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Spekulationssteuer für Wohnungsverkauf

| 7. Februar 2022 20:00 |
Preis: 40,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

Ich habe eine Frage bzgl. Immobilienverkauf und Spekulationssteuer.
Im April 2019 habe ich eine Wohnung gekauft, die sich damals noch im Rohbau befand.
Das Objekt wurde im Juli 2020 fertig gestellt und von mir selbst vorerst als Zweitwohnsitz bezogen. Rechnungen für Strom, Telefon etc. sind seit dem Zeitpunkt vorhanden. Die Wohnung wurde nicht vermietet.
Allerdings bin ich erst seit April 2021 bei der neuen Adresse gemeldet.
Aktuell steht die Überlegung an, die Wohnung jetzt wieder zu verkaufen und ein anderes Objekt zu erwerben.
Fällt hier eine Spekulationssteuer 100%-ig an?

Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen
A.S.

7. Februar 2022 | 20:43

Antwort

von


(529)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

soweit Sie die Wohnung ausschließlich selbst genutzt haben wäre der Verkauf nach § 23 Einkommensteuergesetz nicht der Spekulationssteuer unterworfen:

Zitat:

§ 23 Private Veräußerungsgeschäfte
(1) Private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nummer 2) sind
1. Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (z. B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht), bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt. Gebäude und Außenanlagen sind einzubeziehen, soweit sie innerhalb dieses Zeitraums errichtet, ausgebaut oder erweitert werden; dies gilt entsprechend für Gebäudeteile, die selbständige unbewegliche Wirtschaftsgüter sind, sowie für Eigentumswohnungen und im Teileigentum stehende Räume. 3Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden;
2.....


Dabei gilt dies auch, wenn die Wohnung (zeitweise) nur als Zweitwohnung genutzt wurde. Der Bundesfinanzhof hat dies auch bereits im Urteil vom 27. Juni 2017, Az.: IX R 37/16 bestätigt:

Zitat:
1. Ein Gebäude wird auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn es der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohnt, sofern es ihm in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung steht. Unter § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG können deshalb auch Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzt werden, fallen.

2. Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken "im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren" (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 2. Alternative EStG) liegt vor, wenn das Gebäude in einem zusammenhängenden Zeitraum genutzt wird, der sich über drei Kalenderjahre erstreckt, ohne sie --mit Ausnahme des mittleren Kalenderjahrs-- voll auszufüllen.


Sie können die Wohnung daher verkaufen, ohne dass Spekulationssteuer anfällt. Allerdings werden Sie damit rechnen müssen, dass das Finanzamt hier eine plausible Erklärung fordert, warum bereits jetzt wieder ein Verkauf stattfindet.

Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


Bewertung des Fragestellers 9. Februar 2022 | 08:58

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(529)

Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
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