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Verkauftes Pferd lässt sich nicht reiten, muss ich es zurücknehmen?


01.04.2005 21:10 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,
vor ca. 3 Wochen haben wir unsere 13 jährige Haflingerstute Selina für 650€ verkauft (ohne tierärtztliche Untersuchung, die Käuferin hat darauf verzichtet.). Am Abend vor dem Verkauf wurde sie von der Käuferin zur Probe geritten und diese wurde dann leider 2 mal abgeworfen. Da sie dies noch nie vorher gemacht hatte (Zeugen gibt es), sind wir davon ausgegangen, dass es am Sattel liegt(wir hatten schon keinen mehr, der geliehene passte nicht ganz) und das sie einfach zuviel Pfeffer im Hintern hatte (sie wurde in den letzten Wochen nicht allzuviel bewegt(wg. der kalten Witterung)). Das Pferd kam nach dem Abwurf der Reiterin sofort wieder zu uns, als wäre nichts gewesen. Trotz Abwurf hat sie dann am nächsten Tag das Pferd gekauft. Nun das Problem.
Wir haben einen Standardinternetkaufvertrag gemacht. Die Käuferin möchte nun das Pferd zurückgeben, da es immer noch buckelt und deshalb nicht reitbar ist. Bei uns waren 14jährige Kinder drauf und nie ist etwas passiert, sie war das tollste Pferd. Die Mutter der Käuferin erzählte mir das das Pferd mit einem Westernsattel prima in allen Gangarten ohne Probleme gelaufen ist. Leider war der Westernsattel nur geliehen, man wollte offensichtlich alles ausprobieren. Es kam wieder der englische Sattel drauf und das Theater ging wieder von vorne los.Dabei stürzte die Käuferin unglücklich und mußte 4 Tage ins Krankenhaus. So wie es aussieht liegt es wohl am Sattel, aber ein Sattelspezialist hat der Mutter wohl erzählt, dass es sich trotzdem um ein Rückenproblem handeln muss, welches damit schon an dem Probeabend bestanden haben muss. Inwieweit das stimmt kann wohl nur ein Arzt sagen. Beim Westernsattel ist wohl die Fläche und verlagerung größer. Wir hatten allerdings nur englische Sättel, da gab es nie Probleme. Es gibt bei Haflingern allerdings die Problematik überhaupt einen passenden Sattel zu finden!

Im Kaufvertrag der Reiterlichen Vereinigung steht der Satz "Das Pferd wird verkauft, wie besichtigt und zur Probe geritten. Hinsichtlich der reiterlichen bzw. sportlichen Beschaffenheit wir der Zustand als vertraglich vereinbart zugrunde gelegt, der sich nach Besichtigung des Pferdes und/oder nach Proberitt durch den Käufer darstellt. Insoweit erfolgt der Verkauf unter vollständigem Ausschluss jeglicher Haftung. Link im Web. (http://www.pferde.de/fileadmin/pferde.de/Magazin/Recht/muster-kaufvertrag.pdf)
Das Pferd wird unter Position 3c. nicht als Dressur, Spring, Vielseitigkeits, Fahr-, Voltigierpferd verkauft (alles wurde gestrichen). Die Parteien sind sich einig, dass die weitere Entwicklung und die weiteren Fähigkeiten nicht absehbar sind.

In wie weit kann nun das Pferd zurückgegeben werden.

Danke für die Antwort

Gruß

01.04.2005 | 21:32

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage,

auch ein Pferd kann wie eine Sache mit Mangeln behaftet sein. Falls das Pferd tatsächlich unter degenerativen Rückenproblemen leiden sollte, ist dann auch von einem Mangel auszugehen. Eon solcher Mangel berechtigt den Käufer dann zur Rückgabe, wenn er bei Verkauf versteckt war, dh für den Käufer ohne Beisein eines Sachverständigen nicht erkennbar war. Sollte es sich wirklich um ein Rückenproblem handeln, dann war dieser auch nicht nach aussen erkennbar, da das Pferd sich die meiste Zeit normal verhielt und Sie selber ja davon ausgegangen sind, dass es sich um ein Sattelproblem handelt.


Auch der bei Verkauf vereinbarte Gewährleistungsausschluss nach der Bestimmung verkauft wie besichtigt kann nach Ansicht der Rspr nicht derartige versteckte Mängel ausschliessen. Die Haftung kann wie gesagt nur für solche Mängel ausgeschlossen werden, die bei einer ordnungsgemäßen Besichtigung ohne Zuziehung eines Sachverständigen wahrgenommen werden können.

Wenn Sie davon ausgehen, dass das Pferd nicht an einem Rückenmangel leidet und sie das Pferd nicht zurücknehmen wollen, sollten Sie es auf einen Prozess ankommen lassen. Im Rahmen des Verfahrens wird dann ein gerichtlich bestellter Sachverständiger feststellen, ob das Pferd tatsächlich an erheblichen Rückenproblemen leidet und deswegen zurückzunehmen ist.


Mit freundlichen Grüßen


Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 04.04.2005 | 14:20

Hallo,

falls das Pferd tatsächlich Rückenprobleme haben sollte (bescheinigt von einem Tierarzt), ist es mir dann möglich diese durch einen Tierarzt beheben zu lassen, so dass es dann wieder reitbar wäre? (ohne das Tier zurücknehmen zu müssen). Oder muss ich das Tier auf jeden Fall zurücknehmen, auch wenn der Tierarzt das Rückenproblem beheben könnte.

Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.04.2005 | 15:23

Sehr geehrter Fragesteller,

Der Käufer einer mangelhaften Sache muss zunächst Nacherfüllung verlangen. Erst wenn die mit gesetzter Frist verlangte Nacherfüllung erfolglos gefordert wurde, kann der Käufer zurücktreten.

Wenn die Rückenprobleme also behoben werden können, müssen Sie das Tier nicht zurücknehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
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