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Umgangsregelung, wenn der Vater teilweise im Ausland lebt

| 27.04.2014 17:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Grundsätzlich besteht das Umgangsrecht auch wenn der Umgangsberechtigte im Ausland lebt. Maßstab ist immer das Kindeswohl und die Umstände des Einzelfalles.

Situation: Vor 3 Jahren Trennung, Ehe ist aber noch nicht geschieden, Sorgerecht ist gemeinsam. Ich(Mutter) lebe mit Kind ( jetzt 7) in Berlin, Vater seit über 2 Jahren von April bis Okt in Spanien, wo er einen sehr schlecht bezahlten Job hat ( deshalb kein Unterhalt mögl.).
Ich arbeite Vollzeit als Krankenschwester und betreue und versorge unser Kind komplett allein bzw mit Hilfe meiner Familie.
Problem: Der Kindsvater besteht darauf, dass unsere Tochter ihn in den Sommerferien in Spanien besucht, was bedeutet, dass sie allein dorthin fliegen müsste( mit Begleitservice). Es gibt aber von Oktober bis April die Möglichkeit, den Kontakt auch in Deutschland zu haben, da er dann in DE ist und sie auch über mehrere Tage holen könnte. Im Sommer 2013 habe ich einen Versuch gewagt, sie zu ihm zu schicken. Das war ein Fehler und sie wollte nach 1 1/2 Wochen nach Hause und weinte sehr viel, er hat das aber wegen der Umbuchungskosten abgelehnt. Um das in Zukunft zu vermeiden, möchte ich für die nächsten 2 Jahre vermeiden, dass sie allein so weit weg fliegen muss.Zumal er in Spanien im Sommer gar keine freien Tage hat, sondern sowieso fast jeden Tag auf Fremdbetreuung angewiesen wäre. Bis das Kind 9 Jahre alt ist, würde ich gern den Umgang stattfinden lassen, wenn der Vater in Deutschland ist, dann in den Schulferien gerne auch über mehrere Tage. Wenn sie dann wenigstens 9 ist, würde ich sie für gefestigt genug halten, ihren Vater auch allein in Spanien zu besuchen.
Frage: Kann der Vater mich zwingen, sie zu ihm ins Ausland zu schicken, wie er es sehr zornig angedroht hat, als ich meine Bedenken formuliert habe? Kann er verlangen, dass ich ein 7-jähriges Kind ins Flugzeug setze, nur weil er meint, einen Billiglohnjob in Spanien ausüben zu müssen? Nochmals zur Verdeutlichung: Der Umgang soll nicht verhindert werden. Aber er könnte eben auch in Deutschland stattfinden, bis sie älter geworden ist.Um Mißverständisse zu vermeiden- es geht nur um die Reisen an sich, nicht um deren Bezahlung und auch nicht um Unterhalt ( da er angeblich nur Existenzminimum verdient).

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Vater hat ein Recht auf Umgang, auch in den Ferien, was Sie ja auch gar nicht in Abrede nehmen.
Es ist immer eine Sache des Einzelfalles ob ein Kind im Ausland Umgang haben kann oder nicht. Letztlich ist Maßstab beim Umgang nicht nur der Wunsch des Vaters, sondern in erster Linie das Kindeswohl. Die Gerichte gehen in der Praxis schon davon aus, dass ein Kind im Grundschulalter einen Teil der Ferien beim anderen Elternteil verbringen kann, auch im Ausland. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an, es gibt hier keine gesetzliche Regelung. Wenn der Versuch 2013 "schief gegangen" ist, dann kann man entweder eine Pause rechtfertigen oder aber davon ausgehen, dass das Kind 2014 im Sommer ein Jahr älter ist. Allerdings ist es schon kritisch zu sehen, dass der Vater wenig oder keine Zeit zur Betreuung hat. Diese Tatsache zusammen mit den Ereignissen des Vorjahres sprechen aber aus meiner Sicht eher für Ihre Meinung. Generell kann der Vater entscheiden wo er lebt und hat dort einen Anspruch auf Umgang. Gesetzlich ist er aber auch zum Holen und Bringen verpflichtet. Ich würde das Kind nicht alleine fliegen lassen trotz Begleitservice.

Zumindest für dieses Jahr würde ich auch den Umgang in Deutschland stattfinden lassen, wenn der Vater hier einen "Standort" hat. Falls der Vater versucht sein Recht auf Umgang gerichtlich durchzusetzen, wäre es sicher auch von großer Bedeutung, was Ihre Tochter bei einer Anhörung aussagt. Wenn der Vater holen und bringen würde, ist es aber nicht sicher, ob ein Gericht Ihrer Meinung folgen würde. Das ist immer eine Ermessensentscheidung im Einzelfall. Ich halte aber Ihre Position für gut vertretbar, weil das Kindeswohl der oberste Maßstab ist.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht


Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2014 | 19:58

Zunächst einmal vielen Dank für die Antwort, die mir schon sehr weiterhilft. Nun die Nachfrage:Haben Sie mit dem Hinweis, dass der Vater gesetzlich zum Holen und Bringen verpflichtet ist, sagen wollen, dass ich (wenigstens bis das Kind etwas älter ist) die Reise ablehnen kann, wenn er das auf keinen Fall selbst übernehmen kann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2014 | 20:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Ja, wenn der Vater das Kind nicht holen und bringen will oder kann können Sie die Reise ablehnen und ihm anbieten den Umgang in Deutschland auszuüben.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht

Bewertung des Fragestellers 27.04.2014 | 20:31

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.04.2014 5/5,0
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