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Vermieter dringt in Wohnung ein und tauscht Schloss aus

12.09.2009 13:04 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


17:25
Sehr geehrte Damen und Herren,
als ich gestern gegen 20 Uhr von einem eintägigen Besuch bei Verwandten zurückkehrte, passte mein Schlüssel nicht mehr in mein Wohnungsschloss. Ein gerufener Schlüsseldienst stellte ziemlich schnell fest, dass offenbar der Schließzylinder ausgetauscht wurde und dazu jemand in meiner Wohnung gewesen sein muss. Ich war vollkommen paralysiert, denn ich habe in den 1,5 Jahren die ich in meiner Wohnung lebe noch keinerlei Schwierigkeiten mit dem Vermieter gehabt. Ich habe alle Rechnungen/Mieten umgehend bezahlt und auch keine Abmahnungen ö.ä. erhalten. Ich habe zwar eine Nachbarin, die sich in der Vergangenheit mehrfach direkt bei mir beschwert hatte, ich wäre zu laut, aber dies trifft nicht zu, da die Dame sogar bei normalen Gesprächen bei Zimmerlautstärke nach 22 Uhr an die Wand klopfte. Wegen dieser Sache habe ich aber außer Ihrer direkten Beschwerde bei mir nichts gehört - im übrigen wohnt sie im Nachbarhaus. Ein zufällig vorbeikommender anderer Mieter sagte mir, während das Schloss ausgetauscht wurde, dass er gestern Vormittag meinen Vermieter mit einer weiteren Person an meiner Tür hätte klingeln sehen. Da ich keinerlei Mietrückstände o.ä. habe meinte er, dass vllt. eine Verwechslung vorläge, denn im Treppenhaus hängen keine Namensschilder und ein anderer Mieter des Hauses (eine Etage über mir) ist seit Monaten im Mietrückstand und auch nicht zu erreichen. Nachdem ich wieder in meiner Wohnung war, habe ich ohne Erfolg versucht den Vermieter in seinem Büro zu erreichen. Ein Anruf bei der Polizei ergab das weder ein Notfall vorlag, noch irgendeine polizeiliche Maßnahme bzgl. meiner Wohnung durchgeführt wurde. Sie riet mir so schnell wie möglich den Vermieter zu kontaktieren. Ich habe nun heute mehrfach versucht diesen zu erreichen - leider ohne Erfolg. Wie soll ich nun weiter verfahren? Das Austauschen des Schlosses kostete 130 Euro, die ich gerne wieder haben möchte. Mal ganz davon abgesehen das in meiner Abwesenheit völlig Fremde in meiner Wohnung waren und ich nicht weiß was die hier gemacht haben (augenscheinlich fehlt nichts). Mir wurde von mehreren Bekannten geraten umgehend Anzeige wegen Hausfriedensbruchs zu stellen. Jetzt ist die Frage ob ich ggf. bis Montag abwarte, bis ich den Vermieter bzw. einen Mitarbeiter erreiche oder den Vermieter sofort bei der Polizei anzeige - evtl. gibt es ja Spuren die gesichert werden müssten. Wie soll ich weiter verfahren?
12.09.2009 | 13:58

Antwort

von


(4)
Heringsbrunnengasse 9-11
55116 Mainz
Tel: 06131 / 62 91 850
Web: http://www.anwaltskanzlei-harfst.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Nach dem vorgetragenen Sachverhalt liegen keine Anhaltspunkte vor die ein Austausch des Schlosses an Ihrer Tür und ein Eindringen in Ihre Wohnung gerechtfertigt hätten.

Zu Ihrer Frage Ersatz der 130,- Euro für die Schloss Erneuerung. Diese können Sie unabhängig davon, ob Ihr Vermieter für die Schlossauswechslung verantwortlich ist oder nicht, als Notmaßnahme in Rechnung stellung.

Mit dem Austausch des Schlosses ist der Strafttatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt. Da jedoch aus Ihrer Schilderung nicht eindeutig hervorgeht, ob der andere Mieter Ihren Vermieter lediglich an Ihrer Tür beobachtet hat oder ob er auch den Austausch des Schlosses beobachtet hat, sollten Sie bei einer Anzeige deutlich machen, dass ein Verdacht gegen Ihren Vermieter besteht, Anzeige jedoch gegen Unbekannt erstatten.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Harfst
Rechtsanwalt

Tel.: 06144 - 955265
Fax.: 06144 - 337695
ra-harfst@t-online.de





Nachfrage vom Fragesteller 12.09.2009 | 15:31

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Was mich vorallem umtreibt ist die Frage, auf die sie leider nicht direkt eingegangen sind und zwar ob ich jetzt unverzüglich handeln und die Polizei einschalten sollte um evtl. Beweise sichern zu lassen, oder ob das in diesem Fall nicht viel bringen würde und es zunächst sinnnvoller wäre am Montag das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen und je nach Verlauf evtl. Anzeige zu erstatten. Immerhin besteht immer noch die Möglichkeit das es sich um einen Irrtum handelt und wir uns gütlich einigen können.
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2009 | 17:25

Sehr geehrter Ratsuchender,

eine allgemeingültige Antwort kann auf Ihre Frage nicht gegeben werden. Letztlich hängt alles im wesentlichen davon ab, wie stark Ihr Verdach gegen Ihren Vermieter ist und wie Sie zukünftig mit diesem stehen wollen.

Selbstverständlich steht es Ihnen frei, sofort Strafanzeige zu erstatten und die Verfolgung zu beantragen. Da der Hausfriedensbruch nur auf Antrag verfolgt wird, ist dieser innerhalb von drei Monaten zu stellen.

Ob hierauf allerdings umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen bzw. Beweissicherungsmaßnahmen ergriffen werden ist eher zweifelhaft.

Sie müssen sich aber dann darüber im klaren sein, dass wenn Sie den Verdacht äußern, dass Ihr Vermieter mit der Angelegenheit zu tun hat, mit Sicherheit auch gegen diesen ermittelt wird. Konkret bedeutet dies, dass er mindestens eine Vorladung bekommt und zur Aussage aufgefordert wird. Dies alleine ist den meisten Menschen schon äußerst unangenehm.

Aus Ihrer Frage und Ihrer Nachfrage meine ich zu entnehmen, dass ein gutes Verhältnis zu Ihrem Vermieter für Sie nicht ganz unwichtig ist und Sie an einer gütlichen Einigung nicht ganz uninteressiert sind. Sie müssen sich daher überlegen, wie wichtig es Ihnen ist, dass gegen Ihren Vermieter ermittelt wird. Weiterhin wird Ihr Vermieter wahrscheinlich eher einer gütlichen Streitbeilegung gegenüberstehen, wenn er nicht zuvor in ein Strafverfahren hineingezogen wurde.

Nicht verschwiegen werden soll, dass es nach der Anzeige gem. § 77d StGB die Möglichkeit gibt den Strafantrag zurückzunehmen und so die Ermittlungen wieder zu stoppen.

Sie könnten daher das Szenario so spielen, dass Sie erst Anzeige erstatten, dann mit Ihrem Vermieter reden und je nach Ausgang des Gesprächs den Strafantrag zurücknehmen. Auf ein gutes Verhältnis zu Ihrem Vermieter hätte dies dann nur Auswirkungen, wenn die Aufforderung zur Aussage vor Ihrem Gespräch erfolgen sollte.

Sollte Ihr Verdacht gegen Ihren Vermieter nicht so stark sein, sollten Sie umgehend Anzeige erstatten.

Ich hoffe Ihnen behilflich gewesen zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Harfst
-Rechtsanwalt-

ANTWORT VON

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