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Wer haftet für einen Wasserschaden und welche Versicherung zahlt?


20.06.2006 13:47 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum




Hallo,
wir leben zu dritt in einer Wg und haben vor circa drei Wochen einen Wasserschaden erlitten. Zum Zeitpunkt des Wasserschadens war niemand zu Hause. Der Vermieter rief mich dann an und sagte ich müsste sofort in die Wohnung kommen-eben aufgrund eines Wasserschadens. Als ich nach Hause kam war die fEUERWEHR SCHON IN DER wOHNUNG um den Boden zu trocknen usw. Betroffen sind ein Zimmer,der Flur und vor allem die Wohnung unter uns,wo das Wasser durch die Decke kam. Am nächsten tAG WAREN Experten von der Versicherung da, um die Ursache des Schadens zu klären. Sie konnten die Ursache des Schadens jedoch nicht klären/feststellen. Es war weder ein Rohrbruch noch war es die Waschmaschine. Ebenso hat die Feuerwehr keine Ursache feststellen können. Wer muss in so einem Fall wem etwas beweisen? Gilt die Unschuldsvermutung für den Mieter?
Unser Vermieter wollte daraufhin einen Bericht von der Feuerwehr anfordern der bis heute uns nicht vorliegt. Wir haben jedoch eine Rechnung der Feuerwehr erhalten. Sind wir verpflichtet diese Rechnung zu bezahlen oder können wir sie an den Vermieter weiterleiten?

Sollten wir unsere Versicherungen informieren? Auch ohne Erkenntnis über die Ursache?(welche Versicherungen greifen in solchen Fällen?)
Wir haben nichts vom Vermieter bisher gehört und wir sind uns unsicher wie wir uns Verhalten sollen. Wie geht man in solchen Fällen am besten vor? Sollten wir auf den Vermieter zugehen oder uns eher zurückhaltend verhalten da wir uns keiner Schuld bewußt sind? In welchen Fällen sind unsere Versicherungen zuständig und in welchen die des Vermieters und wie ist die Lage wenn die Ursache des Schadens nicht geklärt bzw. nich herausgefunden wurde?
Über eine schnelle Antwort würden wir uns sehr freuen.
Eingrenzung vom Fragesteller
20.06.2006 | 13:48
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes möchte ich hierzu wie folgt Stellung nehmen:

Wenn der Wasserschaden von Ihrer Wohnung ausging, dann wird aufgrund der Sphärentheorie zunächst einmal vermutet, dass Sie auch dafür verantwortlich sind. Das heißt, im Zweifelsfall müssen Sie Ihrem Vermieter oder den anderen Hausbewohnern bzw. Anspruchstellern beweisen, dass Sie nicht verantwortlich sind, wobei mögliche Anspruchsteller Ihre Verantwortlichkeit beweisen müssen, soweit Ihnen dies als außerhalb Ihrer Wohnung Stehende möglich ist. Letztlich hätte dann ein Gericht, die konkrete Beweislastverteilung abhängig vom geltend gemachten Anspruch zu entscheiden.

Sie sollten auf jeden Fall Ihre Versicherung von dem Vorfall unterrichten. Dies ist Ihre Obliegenheit sobald die Möglichkeit eines Versicherungsfalles vorliegt und nicht erst dann, wenn auch die Schadenursache feststeht. Außerdem wird Ihre Versicherung bemüht sein, nachzuweisen, dass der Schaden nicht durch ihren Versicherungsnehmer (also durch Sie) entstanden ist. Im Regelfall ist hier die Hausratversicherung zuständig, eventuell ist auch an Ihre Privathaftpflichtversicherung zu denken.
Möglicherweise tritt auch die Gebäudehaftpflichtversicherung Ihres Vermieters ein.

Die Rechnung der Feuerwehr müssen Sie zunächst bezahlen, da der Anlass für deren Einsatz wohl zunächst in Ihrer Wohnung zu suchen ist. Sollte sich später herausstellen, dass ein anderer für den Schaden verantwortlich ist, dann können Sie diese Kosten natürlich im Wege des Schadensersatzes gegenüber dem Verantwortlichen geltend machen.
Sie sollten aber den Bericht der Feuerwehr anfordern, um die Richtigkeit der Rechnung überprüfen zu können.

Wenn Sie Ihren eigenen Schaden geltend machen wollen, dann muss es Ihr Anliegen sein, den Verursacher des Schadens ausfindig zu machen, evtl. durch ein Sachverständigengutachten. Die nicht unerheblichen Gutachterkosten müßten Sie dann aber zunächst einmal vorstrecken. Wenn Sie Ihre Ansprüche später gerichtlich geltend machen wollen, kommt auch ein selbständiges Beweisverfahren in Betracht. Aber auch da müssen Sie zunächst die Kosten vorstrecken.

Hinsichtlich möglicher Schadensersatzansprüche gegen Sie bleibt Ihnen nichts anderes übrig als abzuwarten. Denkbar wären hier vor allem Ansprüche des Vermieters und der Mieter aus der Wohnung unter Ihnen bzw. Ansprüche von deren Versicherern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit eine erste rechtliche Orientierung geben.
Sollten Sie zur Wahrung Ihrer Rechte später noch anwaltliche Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ina Hänsgen
Rechtsanwältin
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