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Wer haftet bei Tod eines Pferdes am Pensionsstall


01.05.2018 11:48 |
Preis: 45,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Schadensersatz für den Tod eines Pferdes durch einen freilaufenden Hund.


Ich hatte vor, das Pferd einer Bekannten zu kaufen. Da wir beide sicherstellen wollten, dass es wirklich passt, kam das Pferd für eine vertraglich vereinbarte Probezeit an den Pensionsstall wo bereits unser zweites Pferd als Einsteller steht. Die Stute blieb jedoch noch im Besitz meiner Bekannten, ich übernahm sämtliche laufenden Kosten. Die Stute kam dienstags an den Stall, lebte sich sofort sehr gut ein, in der Herde war Ruhe, es wurden mehrere Bilder und Textnachrichten verschickt die dies bestätigen, die Pferde lagen zusammen auf der Koppel und schliefen, es gab keinen Stress. Freitags erhielt ich dann gegen 20 Uhr einen Anruf von meinem Lebensgefährten. Die Stallbesitzerin hatte ihn telefonisch über einen Vorfall am Stall informiert, wonach ihr eigener Hund, der immer frei am Stall läuft (Jack Russel) auf der Weide gewesen sei, gebellt habe und der Stute "hinterher" sei. Diese habe sich erschrocken, sei durch den Stromzaun (2 Litzen, Strom war eingeschaltet) gerannt und lahme jetzt. Ich rief daraufhin die Stallbesitzerin an, die mir genau die gleiche Geschichte erzählte. Ich sagte ihr, dass sie sofort den Tierarzt holen soll, schickte ihr die Nummer meiner Tierärztin und fuhr so schnell es ging zum Stall, ich war gegen 21:15 Uhr dort. Die Stute stand ín einer Box und konnte überhaupt nicht mehr auftreten, mir war sofort klar, dass es schlimm war. Zu diesem Zeitpunkt war noch völlig klar, dass der Hund den Vorfall ausgelöst hatte. Der Hund lief immer noch im Paddock herum und ich sagte der Stallbesitzerin, dass sie ihn nicht mehr in die Nähe des Pferdes lassen soll. Sie sagte mir daraufhin, dass sie den Hund zwischenzeitlich nach dem Vorfall auch ins Auto gesperrt habe. Der Hund ist absolut unerzogen, er kennt keine Grundkommandos, jagt beim ausreiten auch Wildtiere und läuft immer frei. Bisher hatte ich persönlich allerdings noch nie gesehen, dass er die Pferde jagt. Die Stute kam nach telefonischer Rücksprache mit der Besitzerin in die Klinik, wo sich heraus stellte, dass Kronbein und Hufbein mehrfach gebrochen waren und es keine Chance mehr gab, sie musste erlöst werden. Der Freund der Stallbesitzerin, dem ebenfalls ein Teil des Stallgeländes gehört, fuhr noch mit uns in die Klinik, und er sagte uns, dass der Hund nicht versichert sei. Da wir erst gegen 03 Uhr aus der Klinik zurück kamen, konnten wir erst am Folgetag Kontakt mit der Stallbesitzerin aufnehmen. Da ich selbst noch absolut unter Schock stand, rief mein Partner bei ihr an, ich hörte das Gespräch mit. Offenbar war sie bereits von ihrem Freund informiert worden, dass wir uns nach der Versicherung des Hundes informiert hatten, denn plötzlich machte sie völlig andere Angaben. Der Hund sei einfach nur da gewesen, so wie immer, er habe gar nichts gemacht. Die Herde sei eh unruhig gewesen und außerdem habe sie gar nicht richtig gesehen was passiert wäre, vielleicht hätte auch ein anderes Pferd die Stute gejagt, auf jeden Fall sei es ein Unfall gewesen der bei Pferden nunmal passiere und es sei eine Frechheit, ihr nun die Schuld dafür zuschieben zu wollen. Der Hund brauche keine Versicherung, er sei so klein dass gar nichts passieren könne. Zweimal versuchten wir noch, ein vernünftiges Gespräch zu führen, da ggf ja auch die Haftpflicht der anderen Pferdehalter bzw. die Tierhüterhaftplflicht greifen könnte, nur erzählte die Dame ja jedes mal eine andere Version, wie der Unfall passiert sei. Von Anwohnern, deren Fenster genau auf die Weiden schauen, erfuhren wir, dass der Hund oft die Pferde auf der Koppel jagen würde, dies habe man oftmals beobachtet. Wir sind uns absolut sicher, dass die Sache so passiert ist, wie sie zuerst angegeben hat, denn auch bei einem Ausritt am Tag vorher hat sich die Stute mehrfach vor dem freilaufenden Hund erschrocken, wenn er plötzlich aus dem Gebüsch geschossen kam. Leider ist absolut kein Gespräch und keine Einigung mit der Stallbesitzerin mehr möglich. Wir sitzen nun auf ca. 5000€ Schaden, da wir das Pferd meiner Bekannten ersetzen müssen und natürlich die Kosten von Tierarzt und Klinik tragen müssen. Leider gibt es keinen schriftlichen Einstellervertrag. Der Stall gehört zum Teil der Frau, zum Teil ihrem Lebensgefährten. Der Offenstall, in dem die Stute stand, gehört dem Mann, mit ihm hatte ich auch mündlich vereinbart, dass ich die Stute dort einstellen kann. Geld ist in diesem Fall noch nicht geflossen, da immer zum 01. bezahlt wird und die Stute ja nur kurz da war. Ich habe bei dem Mann nachgefragt was er an Stallmiete für die Zeit in der das Pferd dort stand bekommt, er wollte jedoch, im Bezug auf den Unfall, kein Geld annehmen. Ich bin mir nun absolut unsicher. Auf der einen Seite geht ein Pferd ja nicht ohne Grund durch den Zaun und es gibt ja auch die Aussagen bezüglich des Hundes, allerdings nur mir und meinem Partner gegenüber. Andere Zeugen waren nicht dabei. Gibt es hier überhaupt eine Chance, den Stallbetreiber /Hundebesitzer haftbar zu machen? Ich weiß leider nicht, welche Angaben sie der Tierärztin gegenüber gemacht hat, möglicherweise wäre das noch ein neutraler Zeuge wenn auch dort der Hund erwähnt wurde...
01.05.2018 | 12:22

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von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich richtet sich hier die Richtung der Inanspruchnahme danach, wer etwas zu verschulden hat, d.h. wer haftet für was.
Der Hund darf nicht frei laufen auf dem Gelände, wenn das verboten ist und/oder wenn der Halter des Hundes weiß, dass der Hund nicht geeignet ist, frei zu laufen. Für die Haftung der Schäden, die der Hund verursacht, haftet der Halter aus dem Grundsatz der Tierhalterhaftung heraus (§ 833 BGB). Insofern können die Schäden durch den Halter des Hundes kompensiert werden, die durch den Hund nachweislich, also kausal, entstanden sind.
Zudem ist zu klären ob aus einer Pflichtverletzung aus dem Einstellervertrag heraus, der Stallbesitzer haftet.
Im Zweifel sind beide in Anspruch zu nehmen, da ggf. auch beide haften, da beide Eigentümer sind und zudem die Frau Halterin des Hundes.
Nicht sagen kann ich Ihnen, ob eine Inanspruchnahme auch erfolgsversprechend ist. Dies muss unter anderem auch durch den Arzt dargelegt werden. Es wäre zu prüfen, ob das Verhalten des Hundes kausal für den eingetretenen Schaden ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Wübbe


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