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Schadensersatz wegen Schimmel in der Mietwohnung?

| 06.12.2012 13:10 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Hallo, wir - 2 Erwachsene + 14 jährige - wohnen seit Mai 2012 in dieser Wohnung. Wir haben neue Möbel gekauft, alles renoviert. Nun haben wir Schimmel im Kinderzimmer, in der Küche, im Schlafzimmer und alles ist klamm. Der Vermieter weiß davon, war mit einem Maler hier und der sagte uns allen: er erstellt ein Angebot zur Innendämmung der Küche + Kinderzimmer. Der Maler sagte, dass es am Haus liegt, nicht an uns.Wir lüften mehrmals mit ganz offenen Fenstern, gekocht und geduscht wird mit Fenster auf und Tür zu. Wir haben sogar Luftentfeuchter in der Wohnung verteilt. Die Heizung ist an.
Wir mußten mittlerweile einen nagelneuen Küchenschrank, ein Hochregal im Kinderzimmer, einen Eckkleiderschrank im Kinderzimmer und diverse Taschen, Bücher, Ordner,Kissen aus besagtem Eckschrank wegschmeissen. Alles war verschimmelt. Wir könnten zum 01.03.2013 in eine neue Wohnung, wohl auch schon eher. Die alte ist fristgerecht gekündigt.Können wir hier auf die Kündigungsfrist verzichten? Muss der Vermieter für die Schäden aufkommen? Muss er eventuell für den neuen Umzug aufkommen? Können wir die Miete mindern?
Wir sind verzweifelt, da das Geld für einen erneuten Umzug nach nur wenigen Monaten fehlt.

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Der Vermieter ist verpflichtet, die Wohnung in mangelfreiem Zustand zu übergeben und sie in diesem Zustand zu erhalten. Treten Mängel auf, sind diese grundsätzlich durch den Vermieter zu beseitigen. Als Mangel gelten auch Feuchtigkeitsschäden, die nicht auf einem falschen Belüftungs- und Heizverhalten des Mieters beruhen. Für die Zeit, in der der Mangel vorhanden ist, kann der Mieter eine Mietminderung gemäß § 536 BGB durchführen. Bei der Mietminderung behält der Mieter einen Teil des Mietzinses ein, den er nach Beseitigung des Mangels nicht mehr nachzahlen muss. Denn die Mietminderung erfolgt aufgrund der bis zur Mängelbeseitigung nur eingeschränkten Nutzbarkeit der Wohnung, weshalb für diesen Zeitraum auch nur eine eingeschränkte Mietforderung besteht.

Als weiteres Druckmittel kann der Mieter zusätzlich die Zahlung des verbleibenden Teils der Miete bis zur Mängelbeseitigung einstellen, wenn dies dem Vermieter mindestens einen Monat vor Fälligkeit schriftlich mitgeteilt wird, § 556b Absatz 2 BGB. Allerdings muss dieser Betrag nach Beseitigung des Mangels zurückgezahlt werden.

Neben dem Minderungs- und Zurückbehaltungsrecht kann der Mieter vom Vermieter verlangen, dass dieser den Mangel in angemessener Frist beseitigt. Wird der Vermieter nicht tätig, kann der Mieter den Vermieter auf Mängelbeseitigung verklagen oder die Beseitigung auf Kosten des Vermieters selbst vornehmen (lassen).

Bei Gesundheitsgefährdung der Mieter durch den Schimmel sind diese auch zur außerordentlichen Kündigung ohne Einhaltung der Kündigungsfrist berechtigt.
Daneben kann gemäß der §§ 536a Absatz 1, 314 Absatz 4 BGB Schadensersatz geltend gemacht werden, der z.B. Makler- und Umzugskosten umfasst (siehe z.B. Landgericht Dresden, Urteil v. 13.10.2010, Az.: 4 S 135/10), sich aber auch auf Schäden am Mobiliar etc. erstrecken kann. Voraussetzung hierfür ist, dass der Vermieter mit der Mängelbeseitigung in Verzug ist oder der Mangel bereits bei Vertragsschluss vorhanden und von Ihnen nicht erkannt werden konnte (vgl. § 536b BGB).

Da nach Ihrer Schilderung von einem beträchtlichen Mangel auszugehen sein wird, rate ich dringend an, zur Feststellung der konkreten Minderungsquote sowie wegen der Bezifferung und Geltendmachung eines möglichen Schadensersatzanspruchs einen auf Mietrecht spezialisierten Anwalt vor Ort mit der Angelegenheit zu beauftragen. Es sollten zudem der Zustand der Wohnung sowie die Schäden am Mobiliar möglichst im Beisein des Vermieters und von Zeugen dokumentiert werden, z.B. durch Fotos.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


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Bewertung des Fragestellers 09.12.2012 | 15:50

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