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Schule, Noten, Datenschutz

20.10.2015 11:48 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Bekanntgabe von Noten, die aufgrund einer Prüfungsleistung im Unterricht erzielt werden (Vokabeltest), gegenüber dem Betroffenen und Dritten wie Mitschülern

Guten Tag,

Unser Sohn besucht derzeit die 8. Klasse eines Gymnasiums in Baden-Württemberg.
Seine neue Lehrerin macht jede Woche eine Vokabelabfrage, was ich auch gut und wichtig finde.

Allerdings sehr ich die Art der Abfrage sehr kritisch.
Die Abfrage erfolgt für zwei Schüler verdeckt an der Tafel, die Anderen schreiben auf ein Blatt. Es werden jeweils 10 Sätze abgefragt. Im Anschluss wird die Tafel umgeklappt, der ganzen Klasse gezeigt und für alle sichtbar korrigiert und benotet. Es werden nur die zwei Schüler an der Tafel benotet die anderen korrigieren Ihren Test selbst.

Soweit mir bekannt, dürfen Noten aber ohne Einwilligung, nicht der ganzen Klasse zugänglich gemacht werden. Die Kinder wurden aber nicht gefragt, ob sie damit einverstanden sind.

Als ich die Lehrerin am Elternabend darauf ansprach, bekam ich die Antwort, Sie mache das seit 40 Jahren so und es habe sich nie jemand beschwert und ob Sie die Noten hinschreibe oder nicht wäre ja auch egal, da anhand der Fehleranzahl die Note ja offensichtlich wäre.
1 Fehler = Note 1-2, 2 Fehler = Note 2, 3 Fehler = Note 2-3, usw.

Darf die Lehrerin die Note für alles so offen hinschreiben?
Darf die Abfrage so durchgeführt werden, dass auch ohne die Note hinzuschreiben, für alle die Note anhand der Fehlerzahl offensichtlich ist?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Rechtsgrundlage, wonach die Fehleranzahl und/oder Note anderen zugänglich gemacht werden kann, ist nach meiner ersten Recherche nicht vorhanden.

Möge die Lehrerin eine Grundlage dafür benennen.

Ansonsten wäre das Sache der Schulleitung zunächst, darauf einzuwirken, danach in der entsprechenden Rangfolge Angelegenheit - im Rahmen der Rechtsaufsicht - der unteren Aufsichtsbehörde des Landkreises.

Nach der landesrechtlichen Verordnung des Kultusministeriums über die Notenbildung (Notenbildungsverordnung , NVO) ist nämlich folgendes geregelt:

Im Kapitel, Feststellung von Schülerleistungen, § 7 Allgemeines, steht:

"(1) Grundlage der Leistungsbewertung in einem Unterrichtsfach sind alle vom Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten Leistungen (schriftliche, mündliche und praktische Leistungen). Schriftliche Leistungen sind insbesondere die schriftlichen Arbeiten (Klassenarbeiten und schriftliche Wiederholungsarbeiten). Der Fachlehrer hat zum Beginn seines Unterrichts bekanntzugeben, wie er in der Regel die verschiedenen Leistungen bei der Notenbildung gewichten wird.

(2) Die Bildung der Note in einem Unterrichtsfach ist eine pädagogisch-fachliche Gesamtwertung der vom Schüler im Beurteilungszeitraum erbrachten Leistungen.

(3) Die allgemeinen für die Bewertung der Leistungen in den einzelnen Fächern oder Fächerverbünden maßgebenden Kriterien hat der Fachlehrer den Schülern und auf Befragen auch ihren Erziehungsberechtigten sowie den für die Berufserziehung der Schüler Mitverantwortlichen darzulegen."

Letzterer Abs. 3 deckt sich mit den sonstigen allgemeinen Verwaltungsvorschriften über die Bekanntgabe von Verwaltungsakten (das kann auch eine berufsentscheidende Note sein oder wie hier andere Verwaltungsmaßnahmen unterhalb der Schwelle des Verwaltungsakts - dann sind die Vorschriften über die Bekanntmachung der Noten analog anzuwenden).

Ich halte daher diese Praxis für rechtswidrig.

Einzelne Fehler von anderen dürfen anonymisiert angesprochen werden, nicht jedoch namentlich die Fehler, Bewertung und die Benotung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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