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Umgangsregelung bei Distanz von 500 km


| 03.12.2011 19:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



(Bitte nur einen Antwort von einem Rechtsanwalt, der Fachanwalt für Familienrecht ist oder sich ganz explizit auf Familienrecht spezialisiert hat.)


Guten Abend,

wir haben ein 2,5 Jahre altes Kind. Mutter und Vater leben 500 km entfernt voneinander. Laut gerichtlichem Gutachten gibt es derzeit keine nennenswerte Bindung zwischen Vater und Kind. Dennoch wird seit Oktober 2011 der Umgang wie folgt praktiziert: Der Vater holt das Kind an einem Wochenende im Monat freitags 14 Uhr ab, bringt es in seine 500km entfernte Heimat, bringt es dann wieder sonntags um 18 Uhr nach Hause.

Nun beantragt er per Eilantrag die Erweiterung des Umgangs. Zum einen möchte er die Abholung freitags auf 12 Uhr vorverlegen. Zum anderen möchte er ab Januar 2012 zusätzlich den Donnerstag ab 12 Uhr, um mehr Umgangstage am Stück zu haben.

Was mich zum einen stört, ist, dass unser Kind bereits seit Januar 2011 in den Kindergarten geht und bei dieser Umgangsregelung ab Donnerstag fast zwei Tage fehlen würde. Ich habe unser Kind in den Kindergarten gegeben, weil ich möchte, dass es von Anfang an lernt, dass es einen geregelten Tagesablauf gibt, dass es Dinge im Leben gibt, die man regelmäßig macht, und dazu gehört als Vorstufe zur Schule für mich auch der Kindergarten, der wie die Schule nicht nach Lust und Laune besucht wird. Der Vater legt auf einen geregelten Tagesablauf nicht solchen Wert.

Zum anderen stört es mich, dass bisher der Umgang noch nicht lange in der aktuellen Form läuft, er biser auch nicht wirklich gut läuft. Unser Kind kommt regelmäßig krank nach Hause, schreit nach der Rückkehr weinend nachts, ich soll nicht weggehen, das Kind will nicht mehr zu seinem Vater. Letztes Mal hat sich unser Kind eingekotet, sodass ich das Bett am Morgen komplett waschen musste.

Ich glaube einfach, wir sind noch lange nicht so weit, dass der Umgang jetzt schon ausgeweitet werden kann. Ich würde mir wünschen, dass erst einmal der aktuelle Umgang gut läuft.

Darum stehe ich der Verlängerung des Umgangs am Wochenende derzeit sehr kritisch gegenüber. Ich hielte mehr davon, wenn der Vater alle zwei Wochen Umgang pflegen würde, um zunächst die Bindung zu stärken. Das zweite Wochenende sollte am besten am Wohnort des Kindes stattfinden, weil ich glaube, dass diese langen Fahrten einfach auch stressig sind.

Erschwerend kommt derzeit noch hinzu, dass unser Kind ständig an Atemwegserkrankungen leidet und sich schon gar nicht mehr erholen kann. Der Vater nimmt das Ganze offenbar nicht ernst - schließlich habe unser Kind letztes Mal gar keine Probleme bei ihm gehabt. Wenn sich die Beschwerden nicht verbessern, wird es in Asthma enden, was ich unserem Kind gerne ersparen würde. Darum frage ich mich, wie man den Umgang möglichst schonend gestalten könnte.

Nun ist meine Frage:

Wird der Vater in Anbetracht der oben genannten Punkte Erfolg damit haben, wenn er einen weiteren Umgangstag (den Donnerstag) beantragt? Wird er es per Eilantrag oder nur per Hauptverhandlung bekommen? Er argumentiert, dass dadurch die Bindung noch gestärkt werden könne. An der Abholzeit 14 uhr stört ihn, dass er spät nach Hause kommt, aber das weiß er seit Februar 2011 und hat dagegen keine Beschwerde beantragt.

Ein zweites Wochenende im Monat möchte er aus finanziellen Gründen nicht machen. Da er aber 40-60 Stunden die Woche als Finanzberater arbeitet, gehe ich davon aus, dass er ausreichend Geld hätte (seine Auskünfte will er seit drei Jahren nicht erteilen, daher kann ich nur spekulieren).

Könnte ich Erfolg damit haben, wenn ich ein zweites Umgangswochenende beantrage anstatt einer Verlängerung um den Donnerstag?

Hat er bessere Chancen oder ich auf diese Distanz?

Gibt es dazu Entscheidungen, die Sie mir mit Aktenzeichen benennen können, damit ich sie mir durchlesen kann (habe auch Zugang zu diversen Datenbanken).

Mit freundlichen Grüßen.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und in Beachtung Ihres Einsatzes beantworten möchte:

Man muss bei allen Umgangsverfahren bedenken, dass hier Einzelfallentscheidungen getroffen werden, die nicht ohne weiteres auf andere Fälle übertragen werden können. Gerade für Ihre Frage, macht es keinen Sinn auf irgendwelche andere Entscheidungen abzustellen. Man kann ohne Kenntnis der bisherigen Verfahrensakten und insbesondere des Gutachtens von hier keine abschließende Beurteilung abgeben.

In der Praxis werden Ausweitungen des Umgangs in der Regel erst vorgenommen, wenn sich die bisherige Regelung über einen gewissen Zeitraum bewährt hat und wenn eine Erweiterung unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls sinnvoll ist.

Wenn ich Sie richtig verstehe, wird die bisherige Regelung erst seit diesem Jahr praktiziert. Auch angesichts des Alters des Kindes, wäre eine Erweiterung nach so kurzer Zeit nicht der Regelfall. Es müssten schon sehr gewichtige Gründe dafür sprechen.

Bei großer räumlicher Distanz werden häufig Regelungen wie Ihre getroffen, nämlich Umgang einmal pro Monat. Die Kindergartenzeiten sind generell zu beachten, einen Anspruch den Umgang bereits am Donnerstag zu beginnen, sehe ich nicht. Möglicherweise kommt eine Vorverlegung Freitags in Betracht, etwa Abholung aus dem Kindergarten durch den Vater. Zwingend sehe ich das aber auch nicht.
Sinnvoller wäre in der Tat eine Ausweitung auf alle zwei Wochen. Generell findet der Umgang beim Berechitgten statt, es kann aber auch sinnvoll sein diesen zweiten Besuch an Ihrem Wohnort durchzuführen.

Ich glaube nicht, dass ein Eilantrag Aussichten auf Erfolg hat. Da es bereits eine Regelung gibt, wird man im Eilverfahren keine Änderung vornehmen, es sei denn, die Eltern treffen bei Gericht eine neue Elternvereinbarung.

Sie sollten Zurückweisung des Antrags beantragen und können in Ihrer Erwiderung anführen, dass Sie eine Erweiterung auf alle 14 Tage, im Rahmen Ihrer Vorstellungen, mittragen würden.

Sie sollten sich einer Erweiterung im einstweiligen Verfahren widersetzen.



Bitte bedenken Sie, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten Beurteilung führen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht

Paulistr. 10
31061 Alfeld
Tel.05181/5013
Fax 24163
mail:anwaltwoehler@googlemail.com



Bewertung des Fragestellers 06.12.2011 | 10:45


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