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Tabakrauch aus der Nachbarwohnung


29.07.2006 13:26 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie ich jetzt "geschockt" feststellen musste, ist meine gesamte Bekleidung im Kleiderschrank mit einem penetranten rauchig-muffigen Geruch behaftet, der m.E. von der Wohnung unter mir ausgeht. Hier ist im März ein neuer Mieter eingezogen, der Raucher ist. Das habe ich immer wieder auch abends zu spüren gekriegt, denn der Tabakrauch wirkt auf mich offensichtlich anregend, ich liege dann nachts hellwach im Bett, zu einer Zeit, wo ich sonst (früher) immer müde war. Ich hatte mich bisher noch nicht an die Hausverwaltung gewandt, da ich mir oft nicht sicher war: Riecht es nach Rauch oder bildest du dir das nur ein? Es ist nämlich so, dass ich den Geruch nur immmer kurzfristig intensiv wahrnehme, danach bin ich wohl daran gewöhnt und merke es nciht mehr so direkt - habe zwar einen rauen Hals und muss auch öfters husten, aber direkt nachweisen kann ich es ja nicht.

Habe den neuen Mieter auch wiederholt angesprochen, er erklärte sich bereit, das Rauchen einzuschränken, beim letzten Mal sagte er sogar, er würde nicht mehr in der Wohnung rauchen.

Der Mieter ist nun für einige Wochen abwesend (besucht hier Fachhochschule und fährt in den Semesterferien nach Hause).
Möglicherweise hat er ja wirklich mit dem Rauchen in der Wohnung aufgehört, aber es hat sich halt nun dieser Rauchgeruch in meiner Wohnung (eigentlich hauptsächlich im Schlafzimmer, das sehr klein ist, und hier insbesondere im Schlafzimmer/Kleiderschrank) eingenistet.
(Mittlerweile raucht wohl auch die Mietpartei über mir, da ich jetzt des Öfteres Tabakrauch im Treppenhaus wahrnehme, wenn diese Mieter durchs Haus gegangen sind - kann mir allerdings nicht vorstellen, dass der Rauch nach unten zieht. Bin mir aber nicht sicher, denn beim letzten Tapezieren stellte der Handwerker eine leichte kreisförmige Erhebung in jedem Raum in der Wand fest, was auf einen Einbau von Ofenrohren - noch von früher - hindeutet.)

Nun zu meiner Frage:
Ich stehe nun vor der gigantischen Aufgabe, meinen gesamten Bekleidungsbestand waschen zu müssen, teilweise in die chemische Reinigung zu geben (Mäntel, Jacken, Röcke etc.). Und das kann Wochen oder Monate dauern. Auch muss ich Verschiedenes wegwerfen und neu kaufen, was man weder waschen noch reingen kann (Heizdecke, Unterbetten).

Ich habe nun erstmal sämtliche Kleidungsstücke in Plastiktüten verstaut und luftdicht verklebt, damit ich nicht mehr diesen penetranten, abstoßenden Geruch im Schlafzimmer nicht mehr aushalten muss. Verschiedenes habe ich nun auch schon selbst gewaschen (aus vielem ist der Geruch auch nach dem Waschen nicht gänzlich rauszukriegen!), so dass ich kaum noch zu etwas anderem komme!)- es muss ja auch alles gebügelt werden. Viele für mich sehr wichtige Dinge bleiben auch dadurch liegen, auch hierduch werde ich wohl Verluste haben.

Da meine Wohnung nur klein ist, sieht es hier mittlerweile aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, überall liegen Klamotten herum.

Zudem habe ich die ganze Zeit über schon täglich das Bettzeug gewechselt (auch die Nachtwäsche), d.h. gewaschen und abends immer 3 - 4 nasse Badetücher aufgehängt, die den Rauchgeruch angeblich etwas aufnehmen sollen. Auch die Fenster halt ich offen und ständig läuft ein Venntilator.

Meine Frage ist nun, wie die Rechtslage für mich aussieht:

Muss ich das alles alleine tragen, also die immense Arbeit, die da auf mich zukommt durch das Waschenmüssen dieser Unmengen von Kleidern, Wäsche etc. (ca. 10 große Plastiktüten) und ob ich die Reinigungskosten selbst tragen muss, da mich doch keinerlei Schuld trifft, sowie ob ich auch die Neuanschaffungen selbst tragen muss für nciht waschbare Dinge (Bekleidung, Heizdecke, Unterbetten etc.)

Auch befürchte ich, wenn mein gesamter Kleiderbestand nach und nach gereinigt ist und der Mieter aus den Semesterferien zurückkommt, dass das alles wieder von vorn beginnt... ein einziger Albtraum. Leider fühle ich mich gesundheitlich auch nicht in der Lage umzuziehen (bin 64 Jahre alt), schon wegen meiner Fußschmerzen (2 Operationen) graut es mir davor, wochen- oder monatelange herumzulaufen und mir Wohnungen anzusehen (bin nicht motorisiert). Habe auch nur eine kleine Rente, und diese Wohnung hier ist preisgünstig.

Daher wäre ich für einen generellen "Überblick" über meine Rechtslage sehr dankbar, hauptsächlich bezüglich der Reinigung meines Kleiderbestandes (immense Arbeit, verbrauche jetzt ca. 5 - 6 mal soviel Waschpulver wie bisher), auch bezüglich der aufmich zukommenden Reinigungskosten und der Kosten für Neuanschaffungen. Für die Antwort besten Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Fragerin

29.07.2006 | 14:05

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Nach Ihrer Schilderung kommt eventuell eine Minderung der Miete in Betracht. Dann muss der Rauch tatsächlich in die Wohnung eindringen und die Nutzung der Wohnung als Wohnraum dadurch eingeschränkt sein.

2.In diesem Fall sollten Sie die Beweisstücke vorerst so belassen und Ihren Vermieter zur Wohnungsbegehung einladen. Dann soll er sich die Situation vor Ort ansehen.

3.Eventuell sind tatsächlich alte Rohre schuld daran, dass der Rauch in dieser Intensität in Ihre Wohnung eindringt. Vom Vermieter eine Behebung zu verlangen, wäre dann in dieser Situation wohl nicht möglich. Denn es ist ihm nicht zuzumuten, die gesamten Rohre auszutauschen. Jedoch können Sie die Miete um 10 -20 % mindern, je nachdem, wie groß die Beeinträchtigung ist.

4.Den Mieter der anderen Wohnung werden Sie nicht zum Schadensersatz heranziehen können. Schließlich ist es nicht verboten, in der eigenen Wohnung zu rauchen. Für die schlechten Rohre ist der Mieter nicht zur Verantwortung zu ziehen.

5.Sie haben daher nach dem vorliegenden Sachverhalt nur die Chance auf Minderung des Mietpreise, wodurch Sie einen Anteil der Ihnen entstehenden Kosten decken können. Oder Sie müssen tatsächlich eine andere Wohnung suchen.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München
Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


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