Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfall mit gekauftem Auto


14.06.2007 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Hallo!

Letztes Jahr ist mir etwas ganz blödes passiert.
Ein Freund hat sich im November 2006 ein Auto gekauft, womit ich eine Woche später einen Unfall gebaut habe. Ich hatte jemanden die Vorfahrt genommen.
Nun hat die Versicherung den Schaden in Höhe von 10.000 € bezahlt.
Da das Auto noch über den Verkäufer lief, wurde er dementsprechend Hochgestuft, von 70% auf 100%. Der Verkäufer verlangt von mir, dass ich Ihn diese Differenz privat auszahlen soll. Dabei handelt es sich um knapp 1.300 Euro. Ich habe mir aber von einem Versicherungsmakler max. 600 Euro ausrechnen lassen.
Gibt es irgendwo die Möglichkeit, sich sowas genau auflisten zu lassen?

Da ich Ihm bis heute nicht einen Cent überwiesen habe (da ich es nicht einsehe, es privat zu machen, ich habe das Gefühl, er will mich reinlegen) will er zu seinem Anwalt gehen und es einklagen.
Er meinte ebenfalls, dass ich dann die gesamten 10.000 Euro Schadenssumme an die Versicherung zahlen müsste. Ist sowas überhaupt möglich?
Ich habe mal gelesen, dass es nichts nutz, wenn im Kaufvertrag steht, dass das Fahrzeug innerhalb von 3 Tagen umzumelden ist, wenn man es doch nicht tut, so wie wir.
Wie könnte es im schlimmsten Fall für mich ausgehen? Die 10.000 Euro zahlen? Die 1.3000 Euro? Und muss ich nachher noch seinen Anwalt bezahlen, weil ich glaube nicht, dass ich Rechtsschutzversichert bin.
Und da ich Auszubildener bin, verdiene ich natürlich auch nicht gerade viel. Und ich glaube, dass meine Eltern ebenfalls nicht Rechtsschutzversichert sind.

Über eine Antwort freue ich mich sehr!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Nach § 6 der Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung geht bei einer Veräußerung des Kraftfahrzeugs der Versicherungsvertrag auf den Erwerber über. Beim Verkauf eines nicht abgemeldeten Fahrzeugs endet somit weder der Haftpflicht- noch der Kaskoversicherungsschutz automatisch. Verursacht der Erwerber vor der Ummeldung des Fahrzeugs einen Verkehrsunfall mit Drittschaden, muss die Versicherung des Verkäufers für den Drittschaden voll aufkommen. Weiterhin wird die Kaskoversicherung je nach Deckungsumfang zur Leistung verpflichtet sein.

Der Verkäufer wird dann nicht in der Schadensfreiklasse höher gestuft, wenn er sowohl den Versicherer als auch die Zulassungsstelle über den Verkauf informiert hat und hierbei eine Kopie des Kfz-Kaufvertrages, in dem die exakte Uhrzeit der Autoübergabe festhalten wurde, vorgelegt hat. Wurde der Versicherer nicht entsprechend informiert, wird der Verkäufer hingegen zu Recht im Schadenfreiheitsrabatt zurückgestuft werden. In welcher Höhe die Neueinstufung gerechtfertigt ist, läßt sich ohne Kenntnis des Versicherers und des Fahrzeugtyps nicht beurteilen. Denn die Einstufungsmöglichkeiten sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich für Zweitwagen, Personen mit mindestens dreijährigem Führerscheinbesitz und Ehegattenregelungen. Nachdem Sie sich bereits bei einem Versicherungsmakler informiert haben, werden Sie sichere Auskünfte nunmehr am ehesten von der jeweiligen Versicherung selbst erhalten.

Soweit der Verkäufer von Ihnen Schadensersatz aufgrund des Verkehrsunfalls verlangt, wird er zunächst nicht die Summe von EUR 10.000,- beanspruchen können, nachdem die Versicherung diesen Betrag gezahlt hat und es insofern an einem Schaden fehlt. Handelte es sich bei diesem Betrag um die Versicherungsleistung für den Kaskoschaden an dem Fahrzeug des Verkäufers, kommt ein Regress der Versicherung Ihnen gegenüber nur dann in Betracht, wenn Ihnen grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorzuwerfen ist. Erfolgte die Leistung auf den Haftpflichtschaden, kann die Versicherung Sie aufgrund einer ggf. zu bejahenden Obliegenheitsverletzung nach §§ 2 b, 7 AKB (z.B. Alkoholmussbrauch, Unfallflucht) in Anspruch nehmen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Leistungsfreiheit des Versicherers für eine Obliegenheitsverletzung auf EUR 2.500,- bzw. bei einer besonders schwerwiegenden vorsätzlich begangenen Verletzung der Aufklärungs- oder Schadensminderungspflicht auf EUR 5.000,- beschränkt ist.

Die Differenz der aktuellen Einstufung in die Schadenklasse zu der Einstufung vor dem Unfall wird der Verkäufer mangels vertraglicher Beziehungen nur unter dem Gesichtspunkt der unerlaubten Handlung beanspruchen können. Dies wird allerdings nur für die Rückstufung beim Schadensfreirabatt in der Kaskoversicherung gelten, nicht hingegen in der KFZ-Haftpflichtversicherung, da dieser Schaden ist nicht unmittelbar auf die Beschädigung des PKW zurückzuführen ist (vgl. OLG Karlsruhe Az.: 17 U 121/02 ).

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 15.06.2007 | 00:18

Hallo!

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Das hat mir schonmal ein ganzes Stück weitergeholfen.

Das Auto war nur Haftpflichtversichert gewesen bei der HUK-COBURG. Kaskoversicherung bestand nicht.

Ebenfalls bestand keine Fahrerflucht bzw. waren Drogen oder sonstiges im Spiel.

Also wenn ich das richtig verstanden habe, hat der Verkäufer bzw. die Versicherung keinen Anspruch auf irgendwelche Zahlungen von meiner Seite aus.
Aber warum steht dann im ersten Satz von Ihnen das laut §6 der Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtbedingungen, dass bei einer Veräßerung des Kraftfahrzeuges der Versicherungsvertrag auf den Erwerber zugeht? Hat die Versicherung / Verkäfer also doch Anspruch? Oder versteh ich das falsch?

Vielen Dank trotzdem! :-)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.06.2007 | 17:28

Sehr geehrter Fragesteller,

„Übergang der Kfz-Versicherung auf den Erwerber im Falle der Veräußerung“ bedeutet, dass der Versicherungsschutz des bisherigen Versicherungsnehmers auf den Erwerber übergeht. Ein Anspruch auf Ersatz der an den Dritten geleisteten Entschädigung steht der Haftpflichtversicherung gegenüber dem Erwerber unter denselben Voraussetzungen wie gegenüber dem bisherigen Versicherungsnehmer zu. Kann dem Erwerber keine Obliegenheitsverletzung nach §§ 2 b, 7 AKB nachgewiesen werden, ist ein Rückgriff nicht möglich. Gegenüber dem Kfz-Fahrer gilt nichts anderes: Ein Rückgriff der Versicherung gegen ihn setzt eine Verletzung der Obliegenheiten aus dem Haftpflichtversicherungsvertrag voraus.

mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER