Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Testament Widerspruch


| 07.11.2006 15:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Sehr geehrte Damen und Herren,

im nachfolgend summarisch geschilderten Fall möchte ich Sie gerne um eine Erstauskunft bitten:

Der Erblasser hat zwei Testamente hinterlassen: Ein früheres privatschriftliches (Nr.1) und ein später abgefasstes notarielles (Nr.2) - beide Testamente sind der Form nach gültig.
Im Testament Nr.1 sind verschiedene Geldvermächtnisse ausgesetzt. Testament Nr.2 enthält allerdings eine Verfügung, die nicht gleichzeitig mit den Geldvermächtnissen des Testaments Nr. 1 erfüllt werden kann. Es ist völlig unstrittig, dass ein Widerspruch zwischen beiden Testamenten besteht.

Der Erblasser hat kurz nach Abfassung des späteren Testaments (Nr 2) an die Vermächtnisnehmer des ersten Testaments einen Brief geschrieben und bestätigt, dass dieses ältere Testament (Nr 1) weiterhin seinem Willen entspricht und erfüllt werden soll.

Auf der Grundlage dieser Sachverhaltsbeschreibung bitte ich Sie um Antwort zu den folgenden Fragen:

1) Ist es richtig, dass in allen Punkten, in denen ein Widerspruch besteht, das Testament Nr 1 ungültig wird, weil es das ältere ist ?

2) Stimmt es, dass Testament Nr 1 dann sogar zwingend, von Gesetzes wegen ungültig wird, unabhängig vom Willen des Erblassers, wie er in dem Brief zum Ausdruck kommt ?

Mit freundlichen Grüssen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

1.)
gem. § 2258 BGB wird grundsätzlich durch Errichtung eines Testaments ein früheres soweit aufgehoben, als es dem älteren widerspricht.

D.h. allein durch ein neues Testament wird das alte nicht vollständig aufgehoben, sondern insoweit beide unvereinbar sind.

Daher wird, hinsichhtlich des Widerspruchs, das frühe vom späteren Testament verdrängt.

2.)
Grundsätzlich hat ein Brief des Erblassers keinen direkten Einfluß auf die errichteten Testamente.
Mit zwei Ausnahmen:

Der Brief kann als Anhaltspunkt für eine Testamentsauslegung herhalten, da dies die Vorraussetzung ist um Widersprüche in verschiedenen Testamenten festzustellen.

Der Brief kann auch ein weiteres (nach Ihrer Schilderung drittes und letztes) Testament sein, so es die Formalien eines Testaments erfüllt und vom Erblasser als rechtsverbindliche letztwillige Verfügung angesehen wurde oder er zumindest im Bewußtsein handelte, der Brief könne als Testament angesehen werden. (BayObLG 1Z BR 87/00).

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76

Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2006 | 17:43

Sehr geehrter Herr RA Bordasch,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und vor allem für den Hinweis auf ein mögliches Brieftestament.

Hierzu würde ich sehr gerne folgende Nachfrage stellen:
Für den Fall, dass es sich bei dem Brief tatsächlich, wie von Ihnen ausgeführt, um eine gültige letztwillige Verfügung des Erblassers handelt: Müsste dieser Brief dann, genauso wie ein Privat- oder notarielles Testament, beim Nachlassgericht zur Eröffnung abgeliefert werden und von dort mit Eröffnungsprotokoll den Erben zugestellt werden ?

Besten Dank im voraus für Ihre Antwort !

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.11.2006 | 19:20

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie sollten in jedem Falle, wenn der Brief ein Testament sein könnte, dieses dem Nachlassgericht zur Eröffnung abliefern.

Wenn es sich nämlich wirklich um ein Testament handelt, könnten Sie sich ansonsten gem. § 274 StGB strafbar machen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76





Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die Antworten zur Haupt- und zur Nachfrage - Sie haben mir sehr bei der Lösung des Problems geholfen !
"
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER