Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

WEG-Recht: Reduzierung der Hausgeldvorauszahlungen ohne Beschluss möglich?

| 19.04.2021 08:53 |
Preis: 67,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


10:54
Sehr geehrte Damen und Herren,
es geht um die Hausgeldvorauszahlungen einer vermieteten Eigentumswohnung (ich bin der Eigentümer). Die Hausverwaltung erstellt die Hausgeldabrechnungen typisch erst im November des Folgejahres. (U.a. dadurch herrscht unter den Eigentümer eine gewisse Basisunzufriedenheit.) Für das Jahr 2018 habe ich ca. 600 Euro zurück erhalten. Die Abrechnung für 2019, die mir im November 2020 zuging, weist ein Guthaben von ca. 900 Euro aus. Die Hausverwaltung zahlt dieses nicht aus, weil die Eigentümerversammlung mit Hinweis auf Corona abgesagt wurde (die Absage sogar der Vertreterversammlung halte ich für eine Ausrede, da auf der Versammlung u.a. über den Wechsel des Verwalters beschlossen werden sollte) und folglich nicht über die Abrechnung beschlossen worden sei.
Frage 1: Ist der Verwalter hier im Recht, das Geld einzubehalten? (Vermutlich leider ja.)

Da sich an der Belegung der Wohnung seit 2018 nichts geändert hat, rechne ich auch für 2020 mit einem Guthaben. Gleichzeitig habe ich aber seit Ende 2019, also dem zuletzt abgerechneten Jahr, schon wieder 16 Monate die gleichen Vorauszahlungen geleistet, so dass mein Guthaben voraussichtlich immer weiter wächst. Auf meine Ankündigung, angesichts dessen die Vorauszahlungen zu reduzieren, meinte der Verwalter, da auch der Wirtschaftsplan unverändert weiter gelte, solange wegen der ausgefallenen Versammlung kein neuer beschlossen worden sei, hätte ich den vollen Betrag weiter zu zahlen.
Frage 2: Hat der Verwalter hier recht, dass ich unverändert weiter zahlen muss? (Vermutlich leider ja.)
Frage 3: Was passiert schlimmstenfalls, wenn ich eigenmächtig die Vorauszahlungen angemessen, d.h. so dass das Guthaben innerhalb eines Jahres z.B. ausgeglichen würde, reduziere? Kann der Verwalter z.B. das Geld einklagen ohne Beschluss der Eigentümer und trotz meines Guthabens?
Frage 4: Was raten Sie mir als beste Strategie? Ich befürchte, dass das Geld bei der Verwaltung versickert, und möchte meine Außenstände reduzieren.
19.04.2021 | 09:29

Antwort

von


(262)
Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu 1. Der Verwalter hat einen Abrechnungsentwurf erstellt. Zur Abrechnung wird dies erst, wenn die Eigentümerversammlung dem mehrheitlich zustimmt. Deshalb ist die Auszahlung des Guthabens noch nicht fällig.
Deshalb leider ja.

Zu 2. Leider ja, weil der alte Wirtschaftsplan weiter gilt, bis ein neuer beschlossen wurde.

Zu 3. Vermutlich kann der Verwalter das einklagen. Vermutlich deshalb, weil ich für eine endgültige Bewertung die Beschlusssammlung mit allen Beschlüssen seit bestehen der Eigentümergemeinschaft durchsehen muss. Es kann sein, dass es einen Beschluss gibt, der ihm das verbietet. Wenn ein solcher Beschluss nicht existiert, kann er.

Zu 4. Möglich wäre, dass alle Eigentümer der Abrechnung schriftlichen zustimmen. § 23 Absatz 3 WEG. Dann wird aus dem Abrechnungsentwurf eine echte Abrechnung. Ihr Guthaben wird fällig und Sie können mit den Hausgeldvorauszahlungen aufrechnen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Bernhard Müller

Rückfrage vom Fragesteller 19.04.2021 | 10:37

Okay, vielen Dank. Eine schriftliche Abstimmung ist aussichtslos, da der Verwalter keine Adressliste herausgibt (wozu er anderer Urteile zufolge verpflichtet wäre).
Zusatzfrage: Wäre der Verwalter angesichts des hohen Guthabens verpflichtet gewesen, für 2019 oder spätestens für 2020 im Wirtschaftsplan niedrigere Vorauszahlungen vorzusehen? Denn faktisch wird der Wirtschaftsplan auf den Versammlungen von den Eigentümern nur "abgenickt", nicht im Detail besprochen, und die Vorauszahlungen sind seit Jahren unverändert.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.04.2021 | 10:54

Sehr geehrter Fragesteller,

der Verwalter ist verpflichtet, den Wirtschaftsplan so zu entwerfen, dass die voraussichtlichen Kosten gedeckt werden aber nicht wesentlich mehr eingenommen wird. Wenn sich aus der Abrechnung ergibt, dass die Vorauszahlungen zu hoch sind, muss er die Vorauszahlungen im neuen Wirtschaftsplan niedriger ansetzen.

Als Eigentümer dürfen Sie auch selbst Änderungsanträge zum Wirtschaftsplan stellen. Auch wenn das die Abnicker nervt, muss über Ihren Änderungsantrag abgestimmt werden.

Wenn der beschlossene Wirtschaftsplan unrealistisch ist, können Sie diesen auch innerhalb eines Monats seit der Eigentümerversammlung beim Amtsgericht anfechten.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 19.04.2021 | 10:55

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnelle und klare Antwort, auch auf die Rückfrage."
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Bernhard Müller »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 19.04.2021
5/5,0

Schnelle und klare Antwort, auch auf die Rückfrage.


ANTWORT VON

(262)

Freiheitsweg 23
13407 Berlin
Tel: 03080571275
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Mietrecht, Erbrecht, Familienrecht, Strafrecht