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Spekulationssteuer beim Haus Verkauf

18. Juni 2022 08:04 |
Preis: 70,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr gehrte Damen und Herren,

müssen wir in diesem Fall Spekulationssteuer zahlen?

Kaufvertrag (Notar) 16.11.2018
Kaufpreisfälligkeit im Kaufvertrag 01.07.2019
Einzug (Ummeldung) 01.06.2020 Meldebescheinigung über Ummeldung von der Gemeinde (Haus wurde 1 Jahr saniert)
Verkauf der Immobilie bzw. Termin beim Notar ist für den 23.06.2022 eingeplant mit Kaufpreisfälligkeit zum 01.09.2022.

Wir haben das Haus nie vermietet!

Zählt die Sanierung auch zur Eigennutzung oder ist die Ummeldung ausschlaggebend?

Währen der Sanierung haben wir in dem Haus nicht gewohnt!

Müssen wir in diesem Fall die Spekulationssteuer fürchten?

Vielen Dank und Schöne Grüße

Marek

18. Juni 2022 | 09:23

Antwort

von


(95)
Roseplatz 6
31787 Hameln
Tel: 01772422226
E-Mail:

Sehr geehrte/r Rechtsratsuchende/r,  

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage bzgl. einer etwaigen Entstehung von Spekulationssteuer / privater Veräußerungssteuer aufgrund des geplanten Verkaufs Stellung. 

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass Sie sich hierbei auf den nachfolgend zitierten § 23 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 Alternative 2 EStG berufen können, der bereits bestimmt, dass in Ihrem Fall eine Steuer nicht entsteht:  

"Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden."

Näher ausgelegt wird diese Regelungen sodann in dem BMF-Schreiben vom 05.10.2000 zu "Zweifelsfragen zur Neuregelung der Besteuerung privater Grundstücksveräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG", BStBl I 2000 S. 1383, Az: IV C 3 – S 2256 – 263/00, unter Berücksichtigung der Änderungen durch BMF vom 07.02.2007, BStBl I S. 262, Az: IV C 3 – S 2256 – 11/07", dort Randnummer 25 und insbesondere das abschließende Beispiel wie folgt: 

"5.4 Zeitlicher Umfang der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken
Von der Besteuerung des Veräußerungsgewinns sind Wirtschaftsgüter ausgenommen, die ausschließlich, d. h. ununterbrochen

vom Zeitpunkt der Anschaffung oder Fertigstellung bis zur Veräußerung zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden. Für die Bestimmung des Zeitpunkts der Anschaffung und der Veräußerung ist in diesem Zusammenhang jeweils auf den Zeitpunkt der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums abzustellen. Ein Leerstand vor Beginn der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken ist unschädlich, wenn er mit der beabsichtigten Nutzung des Wirtschaftsguts zu eigenen Wohnzwecken in Zusammenhang steht. Dies gilt auch für einen Leerstand zwischen Beendigung der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken und Veräußerung des Gebäudes, wenn der Steuerpflichtige die Veräußerungsabsicht nachweist;
im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren, d.h. in einem zusammenhängenden Zeitraum innerhalb der letzten drei Kalenderjahre, der nicht die vollen drei Kalenderjahre umfassen muss, zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurdeni. Ein Leerstand zwischen Beendigung der Selbstnutzung und Veräußerung ist unschädlich, wenn das Wirtschaftsgut im Jahr der Beendigung der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.
Beispiel:
Eine Eigentumswohnung, die A im Jahr 1995 angeschafft und anschließend vermietet hatte, wird nach Beendigung des Mietverhältnisses im Dezember 1998 bis zur Veräußerung im Januar 2000 von ihm zu eigenen Wohnzwecken genutzt. Da A die Wohnung im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat, unterliegt ein erzielter Veräußerungsgewinn nicht der Besteuerung. Hätte A die Eigentumswohnung im Jahr 1999 auch nur kurzfristig zu anderen Zwecken genutzt (z. B. vorübergehende Fremdvermietung), wäre der erzielte Veräußerungsgewinn zu versteuern."


Diese Verwaltungsanweisung des BMF wurde wiederum bestätigt durch die Entscheidung des BFH vom 27.6.2017 (BStBl II S. 1192). 

Da die Immobilie im Jahr 2020 von Ihnen bezogen wurde und in 2021 durchgängig und im Jahr 2022 bisher zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde, entsteht somit keine Spekulationssteuer / private Veräußerungssteuer. 

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht


ANTWORT VON

(95)

Roseplatz 6
31787 Hameln
Tel: 01772422226
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