird immer wieder neu aktualisiert und verändert. So ist eine Erstellung einer Sicherung von uns aus nicht möglich. Allerdings haben wir einige sreenshots gemacht die aber im Streitfall nicht ausreichen könnten.
Im Vertrag steht: Die Anzahlung von 40% ist bei Auftragsvergabe sofort fällig".
Sie schreiben die Firma ist vorleistungspflichtig. Die Firma kann doch noch gar nichts vorweisen wenn sie die Anzahlung nach Auftragsvergabe erhält.
Sind nicht Anzahlungen ohne eine Leistung zu erhalten gang und gäbe?
Empfehlen Sie weiterhin keine Zahlung zu leisten, da definitiv die Vorgaben nicht eingehalten wurden?
Sind wir nicht mit der Zahlung in Verzug?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.05.2016 | 21:21

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Anzahlungen wäre nur für vertragsgemäße Leitungen zu zahlen. Genau dieses Leistungen gibt es nach Ihrer Darstellung aber nicht, da von Ihren Vorgaben komplett abgewichen wurde.

Der Firma ist offensichtlich nicht gewillt die Leistungen vertragsgerecht zu erfüllen. Das zeigt ja das bisherige Verhalten. Wenn aber bereits nicht vertragsgerechte Leistungen erbracht wurden, muss auch die Anzahlung nicht gezahlt werden.

Das Problem wird aber nach wie vor die Beweisbarkeit sein. Zum einen sind die Screenshots vorhanden und es dürften wohl auch Zeugen zur Verfügung stehen, die die mangelhafte Leistung bestätigen können.

Es verbleibt daher bei meinen bisherigen Ausführungen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle, Oldenburg

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