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Wasserschaden/ Schadensersatz


30.06.2006 14:26 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,

folgender Sachverhalt ist gegeben:

am Ostersonntag, 16.04.2006 kam bei mir im Bad Wasser von der obigen Wohnung auf meine Feuchtraumpaneelen im Bad.

Ich bin sofort hoch zu dem Mieter und machte ihn darauf aufmerksam. Er sicherte mir zu den Abfluss von seiner Dusche nachschauen zu lassen.

Da das Wasser damsls nicht aufhören wollte zu tröpeln (in gelb, von ausgewaschenen Farbpinsel des Mieters über mir) und dort auf der Decke eine Stromleitung lag, machte ich mich dran die Holzdecke selbst zu entfernen. Leider erlitten einige Bretter Schäden bei meiner Deinstallation. Bei manchen ist die Nut geknickt, bei einem oder zwei ist das Brett angebrochen und wirft Blasen auf Grund des schnellen erfernens, denn ich hatte Angst, das Wasser würde hinter die gefließte Holzwandkonstruktion fließen und dort Schimmel verursachen. Auch wegen des Trockenvorgangs der Decke hätte ich diese Bretter ja entfernen müssen.

Der Mieter hat dann wohl doch keinen Fachmann kontaktiert, denn am 04.06.2006 kam schon wieder Wasser aus der Decke, was man aber sofort sah, da die Bretter ja nicht mehr vor der Decke waren!

Daraufhin kontaktierte ich seine Vermieterin (die Eigentümerin der Wohnung), die mir erzählte das sie von dem ersten Schaden gehört hätte, aber auch erst vor ein paar Wochen. Sie dachte aber das der Mieter sich darum gekümmert hätte.
Da beide angeblich keine Versicherung haben, weder der Vermieter noch der Mieter (Hausrat zu diesem Zeitpunkt), lies ich mich, gutherzig wie ich leider bin, dazu überreden noch einen zweiten Kostenvoranschlag einzuholen, denn der erste belief sich auf 690 Euro brutto.

Heute war dann der Schreiner von der Vermieterin da und sagte, das die Paneelen keinen Wasserschaden hätten und man diese wieder rein machen könnte. Ich sehe das jetzt anders, denn man wird, nach dem Wiedereinbau, die Schäden an den Brettern immmer noch sehen.

Die Vermieterin sagte das sie das nicht einsehen würde mir auch noch die Bretter zu bezahlen, den diese Schäden wären ja von mir verursacht.

Wie sieht die Rechtslage aus, hab ich Anspruch auf eine neue Decke oder nur auf die Wiederinstallation der alten Bretter?
Wer ersetzt mir die Kosten, wenn ich jetzt die Sache einem Anwalt gebe bzw. muss ich das bis zum Schluß (Gerichtsbeschluss) durchfighten um die Anwaltskosten wieder zu bekommen?

Vielen Dank schon mal für die Antwort!
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf den vorliegenden Informationen und im Hinblick auf den Mindesteinsatz gerne beantworte.

Maßgeblich bezüglich Ihres Problems sind die §§ 249 und 254 BGB, die ich der Einfachheit halber im Folgenden zitiert habe:

-----------------------------------------------------------------

§ 249
Art und Umfang des Schadensersatzes
(1) Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.
(2) Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen. Bei der Beschädigung einer Sache schließt der nach Satz 1 erforderliche Geldbetrag die Umsatzsteuer nur mit ein, wenn und soweit sie tatsächlich angefallen ist.
§ 254
Mitverschulden
(1) Hat bei der Entstehung des Schadens ein Verschulden des Beschädigten mitgewirkt, so hängt die Verpflichtung zum Ersatz sowie der Umfang des zu leistenden Ersatzes von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist.
(2) Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen musste, oder dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern. Die Vorschrift des § 278 findet entsprechende Anwendung.
-----------------------------------------------------------------
Der entstandene Schaden ist nach § 249 BGB grundsätzlich im Wege der sog. Naturalrestitution auszugleichen. Das bedeutet, dass der wirtschaftliche Zustand hergestellt werden muss, der ohne das schädigende Ereignis bestünde.

Sind also die Wasser und Farbflecken auf den Paneelbrettern rückstandslos zu beseitigen, haben Sie keinen Anspruch auf eine neue Decke. Sie hatten schließlich auch vorher keinen neue.

Was die durch den Ausbau entstandenen Schäden angeht, gilt § 254 BGB.
Sie trifft insoweit dann ein Mitverschulden, wenn Sie beim Ausbau der Bretter gegebenenfalls vorsätzlich oder fahrlässig die Sorgfalt außer Acht gelassen haben, die jedem ordentlichen und verständigen Menschen obliegt um sich vor Schaden zu bewahren (Definition nach BGH in NJW 2001, s. 149 ff.).

Inwieweit die Bretter überhaupt in der konkreten Situation ohne Schäden ausbaubar waren, kann ich basierend auf den vorliegenden Informationen nicht beurteilen. Haben Sie beim Ausbau gegen Sorgfaltspflichten verstoßen, gibt es keinen Ersatz der dadurch entstandenen Schäden, jedenfalls nicht zu 100 %.

Ersatz der Rechtsanwaltskosten gibt es von der Gegenseite nur, wenn ein Anspruch Ihrerseits gegeben ist. Zahlt die Gegenseite nicht vorher, müssen Sie in der Regel wohl oder übel das Ende des Verfahrens abwarten.



Mit freundlichen Grüßen

Stephan Weingart
Rechtsanwalt


Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Sie kann nur dazu dienen, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres rechtlichen Problems zu erhalten.
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